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Flugsicherheit:

Konzepte

Version 14, 18.02.2007


Im Rahmen der Flugsicherheit geht es darum, Modellbeschädigungen (durch Absturz, zu harte Landungen, Schäden beim Auf-/Abbau, Transport und Lagerungsschäden sowie Schäden im Flug) und Personenschäden durch Zusammenstösse mit Modellen zu verhindern.

Der finanzielle und zeitliche Aufwand dafür fliesst einerseits in die Prävention (sauberer Aufbau, Checks, Verhaltensregeln) und andererseits in die "Nachbehandlung" (Reparaturen, Neubauten, Bussen, Personenschäden). Wenn man zu viel Zeit für die Prävention aufwendet kommt man nicht mehr zum Fliegen, wenn man zu wenig Zeit in die Prävention investiert gefährdet man Drittpersonen unnötig stark und kommt man vor lauter Reparieren auch nicht mehr zum Fliegen. Es gilt also, einen gesunden Kompromiss zwischen Prävention und Nachbehandlung zu finden.

Im Folgenden möchte ich beschreiben wie dieser Kompromiss bei mir ungefähr aussieht.


Links

Die Basis für meine Konzepte bietet die folgende Sammlung: Flugsicherheit: Fehlersammlung .



Inhalt

1 Dokumentation
2 Checklisten
3 Die Aufbaureihenfolge
4 Im Flug
         4.1 Der Flugraum
         4.2 Verhalten bei Verknüpplern
         4.3 Einstieg
         4.4 Start
         4.5 Flug
         4.6 Landung
         4.7 Falsche Querruderlaufrichtung
5 Am Simulator
6 Der Elektroantrieb
7 Der Gasknüppel
8 Auslegung, Bau, Betrieb
9 Transport/Aufbewahrung
10 Einstellungen für den Erstflug
11 Externe Links



1 Dokumentation

Bebilderte Bauberichte, Flugtagebücher, Komponentenlisten mit Kaufdatum und Einsatzort sowie Ladetabellen für die Akkus sind was ganz feines. Sie dienen als Erinnerungsstücke, als wertvolle Informationssammlung für sich (einige Baufehler bemerkt man erst beim Schreiben des Bauberichts ...) und andere sowie als Gradmesser für die eigene Entwicklung. Wenns dann mal wirklich hart auf hart kommt (Personenschaden) sind diese Daten unter Umständen hilfreich um aufzuzeigen, dass man das involvierte Modell nach bestem Wissen aufgebaut und betrieben hat.

Wie viel man davon machen will bleibt jedem selber überlassen, generell sollte man mit zunehmender Grösse, Masse und Geschwindigkeit der Modelle gründlicher vorgehen. Ich selber schreibe recht ausführliche Bauberichte, Flugtagebücher und Akkutabellen führe ich momentan nur unvollständig.

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2 Checklisten

Ich mag die Dinger nicht. Sie sind gnadenlos unsexy und suggerieren, dass der Modellpilot wohl schon etwas verwirrt ist. Allerdings, wegen falsch herum laufenden Querrudern vom Himmel zu fallen oder wegen vergessener Senderantenne gar nicht erst fliegen zu können ist noch viel unsexier. Nachdem ich mehrmals wegen kleinen Aufbau- und Einstellfehlern knapp am Totalschaden vorbeigeschrammt war dämmerte auch mir, das Checklisten vielleicht doch nicht so übel sind.


1. Die Funktionsliste, Aufbauliste
Eine modellspezifische Checkliste, mit der ich meine Modelle am Anfang des Flugtages sowie nach einer harten Landung, vor dem Erstflug sowie nach Reparaturen durchchecke.

Als Beispiel für die AJ-Extra: FunktionslisteAJExtra_2.0.pdf


2. Das Aufbauritual
Wenn einem das Modell durch plötzliches Trudeln signalisiert, dass man die Senderantenne nicht ausgezogen hat, ist es vielleicht schon etwas spät... . Nachdem ich genau das mehrmals geschafft hatte, habe ich mir eine feste Aufbaureihenfolge zugelegt:

1. Modell aufbauen
2. Senderantenne aufschrauben
3. Senderantenne vollständig ausziehen
4. Gasknüppel auf Null
5. Sender einschalten
6. Kontrollieren, ob der richtige Modellspeicher aktiviert ist
7. Kontrollieren, ob die richtige Flugphase drin ist
8. Modell einschalten
9. Startcheck

Flug

10. Modell ausschalten
11. Sender ausschalten
12. Antenne abschrauben
13. Antenne einziehen
14. Modell abbauen

Hinweis: Benennen sie die Modelle im Sender eindeutig, (nicht Yak1 und Yak2 sondern z.B. Shockyyak und CompositeYak), so verhindern sie Verwechslungen.


3. Startcheck
Im Prinzip, wenn man sonst alles richtig gemacht hat ist der Startcheck nicht nötig. Da Piloten aber auch nur Menschen sind die Fehler machen ist eine Nachkontrolle durch den Startcheck hochwillkommen. Abgesehen davon, ein Startcheck dauert etwa 30 Sekunden, anstatt einer Reparaturzeit von 20 Stunden nach einem Absturz kann man auch 2400 Startchecks machen ;-).

Der Startcheck beinhaltet bei mir in genau dieser Reihenfolge:
1. Checken ob die Antenne fest eingeschraubt ist.
2. Checken ob die Antenne ganz ausgezogen ist.
3. Checken ob der richtige Modellspeicher aktiv ist.
4. Flugphase 1 aktivieren.
5. Querruderknüppel Vollausschlag rechts, checken ob rechtes QR hoch und linkes QR runter geht.
6. Querruderknüppel Vollausschlag links, checken ob linkes QR hoch und rechtes QR runter geht.
7. Höhenruderknüppel Vollausschlag ziehen, checken ob das HR hochgeht.
8. Höhenruderknüppel Vollausschlag drücken, checken ob das HR runter geht.
9. Seitenruderknüppel Vollausschlag rechts, checken ob das SR nach rechts geht.
10 Seitenruderknüppel Vollausschlag links, checken ob das SR nach links geht.
11. Modell am SR halten, Vollgastest.
12. Punkte 5-11 für alle weiteren Flugphasen wiederholen.

Tipp: Benennen sie ihre Modellspeicher eindeutig (nicht Yak1 und Yak2 sondern z.B. Shockyyak und CompositeYak) so kommen Verwechslungen beim Modellspeicher seltener vor.


