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Konstruktion vom Modellkunstflugzeugen:

Einstellen/Trimmen

Version 3, 12.10.2007


Inhalt

1 Was isses?
2 Wo hängts?
3 Wie macht mans?
4 Die Möglichkeiten
5 Was geht sonst noch?
6 Aussteuern, Baby


1 Was isses?

Beim Einfliegen/Austrimmen geht es darum, mittels Rudertrimmung, Schwerpunkt, V-Form und EWD in möglichst vielen Fluglagen ein neutrales (d.h. die Fluglagen lassen sich ohne oder mit klar definierten Ruderkorrekturen fliegen) Flugverhalten des Modells zu erreichen. Im Idealfall sollen Bauch- und Rückenflug sowie der senkrechte Steig- und Sinkflug ohne Ruderkorrekturen, der Messerflug nur mit Seitenruderkorrektur laufen. Zum Einfliegen/Austrimmen gehört ebenfalls das Erfliegen der für den eigenen Flugstil geeignetsten Ruderausschläge und Expowerte. Ein weiteres Kapitel ist die Querruderdifferenzierung, damit das Modell in jeder Fluglage korrekt rollt.

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2 Wo hängts?

Das vollständige Einfliegen/Austrimmen eines Kunstflugmodells benötigt einige Flugstunden Zeit, das Wissen um die nötigen Zusammenhänge und eine Menge Erfahrung. Einem Einsteiger sollte man diese Prozedur noch nicht zumuten, ihm fehlt dazu schlicht die nötige Flugerfahrung. Ausserdem ist es gar nicht nötig, für die Ebenen Fluglagen, die Räumlichen Fluglagen und den Rollenflug ein perfekt eingeflogenes und ausgetrimmtes Modell zu fliegen. Es genügt eine Grobtrimmung, der Rest wird ausgesteuert (irgendwo muss man das Aussteuern ja auch lernen ).

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3 Wie macht mans?

Unser Standardshockflyer ist von seiner Geometrie her sehr einfach einstell- und austrimmbar. Die nötigen Schritte für die "Grundeinstellung" sind die folgenden:

Im Bau
[-] Achten sie darauf, dass Tragflächen und Höhenleitwerk in einer Ebene liegen und auch in der Draufsicht gerade zueinander stehen.
[-] Achten sie beim Abstreben der Tragflächen darauf dass die Tragflächen nicht verdreht sind.
[-] Null Prozent Querruderdifferenzierung (gleiche Ausschläge nach oben wie nach unten) sind ideal, etwas (ungewollte) Querruderdifferenzierung bringt aber niemanden um, bis 20 Prozent Abweichung zwischen unten und oben sind kein Problem.
[-]Die Differenz zwischen den Maximalausschlägen oben/unten bzw. links/rechts sollte beim Höhen- und Seitenruder unter 20 Prozent liegen.
[-] Machen sie den Motorspant genügend gross, so dass er genügend Auflagefläche hat und sich nicht bei jeder härteren Landung verschiebt.
[-] Bauen sie den Motor so ein, dass die Motorachse parallel zur Modelllängsachse liegt (kein Motorsturz oder Seitenzug).
[-] Sorgen sie dafür, das der Modellschwerpunkt auf der Hochachse nicht zu weit unterhalb der Tragflächengelebene liegt (dafür muss meistens der Akku über die Traglächen).
[-] Sorgen sie dafür dass der Modellschwerpunkt auf der Querachse in der Mitte des Modells liegt. Bis +- 0.5cm Abweichung gehen noch in Ordnung.
[-] Stellen sie den Schwerpunkt auf der Längsachse nach Plan ein.
[-] Stellen sie alle Ruder auf neutral.

Im Flug
[-] Trimmen sie das Modell so aus, dass es im Geradeausflug bei 1/3-Gas nach loslassen der Knüppel weiter geradeaus fliegt, d.h. weder wegrollt (Querrudertrimmung) noch sinkt oder steigt (Höhenrudertrimmung).
[-] Gehen sie in den Rückenflug. Das Modellverhalten sollte auf dem Höhenruder irgendwo zwischen neutralem Flug und leichtem Drücken liegen. Müssen sie ziehen, dann legen sie den Schwerpunkt in 0.5cm Schritten nach vorne bis sie nicht mehr ziehen müssen.
[-] Fliegen sie auf genügende Höhe, schalten sie den Motor aus und fliegen sie senkrecht nach unten. Bei loslassen der Knüppel sollte das Modell im Idealfall weiter senkrecht nach unten fliegen, ein ganz leichtes Abfangen in Richtung Bauchlage (Abfangradius >20m) ist auch Ok. Wenn das Modell in Richtung Rückenflug unterschneidet ist das ungünstig, legen sie den Schwerpunkt dann soweit vor, dass das Modell genau senkrecht fällt.
[-] Fliegen sie geradeaus und geben sie Vollgas. Wenn das Modell LEICHT wegsteigt oder wegtaucht ist das ok, wenn es stärker wegtaucht müssen sie den Motorsturz reduzieren, wenn es wegsteigt müssen sie den Motorsturz erhöhen. Nach ändern des Motorsturzes müssen sie auf dem Höhenruder erneut nachtrimmen.