4. Materiallisten
Verschiedene Checklisten mit Material und Werkzeug, welches ich zu einem Flug, Flugtag, Ferien etc. mitnehmen will.

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3 Die Aufbaureihenfolge

Was beim Aufbau so alles schief gehen kann:
[-] Fläche mit zu wenig Gummis befestigt
[-] Flächenbefestigungsschraube vergessen
[-] Modell beim Wurfstart nicht eingeschaltet
[-] QR-Kabel nicht eingesteckt
[-] QR-Kabel falsch herum reingesteckt
[-] Propeller nicht fest genug angeschraubt
[-] Fahrwerk nur mit einer statt mit vier Schrauben festgeschraubt.

Abhilfe
[-] Der ideale Aufbauschritt ist der bei dem man prinzipiell nichts falsch aufbauen kann (z.B. weil es in der falschen Position gar nicht passt oder weil es falsch zusammengebaut sofort wieder auseinanderfällt) und bei dem man auch nichts nur zur Hälfte aufbauen kann (weil man entweder nur einen Handgriff machen muss oder weil man konzeptbedingt immer eine Hand voll hat bis der Aufbauschritt beendet ist).
Bei vielen Schritten ist das nicht vollständig möglich, hier sollte man zumindest versuchen so nah wie möglich ans Optimum ranzukommen.
Beispiele für das Optimum sind Tragflächen, sie verkehrt nicht an den Rumpf passen oder Querruderstecker, die sich beim Anschieben der Tragflächen gleich von selber einstecken. Beispiele für eine Näherung sind eine farbliche Markierung der Querruderstecker oder die Verwendung von geometrisch unterschiedlichen Steckern für rechtes und linkes Querruder.
[-] Einen Schritt weiter kann man gehen, indem man jeden Punkt am Modell, den man beim Aufbauen abarbeiten muss, mit einer Nummer versieht (aufgemalt, aufgedruckt, was auch immer) und diese Nummern dann beim Aufbau abarbeitet. Mit etwas Geschick können sie die Anzahl der Nummern gering halten und sie so platzieren dass sie beim Aufbau nichts vergessen können.
[-] Grosse, gut sichtbare Fähnchen an den abzuklappernden Stellen im Modell helfen ebenfalls, beim Aufbau nichts zu vergessen.
[-] Ich habe mir vor kurzem angewöhnt, jeden Aufbauschritt an meinen Modellen IMMER vollständig auszuführen. Sobald ich z.B. die Tragflächen an die AJ-Extra stecke werden die Querruderkabel aus Prinzip eingesteckt, auch wenn ich weiss das die Tragflächen nach 2 Minuten wieder wegkommen.

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4 Im Flug

4.1 Der Flugraum

... ist der Raum, den sie während des Kunstflugtrainings mit ihrem Modell durchfliegen. Mithilfe einiger weniger Regeln zur Wahl und zur Einteilung des Flugraums können sie die Absturzwahrscheinlichtkeit beim Training massiv senken.

[-] Platz ist gleich Sicherheit. Fliegen sie, solange sie das STP noch nicht sicher beherrschen, nur in Flugumgebungen wo weit und breit kein Hindernis steht. Einsteiger mit einem 95cm-Shockflyer sollten in 100m Umkreis keine Hindernisse Höher als 3m haben.
[-] Flughöhe ist gleich Sicherheit. Fliegen sie Fluglagen und Figuren, bei denen noch Verknüppler vorkommen (auch wenns nur alle halbe Stunde in einer wirklich verreckten Variante dieser Figur/Fluglage passiert) immer und ausschliesslich in genügend Sicherheitshöhe. Wie viel Sicherheitshöhe sie effektiv brauchen hängt vom Modell (je schneller, je geringer die Motorleistung und je heftiger das Abreissverhalten des Modells desdo mehr Sicherheitshöhe) und vom Piloten (je unkontrollierter die eigene Reaktion beim Verknüppler desdo mehr Sicherheitshöhe) ab. Beim grösstmöglichen Höhenverlust durch eine Hirnblockade aus der Sicherheitshöhe heraus sollten sie anschliessend immer noch genügend Luft unter den Tragflächen haben. Bei meinen 340g-Shockflyern beträgt die Sicherheitshöhe im 3D-Flug 15-20m, im Vorwärtsflug warens ca. 30m. Bei meiner AJ-Extra sinds im 3D wie im Vorwärtsflug 40-50m (mit genügend Motorleistung währens im 3D-Flug nur 20-30m ).
[-] Legen sie ihre Arbeitsflughöhe 3-5 Modellspannweiten über die vorher erwähnte Sicherheitshöhe. Sinkt ihr Modell wegen falsch dosierten Ruderausschlägen (wenn es wegen Verknüpplern sinkt ist siehe Verhalten bei Verknüpplern) dann können sie versuchen, das Modell in der zu trainierenden Fluglage/Figur abzufangen, sinkt es jedoch unter die Sicherheitshöhe, drehen sie sofort in eine ihnen vertraute Fluglage und steigen sie wieder auf Arbeitsflughöhe.
[-] Sobald sie auch in den abwegigsten Situationen keine Verknüppler mehr haben und ihnen die Fluglage des Modells immer sonnenklar ist (keine "grauen" Zonen wo sie nur auf gut Glück steuern) können sie die Flughöhe reduzieren. Machen sie dies jedoch langsam, in Bodennähe steigt anfangs die Nervosität, und mit der Nervosität kommen die Verknüppler zurück. Reduzieren sie daher die Flughöhe schrittweise, steigen sie bei den ersten Anzeichen von Abkippern oder bei Verknüpplern wieder eine Stufe höher, fliegen dort so lange bis sie sich wohl fühlen und versuchen es dann nochmals.

Wichtige Hinweise:
[-] Diese Regeln sind heftig, ich weiss. Gerade das mit der Flughöhe ist unschön, weil sie etwas schneller lernen würden wenn sie näher am Boden flögen (das Modell ist besser sichtbar, die Lage im Raum ist besser einschätzbar). Der Zeitverlust wird aber durch die fehlenden Abstürze locker kompensiert. Selbst ein Shockflyer benötigt 4 Baustunden, und in 4 Flugstunden kommt man selbst auf Sicherheitshöhe sehr weit.
[-] Auch wenn sie die Trainingsregeln brechen stürzen sie nicht gleich zwangsläufig ab. Sie erhöhen die Absturzwahrscheinlichkeit einfach massiv. Wie weit sie da gehen wollen entscheiden sie, das hängt auch von ihrer mentalen Verfassung und dem Wert ihres Modells ab. Auch ich breche einige Regeln gelegentlich, meist aus Übermut, Neugier, Ungeduld oder aus dem schlichten Bedürfnis, die eigenen Grenzen auszuloten.
[-] Wenn sie Regeln brechen, dann versuchen sie nicht, das irgendwie zu verdrängen oder die Absturzgefahr herunterzuspielen. Entscheiden sie z.B. ganz bewusst: "Jetzt gehe ich unter die Sicherheitshöhe, obwohl die Fluglage noch nicht zu 100 Prozent klappt, und zwar auf 10m Höhe und das solange, bis der zweite Verknüppler erfolgt ist", und machen sie das dann. Wenn sie merken, dass es schief läuft, dan brechen sie auch ganz bewusst wieder ab. Sein sie sich immer im Klaren in welcher Flugsituation (Training STP, Training BFP, Training STP über Sicherheitshöhe, Training STP unter Sicherheitshöhe, Spassfliegen etc.) sie gerade sind. Viele Abstürze passieren in der Grauzone, wenn sie für einen kurzen Moment nicht mehr wissen was sie tun und in welcher Flugsituation sie sind.

Tipps
[-] Heben sie sich im Training immer einen Teil ihrer Konzentration für die Flughöhenkontrolle auf. Mir ist es mit dem 350g-Shockflyer schon recht oft passiert, dass ich mich in eine Fluglage vertieft habe und erst 3m über dem Boden bemerkt habe, dass ich die Sicherheitshöhe bereits massiv unterschritten hatte. Sowas ist recht unangenehm, die Panik ist dann nicht mehr weit, der Verknüppler wartet auch schon.
[-] Übergänge, Figurenfolgen und Flugprogramme benötigen genauso Training wie Fluglagen und auch hier gibt es anfangs Abkipper und Verknüppler. Trainieren daher auch hier anfangs auf Arbeitsflughöhe.
[-] Machen sie tiefe Rückenüberflüge erst wenn ihr letztes unfreiwilliges Ziehen auf dem Rücken schon ein paar Dutzend Flugstunden her ist .
[-] Spulen sie neuen Modellen IMMER erstmal alles auf Sicherheitshöhe durch bevor sie sich langsam runterwagen.
[-] Legen sie für einen Tiefflug vorher fest, wie tief, extrem oder ausgefallen sie fliegen wollen und fliegen sie dann 50 Prozent höher als sie es eigentlich könnten, dann haben sie noch 50 Prozent Reserve um einem zurufenden Kollegen ("Tieeefer!"...) einen Gefallen zu tun :-).

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4.2 Verhalten bei Verknüpplern

Wenn sie sich beim Training verknüppeln (= sie steuern falsch und verlieren in der Folge den Überblick, meist begleitet mit einem Adrenalinstoss) dann befördern sie ihr Modell SOFORT in eine vertraute Fluglage, holen sie die verlorene Flughöhe wieder auf, entspannen sie sich kurz und machen sie dann weiter. Dieses Verhalten wird auf Dauer zum Reflex, der ihnen im Tiefflug (ok, Verknüppler sollten da nicht mehr vorkommen, aber gelegentlich tuns sies doch) ihr Modell retten kann.
[-] Alle Piloten, die ich bisher erlebt habe, übersteuern (zu schnelle und zu grosse Ruderreaktionen) wenns eng wird. Übersteuern bedeutet fast immer Aufschaukeln, und ein Aufschaukeln verunmöglicht ein kontrolliertes Abfangen nach einem Verknüppler. Beginnen sie daher nach einem Verknüppler sofort mit dem Abfangen, bewegen sie die Ruder aber langsam (einen hauch langsamer als sie es eigentlich für richtig halten) und mit etwas zu kleinen Ausschlägen. So wirken sie der "Übersteuertendenz" ihres Kopfes entgegen und fangen ihr Modell optimal ab.
[-] Es mag durchaus sein, dass sie, wenn sie versuchen ihr Modell nach einem Verknüppler in der gerade trainierten Fluglage abzufangen, noch etwas dazulernen und insgesamt beim Fluglagentraining etwas schneller Vorwärtskommen. In Arbeitsflughöhe würde ein derartiges Abfangen auch funktionieren. Dummerweise verwendet ihr Kopf den so antrainierten Abfangreflex dann immer (Reflexe scheren sich nicht um Flughöhen ...) und in Bodennähe bedeutet das den Einschlag.

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4.3 Einstieg

Auch beim Einstieg kann man die Kosten wegen Modellbeschädigung mit einigen einfachen Regeln sehr weit drücken:
[-] Erlernen sie den Bauchflug entweder am Simulator oder in Echt zusammen mit einem erfahrenen Modellpiloten am Lehrer-Schüler-Sender oder mit einem quasi unzerstörbaren Modell (EPP-Nurflügler).
[-] Schnappen sie sich, falls sie am Simulator trainiert haben, für den Umstieg auf ihr erstes echtes Modell einen erfahrenen Modellpiloten, der ihr Modell auf Funktionalität prüft, einfliegt und die für sie geeigneten Ausschläge/Schwerpunkt einstellt.
[-] Eine Anleitung für den Einstig am Simulator gibts hier: Bauchflug .

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4.4 Start

Handstart im Winter
Handstarts mit Senderhandschuhen mit kleinen Handlöchern sind bei Modell(kunst)flugzeugen russisches Roulette, das ist nur eine Frage der Zeit bis sie die Hand nicht mehr rechtzeitig in die Windschutztasche bekommen. Auswege aus dieser Situation:
[-] Wenn sie Höhe und Quer auf einem Knüppel fliegen können sie sich einen Senderhandschuh zulegen, bei dem man die gesamte Oberseite wegklappen kann, so dass man den Sender ungehindert greifen kann. Klappen sie die Oberseite dann für den Start weg, werfen sie das modell und befördern sie es auf Sicherheitshöhe. Dort angekommen können sie mit Quer/Höhe herumgurken und mit der anderen Hand in aller Ruhe den Senderhandschuh schliessen.
[-] Sorgen sie dafür, dass das Senderhandschuh-Armloch für die Wurfhand gross genug ist (mind 15cm Durchmesser) und so weit ausgesteift dass sie auch dann noch sicher reinkommen wenn sie mit der Hand an den Rand des Lochs stossen.
[-] Als Alternative zur Sendertasche bieten sich Handschuhe an, bei Pultsendern funktionieren auch dicke Wollsocken mit einem Loch drin, die man über die Hände stülpt. Direkt nach dem Wurf fasst man mit dem ganzen Socken um den Knüppel, auf Sicherheitshöhe fädelt man den Knüppel dann durch das Loch im Socken und hat wieder volles Steuergefühl.
[-] Lassen sie sich ihr Modell von einem Helfer werfen.
[-] Weiteres zu Handschuhen und Senderhandschuhen finden sie auf der Seite Fingerwärmer .