Sodele, das wars schon, das Modell ist jetzt noch lange nicht nicht vollständig eingetrimmt, aber für die ebenen und die räumlichen Fluglagen reicht das Erreichte längstens aus.

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4 Die Möglichkeiten

Eine unvollständige Liste der Dinge, an denen sie am Modell schrauben können:

[-] SP Verschiebung entlang der Längsache, der Querachse und der Hochachse. Entlang der Längsachse erfolgt die Verschiebung durch Verschiebung der Komponenten bzw. durch Bleizugabe, entlang der Querachse durch anbringen von Blei an den Tragflächen-Randbögen, und entlang der Hochachse zur Verschieben der Komponenten oder verwenden eines leichteren/schwerern Fahrwerks.
[-] Anbringen oder entfernen von Widerstandskörpern am Fahrwerk z.B. durch Radschuhe, grössere/kleinere Räder, dickere/dünnere Fahrwerksbügel (Drehung um die Querachse) oder an den Tragflächen-Randbögen (Erehung um die hochachse)
[-] Trimmen von Quer- höhen und Seitenruder mittels Sendertrimmung
[-] Verdrehen von Tragflächen und HLW-Dämpfungsflächen
[-] Ruderausschläge (Beidseitig) von Quer- und Hohenruderblättern sowie vom Seitenruderblatt
[-] Expo und/oder Dual-Rate auf den einzelnen Rudern
[-] Einstellen von Motorzug und Seitenzug
[-] Mit grösserem aufwand verbundene änderungen: Änderung der V-Form sowie des winkels zum Rumpf von Tragfläche und HLW.

Längsachse
[-] Querruder trimmen: Bewirkt ein drehmoment um die längsachse, immer in dieselbe Drehrichtung und unabhängig von der Fluglage.
[-] Flügel verdrehen: Gleicher effekt wie bei den QUerrudern, nur dass die strömung hier etwas "sauberer" geführt wird. Von dem her ist diese Variante zu bevorzugen.
[-] Beide Höhenruder gegenseitig trimmen, beide HLW-Blätter gegenseitig verdrehen: Ebenfals Querruderwirkung, welche jedoch im 3D-Flug stärker ist als im Flächenflug
[-] SP auf der Querachse verschieben (Bleizugabe an einem Tragflächen-Randbogen): Drehmoment um die Längsachse, jedoch nur im Ebenen Flächenflug wirksam und und je nach dem ob bauch- oder Rückenflug in die andere Richtung.
V-Form der Flügel: Beeinflussen des Rein- und Rausdrehens im Messerflug. Gleichzeitig beeinflussung der Kompletten Querstabilität im Flächenflug.
[-] V-Form des HLW: Beeinflusst das Rein- und Rausdrehens im Messerflug. kaun beeinflussung der Kompletten Querstabilität im flächenflug.
[-] SP auf der Hochachse verschieben: Je weiter unten, desto stabiler im bauchflug/instabiler im Rückenflug. Im MEsserlfug: Je weiter unten, desto eher dreht das modell in Bauchlage raus, je weiter oben, desto eher dreht Das modell in Rückenlage Raus.

Querachse
[-] EWD-Verändern: Ändern der Trimmung für Allefluglaen. Folgende varianten Sind möglich:
-Trimmen des HR=Verwölben des HR
-Verändern des Einstellwinkels der Höhenruder
-Verändern des Einstellwinkels der Tragfläche
-Gleichseitigews Trimmen der Querruder
Durch geschickte sKombinieren der einzelndne Punkte kann man auch noch gleich die Neigung des Rumpfes im Flug einstellen.
[-] Sp auf der Längsachse verschieben (Ändern der Komponentenposition, Bleizugabe): Änderung des Kompletten Flug- und Stabilitätsverhaltens
[-] Motorsturz verändern: Beschleunigender Motor: Je mehr Motorsturz nach unten desto eher geht das Modell in richtung Fahrwerk weg . Bremstender Motor: Je mehr motorsturz desto eher geht das Modell in RIchtung kabinenhaube weg.
[-] Sp auf der hochachse verchieben (verschieben der Komponenten, verwenden eines leichteren/schwereren Fahrwerks): Beim Flug ohne Antrieb oder mit bremsenden Antrieb: Je tiefer der SP desto eher geht das Modell in richtung kabinenhaube weg. Im Flug mit beschleunigendem Antrieb: JE tiefer der SP desto eher geht das modell in richtung Fahrwerk weg.

Hochachse
[-] Motorseitenzug: Je mehr seitenzug, desto stärker zieht der Motor das Modell in Motordrehrichtung (= desto stärker Wird der Einfluss des Motordralls aufs Seitenruder ausgeglichen)
[-] Seitenrudertrimmung: Ähnliche Wirkung wie der Seitenzug, jedoch mehr geschwindigkeits als gasstellungsabhänig.
[-] Winkel des HR zur Tragfläche: Wenn HR und Tragfläche nicht parallel sind, dann dreht die Maschine beim Höhenruderauschlag um die Hochachse.

Diverses
[-] Beeinflussung der Seiten- und Draufsicht durch anbringen von Fahrwerksplatten.

5 Was geht sonst noch?

Während des STP Fluglagen (oder auch später) werden sie vielleicht mal den Wunsch verspüren, ihr Modell besser einzutrimmen. Ich habe mich noch zu wenig mit der Materie beschäftigt um hier ernsthaft Tipps abgeben zu können, einige Links zum Thema habe ich aber:

Webseiten
[-] http://www.flagstaffflyers.com/images/PGoldsmithTrimming.pdf [extern] (Englisch)
[-] http://www.loys-nachtmann.de/ [extern] Java Menu -> Tipps und Tricks ->Kunstflug. Falls das Menu nicht angezeigt wird, einfach verschiedene Browser durchprobieren, irgendwann gehts dann meistens.
[-] http://www.holzwarth-cad.de/htm-modell/index2.htm [extern] Entweder: -> Downloads -> Druckbare Trimmanleitung im MS-Word-Format. Oder: -> F3A-Motorkunstflug -> Trimmanleitung HTML
[-] http://www.rc-kunstflug.de/howto/einfliegen.htm [extern]
[-] http://www.modellflug-gallinat.de/modellflug_neu/f3a.htm [extern] -> Verschiedenes -> Trimmanleitung
[-] http://www.rc-network.de/magazin/artikel_06/art_06-075/art_075-01.html [extern] Vor allem Teil drei und Vier befassen sich mit dem eigentlichen Trimmen/Einstellen.
[-] http://www.elektromodellflug.de/schwerpunkt.htm [extern]
[-] http://www.rc-modellkunstflug.de/modelle_einfliegen.htm [extern]

Forum
[-] 3D Tauglichkeit Delro Raven XL versus 3W Yak 54 (Rc-Network) [extern]
[-] Expo bei 3D ??? (RcLine) [extern]

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6 Aussteuern, Baby :D

Die Fähigkeit, ein Modellkunstflugzeug sauber einzustellen, ist für einen Modellkunstflugpiloten elementar. Investieren sie hier die nötige Zeit, schulen sie ihr Auge, verinnerlichen sie die Zusammenhänge und gehen sie mit einem gesunden Perfektionismus an die Sache.

Gleichzeitig finde ich es jedoch wichtig, das man auch mit einem vertrimmten Modell umgehen kann. Wenn sie bereits bei einer minimalen Vertrimmung um die Querachse kein Kunstflugprogramm mehr zustande bringen, empfehle ich folgendes:
[-] Legen sie sich einen 95cm- Shockflyer zu und schludern sie beim Bau. Die Mühle vertrimmt sich dann im Flug ganz von selbst und sie lernen, auch völlig vertrimmte Modelle zu Steuern ;).
[-] Vertrimmen sie ihr Modell absichtlich. Für den Anfang genügen ein paar Trimmzacken auf einem Ruder, Fortgeschrittene vertrimmen alle Ruder gleichzeitig und die ganz Harten legen nach dem Zufallsprinzip Mischer (Seite auf gas ist im Torquen sehr spassig ).
[-] Spielen sie, sofern sich die Parameter leicht einstellen lassen auch mal mit dem Motorsturz und -Seitenzug.

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[Copyright] Fabian Günther
www.fabian-guenther.ch