Diverses
[-] Brechen sie bei Problemen (Modell bricht zur Seite aus, Modell springt zu stark etc.) den Bodenstart sofern noch möglich sofort ab, suchen sie die Uhrsache, stellen sie sie ab und starten sie erst dann erneut.
[-] Befördern sie die Senderantenne beim Wurfstart vorher aus der Schusslinie oder lassen sie sich ihr Modell von jemand anderem Werfen.
[-] Ziehen sie beim Bodenstart mit Modellen mit Zweibeinfahrwerk ev. am Anfang etwas Höhenruder (um einen Kopfstand zu verhindern) gehen sie dann aber ganz vom Höhenruder bis die Maschine genügend Fahrt aufgebaut hat und ziehen sie erst dann. Ein andauerndes Durchziehen des Höhenruders führt zum zu frühem Abheben und dann meist zum Strömungsabriss.

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4.5 Flug

Stürze
[-] Herumlaufen während dem Fliegen ist eigentlich immer ein erhöhtes Sicherheitsrisiko (ausser wenn sie vor einem falsch landenden Modell flüchten, dann ists ein deutlicher Sicherheitsgewinn ;-)).
[-] Wenn sie trotzdem herumlaufen, dann fliegen sie nur bekannte Figuren, damit sie sich mit einem Teil ihrer Gehirnkapazität aufs Laufen konzentrieren können.
[-] Benutzen sie auch bei Handsendern einen Sendergurt. Wenn sie Stolpern (auch wenn sie nicht fallen, kurzes Straucheln reicht schon) werden sie instinktiv beide Hände vom Sender nehmen um sich selber auszubalancieren. Da können sie nicht allzu viel dagegen machen. Ein Sendergurt erspart da das anschliessende lästige Suchen des Senders ;-).
[-] Sorgen sie dafür dass der Pultsender im Pult sicher fixiert (eingeklemmt, festgeschraubt, was auch immer) und nicht nur lose eingelegt ist, damit er auch im Pult bleibt wenns mal holprig wird (Wurfstart mit Anlauf etc.).


Insekten
[-] Dicht anliegende Sonnenbrillen schützen auch vor ins Auge fliegenden Insekten. An Tagen an denen ganze Käferschwärme unterwegs sind ist solch eine Brille auch bei bewölktem Himmel Pflicht.
[-] Falls es doch mal passiert und sie so ein Viech ins Auge bekommen: bleiben sie Ruhig, geben sie Gas, gehen sie in einen stabilen 30-Grad-Steigflug über und entfernen sie das Insekt. Wenn sie während dem Entfernen mal wegschauen müssen können sie auf das Motorengeräusch achten, damit sie nachher noch wissen wo das Modell ist.


Bäume
[-] Schauen sie als Fortgeschrittener beim Fliegen nicht mehr direkt auf das Modell sondern auf Fixpunkte in der Umgebung (das Modell behalten sie im Augenwinkel), so dass sie die Lage des Modells im Raum einschätzen können und "in den Weg springende" Bäume frühzeitig erkennen.
[-] Einsteiger, die dieses räumliche Sehen noch nicht beherrschen sollten nur in baumfreiem Gebiet trainieren.
[-] Fliegen sie nur vor/hinter einem Baum durch wenn sie sich absolut sicher sind dass ihr Modell davor oder dahinter ist. Fliegen sie ansonsten immer über die Bäume.
[-] Einsteiger, die Entfernungen noch nicht wirklich einschätzen können fliegen grundsätzlich nie vor Bäumen in der Nähe durch.


Verreisser am Höhenruder
[-] Sorgen sie dafür dass sie im Langsamflug kein Hindernis im Weg haben, so können panische Verreisser am HR gar nicht erst passieren.
[-] Wenn doch ein Hindernis kommt, hauen sie bei 3D-Modellen mit genügend Motorleistung das Gas rein, ziehen sie 1/2 Sekunden später das HR voll durch und fliegen sie im Harrier nach oben weg. Bei Normalmodellen erst Fahrt aufholen und dann kontrolliert ziehen.
[-] Falls sie keinen Platz zum Fahrtaufholen haben geben sie Gas, drücken sie und drehen sie seitlich weg.


Abenddämmerung
[-] Als Einsteiger sollten sie Flüge in der Abenddämmerung unbedingt vermeiden (Flüge bei Sonnenaufgang sind wesentlich unkritischer, da wird es ja während dem Flug ja immer heller).
[-] Als Fortgeschrittener sollten sie anfangs nur zur Landung und möglichst nahe bei sich unter den Horizont fliegen, wenn das klappt können sie den Abstand zu sich beim Flug unter dem Horizont dann langsam erhöhen.
[-] Eine gute Sonnenbrille, die den hellen Himmel genügend abdunkelt und gleichzeitig die Kontraste unter dem dunklen Horizont verstärkt hat schon so manches Modelleben gerettet.
[-] Lackieren sie Flugzeuge für die Abenddämmerung möglichst auffällig und sicher nicht in Tarnfarben oder Lichtgrau.
[-] Fliegen sie in der Abenddämmerung generell nicht zu weit von sich weg, auch über dem Horizont nicht.
[-] Trainieren sie das Fliegen in der Abenddämmerung mit einem günstigen und leichten Modell (Shockflyer), welches zur Not auch mal abstürzen darf. Sie werden erstaunt sein mit wie wenig optischen Informationen sie die Kiste noch in der Luft halten können.


Flug gegen die Sonne
[-] Verwenden sie eine gute, stark abdunkelnde und gleichzeitig kontrastverstärkende Sonnenbrille.
[-] Bei hoher Sonne sollten sie nur in ausreichend Sicherheitshöhe durchfliegen.
[-] Bei tiefstehender Sonne sollten sie nach Möglichkeit gar nicht durchfliegen, als Einsteiger aus Prinzip nicht.
[-] Behalten sie auch bei bewölktem Himmel das Wetter im Auge, auch hier kann die Sonne plötzlich durch ein Wolkenloch zum Vorschein kommen.


Festigkeit des Modells
[-] Bewegen sie ihr Modell nur im erlaubten Geschwindigkeitsbereich und behalten sie auch bei wilden 3D-Übungen immer den Gasknüppel im Auge. Die Geschwindigkeit, die ein Modellkunstflugzeug dabei mindestens aushalten sollte ist die Geschwindigkeit im senkrechten Sturzflug mit Standgas.
[-] "The Wall" bei Vollgas hält kaum ein Modell aus, bei weniger gas kommt es auf die Stabilität des Modells an.
[-] Testen sie das Modellverhalten innerhalb des erlaubten Geschwindigkeits- und Kreisradiusbereichs zuerst über menschenleerem Gebiet ausführlich aus. Es kann ja sein dass es ihnen die Kiste noch wegen einem Bau- oder Konstruktionsfehler zerlegt und wenn das der Fall ist hatte das Modell eh kein Recht auf ein langes Leben ;-).
[-] Sobald diese Tests abgeschlossen sind können (und sollten ) sie innerhalb des erlaubten Bereiches voll reinhauen, alles andere hemmt nur unnötig.


Kunstflug
[-] Alles, was sie sich im Simulator angewöhnen werden sie auch in Echt machen, das ist beim "durch sich durchfliegen" nicht anders. Daher sollte man auch im Sim lieber nicht durch sich durchfliegen.
[-] Machen sie sich nach längeren Sim-Phasen (Wochen, Monate...) zuerst langsam wieder mit dem echten Modell vertraut und fliegen sie nicht bereits nach 20 Sekunden alles am Simulator neu gelernte durch.
[-] Lackieren sie die Modelle für die ersten Synchronflug-Versuche möglichst unterschiedlich.
[-] Checken sie im Zweifelsfall mit einem Seitenruderschlenker oder einer halben Rolle ob sie beim Synchronflug wirklich ihr eigenes Modell anschauen.
[-] Wenn sie nach zu vielen schnellen Rollen die Orientierung verloren haben dann stoppen sie die Rollbewegung, fliegen sie 10m geradeaus und finden sie zur not mittels gezielten Höhen-/Tiefenrudersignalen heraus wo oben und unten ist.
[-] Eine unterschiedliche Farbgebung und Musterung von Ober- und Unterseite ist auch hier sehr hilfreich.
[-] Das Trudeln und das Ausleiten aus dem Trudeln sind normale Flugfiguren die sie wie jede andere Flugfigur auch intensiv trainieren müssen, um sie wirklich zu beherrschen.
[-] Bei den meisten Modellkunstflugzeugen Modellen genügt das Loslassen aller Ruder zum Ausleiten des Trudelns.
[-]Ziehen sie zum Ausleiten des des Trudelns auf keinen fall am Höhenruder, damit kommen sie nicht raus sondern verstärken das Trudeln.
[-] Bleiben sie beim Wechsel vom gutmütigen Funflyer auf die anspruchsvolle Kunstflugmaschine mit dem Kopf bei der Sache und checken sie nach längerer Pause immer zuerst das Abreissverhalten des Modells in Sicherheitshöhe.


Sonstiges
[-] Fliegen sie den Antriebsakku am Anfang nie ganz leer (den Empfängerakku sowieso nicht ;-)), so haben sie noch Reserve um bei einer vermurksten Landung nochmal durchzustarten.
[-] Falls es doch passiert müssen sie ihr Motor(kunst)flugzeug als Segelflugzeug mit beschissenem Langsamflugverhalten betrachten und immer mit genügend Fahrtreserve fliegen.
[-] Halten sie bei 35MHz-Sendern 1-2m Abstand vom nächsten Piloten oder richten sie die Antennen so dass sie sich nicht direkt berühren können.
[-] Passen sie beim Wechsel von einem Kleinen auf ein grosses Modell bei den nachfolgenden Flügen mit dem Einschätzen der Entfernung auf. Hier kann man sich grauenhaft verschätzen.
[-] Beachten sie immer Gasknüppelstellung und Motorengeräusch, so können sie ungewolltes Beschleunigen (z.B. beim auf-sich-zufliegen) frühzeitig bemerken.
[-] Checken sie im Voraus, wie lange der Sender nach dem ersten Warnton noch Energie hat, machen sie im Zweifelsfall beim ersten Warnton eine Notlandung.
[-] Lassen sie als Einsteiger das Modell NIE ins Lee fliegen sondern bleiben sie immer nur im Luv.
[-] Nehmen sie Nach dem Einschlag IMMER das Gas zurück, so kann zumindest der Elektromotor nach dem Aufschlag nicht noch weiteren Schaden anrichten. Gewöhnen sie sich dieses Gaszurücknehmen bereits am Simulator an, obwohl es dort sehr verlockend ist das Gas einfach stehen zu lassen damit man eine Sekunde später beim Start nicht mehr Gas geben muss ....
[-] Fliegen sie als Einsteiger gar nicht direkt über ihren Kopf, als Fortgeschrittener anfangs nur in genügend Sicherheitshöhe. Gerade für Kunstflugpiloten ist es aber sinnvoll, sämtliche Fluglagen irgendwann auch über dem Kopf zu trainieren.

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4.6 Landung

Landetraining
Trainieren sie die Landung unter ungünstigen Bedingungen regelmässig und am besten mit einem stabilen Trainermodell, welches sich ähnlich fliegt wie ihre sonstigen Modelle. Sobald sie diese Landetechniken blind beherrschen können sie auch ihr normales Modell hernehmen.

Ungünstige Bedingungen wären:
[-] Landung mit Rückenwind
[-] Landung mit Querwind
[-] Landung Quer zur Piste
[-] Landung neben der Piste
[-] Landung auf holprigem Untergrund
[-] Landung auf extrem schmaler Piste
[-] Landung bei starken Turbulenzen
[-] Landung bei ständig drehendem Wind
[-] Landung mit hohen Hindernissen in der Anflugschneise
[-] Landung steilem Endanflug (div. Methoden zum Höhevernichten: Vollkreis, Slip, ev. durchsacken, Querruder hoch etc.)
[-] Landung mit Überfahrt
[-] Landung mit extrem weiten, flachen Anflug (hier gibts gerne Strömungsabrisse)
[-] Landung mit Minimalfahrt nahe beim Strömungsabriss

Hinweise
[-] Tasten sie sich an alle oben genannten Landungsformen möglichst langsam heran (Beispiele: Für die Landung quer zu Piste können sie sich längs auf der Piste eine "Mini-Piste" abstecken und versuchen diese zu treffen, den Landeanflug mit Minimalfahrt können sie zuerst in Sicherheitshöhe Trainieren etc.).
[-] Beachten sie beim Landen mit Rückenwind: Landegeschwindigkeit = Windgeschwindigkeit + Modellgeschwindigkeit!


Neue Modelle
Versuchen sie mit neuen und noch nicht ganz vertrauten Modellen anfangs möglichst unter Optimalen Bedingungen zu landen.


Pausen
Checken sie nach einer längeren Pause vor dem Landen das Abreissverhalten ihres Modells in Sicherheitshöhe, um sich wieder an das Verhalten zu gewöhnen. Die Steuerreaktionen verlernt man in der Pause nicht, das Fingerspitzengefühl für den Strömungsabriss sehr wohl.

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4.7 Falsche Querruderlaufrichtung

Wenn ein Modell mit falsch herum laufenden Querrudern erst mal in der Luft ist hat ein Pilot mit Kunstflugerfahrung durchaus Chanchen die Kiste wieder heil runter zu bekommen:

[-] Sobald sie die falsche Laufrichtung in der Luft bemerken: Finger Weg von Querruder! Steuern sie das Modell ausschliesslich mit Höhe, Seite und Motor auf Sicherheitshöhe und weit weg von Menschen oder Tieren und kurven sie dort etwas herum, bis sie wieder klar denken können.
[-] Variante 1: Sofern sie einen Helfer haben der weiss wies geht und eine Fernsteuerung die das zulässt, dann kann ihnen der Helfer im Flug die Querruderlaufrichtung umpolen. Dabei sollte er aber genau wissen was er tut, ein bei dieser Aktion aus Versehen umgepoltes Höhenruder bedeutet das Ende des Modells.
[-] Variante 2: Gehen sie in den Harrier mit 30-40 Grad Anstellwinkel. Sollte sich das Modell dort nur mit Höhe und Seite steuern lassen (bei den meisten 3D-Modellen ist dies der Fall) können sie so anfliegen und im Harrier landen.
[-] Variante 3: Falls sie das Modell ohne Quer nicht im Bauchharrier halten können, dann fliegen sie ohne QR-Korrekturen im Flächenharrier/Messerharrier an, stellen sie das Modell über der Landebahn senkrecht ins Torquen und bitten sie einen Helfer es aus der Luft zu fischen.
[-] Variante 4: Machen sie eine normale Fahrtlandung, steuern sie dabei das Modell hauptsächlich mit Höhe und Seite und benutzen sie das QR nur zum gelegentlichen, ruckartigen "Geradelegen" des Modells. Falls ein Helfer vorhanden ist, so lassen sie sich von ihm die jeweils benötigte Ausschlagsrichtung fürs Querruder ansagen.

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5 Am Simulator

Wie ein Pilot sein Flugverhalten am Simulator und in Echt auseinanderhalten kann hängt sehr stark von der psychischen Veranlagung des jeweiligen Piloten ab:
[-] Typ 1 fliegt am Sim wie der letzte Henker, 50cm über dem Boden und mit einem Absturz pro Flugminute, in Echt kann er sich dann problemlos an die Sicherheitshöhe halten, wird nie übermütig und baut auch nie einen Absturz wegen einem Steuerfehler.
[-] Typ 2 Setzt alles was er am Simulator macht, also auch den Umgang mit der Sicherheitshöhe, in Echt 1:1 um ohne etwas dagegen tun zu können. Fliegt er am Simulator in 2m Höhe, dann sinkt sein Modell in Echt ebenfalls schnell auf 2m Höhe ab, auch wenn er tapfer versucht die Sicherheitshöhe einzuhalten. Und stürzt er am Sim alle 5 Minuten ab dann knallts in Echt auch mit schnöder Regelmässigkeit.

Ich selbst bin ein mittelschwerer Fall von Typ 2, speziell nach längeren Trainingsflügen am Sim (>2 Flugstunden) ohne Echtflug dazwischen fliege ich beim anschliessenden Flug genau gleich wie am Simulator (und kann kaum was dagegen tun).

Leute mit Typ 2-Veranlagung haben für den Echtflug drei Möglichkeiten:
[-] Sie Fliegen in Echt nur noch EPP-Modelle :-P
[-] Sie konzentrieren sich extrem darauf, die Sicherheitshöhe und alle anderen Regeln (richtiges verhalten bei Verknüpplern etc.) einzuhalten.
[-] Sie Fliegen am Sim genau so seriös wie in Echt.

Variante 1 scheidet spätestens nach einigen Jahren aus, absturzsichere Modelle gibts nur bis 1.3m Spannweite und sauber einfliegen und einstellen kann man das Ding dann auch nie, weil es bereits wieder knallt bevor man fertig eingestellt hat.
Variante 2 tönt zwar schön, funktioniert aber nicht. Spätestens wenn sie mehr als 20 Prozent ihrer Gehirnkapazität aufs Training verwenden geraten all die guten Vorsätze von wegen Sicherheitshöhe in Vergessenheit. Glaubt ihr nicht, is aber so ;-)).
Variante 3 tönt zwar langweilig, rückständig und mühsam, aber sie führt zum Erfolg. Daher:

Alle Typ 2-Piloten trainineren am Sim genau gleich seriös, vorsichtig und Sorgfältig wie sie das auch in Echt tun sollten, inkl. Sicherheitshöhe, korrektem Flugfenster und sauberen Landungen!

Tipps wie sie das am besten anstellen gibts hier.



6 Der Elektroantrieb

Für einen Elektroantrieb gibt es bei mir vier Betriebszustände:

1. Akku ist abgesteckt, Stromkreis ist getrennt, Antrieb kann nicht anlaufen. Diesen Zustand verwende ich zur Lagerung, beim Transport und bei Pausen auf dem Flugplatz.
2. Akku ist angesteckt, Propeller ist abgeschraubt. Diesen Zustand verwende ich für Einstellarbeiten in der Werkstatt, sollte der Motor dort unbeabsichtigt hochdrehen stört das so niemand. Vorteilhaft ist hier eine schnelle Montage-/Demontagemöglichkeit für den Propeller, dann kann man ihn wirklich konsequent immer abschrauben. S
3. Akku ist angesteckt, Propeller aufgeschraubt, das Flugzeug ist mit einem Seil gesichert, so dass es sich auch bei Vollgas nicht bewegen kann. Diesen Zustand verwende ich in der Werkstatt oder auf dem Flugfeld für Strom und Spannungsmessungen.
4. Akku angesteckt, Propeller aufgeschraubt, Modell ungesichert, Pilot behält das Modell ständig im Auge. Dies ist der Flugzustand :-).

Sofern sich das Modell IMMER in einem der vier obigen Zustände befindet ist die Gefahr durch Verletzungen oder Zwischenfälle durch unkontrolliert hochdrehenden Antrieb nur noch sehr gering.

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7 Der Gasknüppel

Standardmässig hat der Gasknüppel keine Rückstellfeder sondern eine Ratsche, die in ihn der Position hält wo man ihn loslässt. Da der Gasknüppel auf dem Sender ein im wahrsten Sinne des Wortes "herausragender" Gegenstand ist ist es mir (und allen anderen sicher auch) schon trotz aller Vorsicht schon öfters passiert, das den Gasknüppel versehentlich berührt und so den Motor gestartet habe....
Naja, eigentlich, wenn mans sich mal ganz in Ruhe überlegt:


Solange der Pilot den Gasknüppel nicht in der Hand hat ist es gröbste Fahrlässigkeit, ein "scharfes" Modelltriebwerk auf einem nicht von selbst zurückstellenden(!) und durch ungeschickte Handbewegungen jederzeit erreichbaren Knüppel zu haben. In etwa so absurd wie ein nicht zurückstellendes Gaspedal bei einem PKW, welches der Fahrer mittels Fussschlaufe jeweils wieder in die "Gas-raus"-Position ziehen muss.....

Aus diesem Schlamassel gibt es mehrere Auswege:

Lösung 1: Eine Rückstellfeder auf dem Gasknüppel, welche mindestens so stark ist, dass sie den Knüppel auch bei senkrecht hängendem Sender zuverlässig in Neutralstellung zurückzieht.
[-] Ein Gasknüppel mit Neutralstellung in der Mitte ist problemlos zu realisieren, man muss lediglich einen entsprechenden Mischer programmieren und die Rückstellfeder beim Gasknüppel einhängen.
[-] Einen Rückfedermechanismus, welcher die Neutralstellung hinten/vorne hat, müsste man sich selber bauen, soweit ich weiss bieten die Senderhersteller da nichts an. Da der Gasknüppel mit Neutralstellung in der Mitte aber problemlos funktioniert ist die Neutralstellung hinten/vorne eigentlich gar nicht nötig.


[] Lösung 2: Ein Gummiband am Sender, das mit einem Haken in den Gasknüppel eingehängt wird und ihn in die Nullposition zurückzieht. Einstellarbeiten und Checks am Boden macht man mit dem "gesicherten" Knüppel, für den Flugbetrieb entfernt man das Gummiband (die Gashand hält dabei den Gasknüppel während die andere Hand das Gummiband entfernt).


Lösung 3: Ein Motorschalter. Ist der auf "aus" funktionieren alle Servos und Zusatzfunktionen ganz normal, der Motor tuckert beim Verbrenner im Leerlauf und ist beim Elektro ganz abgestellt und das unabhängig von der Gasknüppelstellung. Bei Position "ein" kann man wie gewohnt mit dem Gasknüppel die Motorleistung regeln. Wenn man diesen Schalter erst Sekunden vor dem Start auf "ein" stellt und direkt nach der Landung/zum Platz rollen auf "aus" ist die Gefahr des unbeabsichtigten Gasgebens deutlich vermindert (um durch versehentliches Berühren einen Schalter umzulegen brauchts doch deutlich mehr).
Anstatt einem Schalter kann man auch einen Schieberegler verwenden, bei dem dann nur die vordersten 5mm "ein", der Rest "aus" bedeutet. Einen Schalter kann man noch durch versehentliches Berühren betätigen, einen Schieberegler kaum noch, dadurch ist der Schieberegler noch mal ein Stück sicherer.


Programmierbeispiel MC22 für eine Kombination aus Lösung 1 und Lösung 3
[-] Nur Mix Kanal -> Kanal 1 nur MIX, alle Anderen normal
[-] Geberschalter -> G1, Geb. 6*, Schieberegler 5mm vor den vorderen Anschlag, STO drücken, ev. => umkehren, so dass der Geber G1 mit Schieber hinten ausgeschaltet und mit Schieber vorne eingeschaltet ist.
[-] Freie Mischer -> KurvenMIX 5: K1->K1 : Beim Schalter mittels erweitertem Menu G1i wählen : Ausgang -100% für alle Knüppelpositionen
[-] Freie Mischer -> KurvenMIX 6: K1->K1, Beim Schalter mittels erweitertem Menu G1 wählen : Ausgang -100% für Knüppelposition -100% bis 0%, Ausgang linear von -100% bis 100% von Knüppelposition 0% bis 100%
[-] MIX akt. / Phase -> KurvenMIX 1: alle ja
[-] MIX akt. / Phase -> KurvenMIX 2: alle ja
[-] Servoanzeige -> Alle Situationen durchspielen und schauen obs geklappt
hat .

*Zuerst in der Servoanzeige schauen auf welcher Position der Schieberegler ist, bei mir wars G6.


Bei der MC22 hatte ich Lösung 3 mit Schalter in Betrieb, bei der Futaba 6EX 2.4 GHz verwende ich momentan Lösung 2. Lösung 1 hatte ich eine Zeitlang auf der MC22, sie hat problemlos funktioniert, allerdings war mir auf Dauer der längere Gasweg von Variante 3 doch lieber.

Zum Thema Gasknüppel habe ich im RcLine-Forum einen Thread [extern] aufgemacht.

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8 Auslegung, Bau, Betrieb

8.1 Reparaturen
Checken sie ein durch einen Absturz beschädigtes Modell vor der Reparatur genau durch, hier übersieht man nur allzu gerne Schäden, die dann beim erneuten Flug im schlimmsten Fall gleich den nächsten Absturz hervorrufen. Heisse Kandidaten für versteckte Schäden sind:
[-] Servogetriebe. Die können auch in der Vollausschlagsposition einen Zahn verlieren, daher beim Rudercheck aufpassen und das Ruder auch bei Vollausschlag durch leichten Druck mit dem Finger belasten. Ein eindeutiger Hinweis auf einen fehlenden Zahn ist ein wild ratternder oder einfach durchlaufender Servomotor ohne resultierende Ruderhebelbewegung, das für die Lageerkennung zuständige Poti hängt an der Hauptwelle des Servos, und wenn die Verbindung Hauptwelle-Motorwelle durch Zahnausfall im Getriebe gestört ist dann funktioniert dieser Regelkreis nicht mehr.
[-] Angebrochene Servohebel
[-] Angebrochene Ruderhebel
[-] Beschädigte Gelenke (Kugelköpfe, Gabelköpfe etc.)
[-] Lockere oder angebrochene Servohalterungen
[-] Angeknackste Ruderscharniere
[-] Angeknackste HLW oder Tragflächen-Aufnahmen
[-] Beschädigte Steckungsrohre
[-] Angebrochene Fahrwerksbügel oder Fahrwerkshalterungen
[-] Angerissene Motorhalterungen
[-] Beschädigte Akkuhalterungen

Checken sie ihr Modell auch nach jeder Harten Landung kurz durch, je härter die Landung desdo ausführlicher sollte der Check sein.

Gehen sie gerade bei Notreparaturen auf dem Flugplatz sehr gewissenhaft vor.


8.2 Empfängerakkus
Für den Ausfall eines Empfängerakkus im Flug gibt es eine ganze Reihe von Gründen:
[-] Wackelkontakt im Schalter im Empfängerakkukabel
[-] Ausgenudelte Stecker zum Empfänger
[-] Kalte Lötstelle am Stecker zum Empfänger
[-] Vor dem Flug beim am Ladegerät auf Entladen statt auf Laden gedrückt.
[-] Zellenausfall
[-] Kurzschluss durch falsche Verlötung der Zellen
[-] Wackler bei den Zellverbindungen (Lötstelle, Schweisspunkt)
[-] Empfängerakku durch die Fliehkräfte aus der Halterung gerissen, Stecker löst sich.
[-] Uralten, ewig nicht benutzten Empfängerakku einfach aufgeladen und verwendet.

Abhilfen
[-] Falls überhaupt nur hochwertige Schalter verwenden und ausgenudelte Exemplare sofort ersetzen
[-] Empfängerakku nicht direkt am Empfängerausgang Ein/ausstecken sondern hochwertigen Goldstecker in das Empfängerakkukabel einlöten und den Empfängerakku zum Laden dort Ein-/Ausstecken
[-] Vor dem Abstecken des Empfängerakkus vom Ladegerät immer die eingeladene Kapazität beachten und überlegen ob das sein kann.
[-] Verlötung der Einzelzellen kontrollieren.
[-] Empfängerakku immer ausreichend im Modell befestigen (Befestigung lieber etwas überdimensionieren).
[-] Empfängerakkus mit unbekanntem Ladezustand grundsätzlich als Leer betrachten.
[-] Kaufdatum und Zyklenzahl direkt auf dem Akku notieren.
[-] Akkus nach längerer Pause zuerst am Ladegerät Laden-Entladen-Laden, um zu schauen wie fit sie noch sind.
[-] Der Empfängerakku benötigt mehr Aufmerksamkeit und sollte noch ne Ecke hochwertiger sein als der Antriebsakku. Wenn der Antriebsakku ausfällt können sie das Modell gelegentlich noch landen, bei Empfängerakkuausfall eher weniger...


8.3 Querruderlaufrichtung
Ebenfalls ein heisser Kandidat für Abstürze sind falschherum laufende Querruder. Die Uhrsachen sind vielfältig:
[-] Ruderservo gegen ein anderes Fabrikat mit anderer Drehrichtung getauscht
[-] Ruderservohalterung geändert
[-] Beim Programmieren von Mischern am Sender Mist gebaut
[-] Ruderservos am Empfänger umgesteckt und die Einstellungen am Sender nicht geändert
[-] Querruderservos beim Aufbau am Platz falsch angeschlossen.

Abhilfe: Rudercheck für jede Flugphase vor jedem Flug .


8.4 Rudercheck
Machen sie den Ruderchek immer nach dem gleichen Schema und immer in Standard-Position (Modell steht auf dem Fahrwerk auf dem Boden, Pilot steht direkt dahinter). Bei anderer Modell-/Pilotenposition muss der Pilot einen Ruderausschlag immer in die Standardposition "zurückdenken", und jedes Zurückdenken ist eine potentielle Fehlerquelle. Ganz fies ists bei Modellen die auf dem Rücken liegend auf/abgebaut werden, wenn das HR da beim Ziehen hochgeht gehts im Flug dann leider runter...


8.5 Laden, Akkus
[-] Akkus gehen wenn überhaupt bevorzugt beim Laden hoch (z.B. wenn man ein falsches Ladeprogramm erwischt), daher Akkus NIE im Modell sondern immer in feuerfester Umgebung laden.

[-] Beachten sie nach dem Laden die eingeladene Kapazität und schätzen sie anhand der beim Letzten Flug geschätzt verbrauchten Kapazität ab, ob das sein kann. So können sie z.B. ein zu frühes Abschalten des Laders wegen falschem Lademodus vorzeitig bemerken.

[-] Betrachten sie Akkus mit unbekanntem Ladezustand grundsätzlich als leer.

[-] Die farbliche Kennzeichnung von Plus- und Minuspol ist auch bei an sich verpolsicheren Steckern sinnvoll.

[-] Mehrere identische Lipos können sie durch Nummerieren mit wasserfestem Filzstift kennzeichnen.

[-] Klemmen sie bei allen nicht im Einsatz stehenden Akkus mit Goldsteckern ein Kunststoffrohr oder einen isolierte Steckerbuchse auf den Stecker, um Kurzschlüsse zu verhindern.

[-] Kontrollieren sie die Fitness ihrer Akkus regelmässig (bei Lipos gibt die einladbare Kapazität nach dem Leerfliegen gute hinweise, gehts mit der von Flug zu Flug steil bergab ist der Akku hinüber) und entsorgen sie alte Akkus rechtzeitig.

Um zu verhindern dass ihnen der Akku in der Luft leer wird gibt es mehrere Möglichkeiten:
[-] Stellen sie sich am Sender (oder an einer externen Stoppuhr) einen Timer ein, der nach der Zeit alarm schlägt, nach der beim entsprechenden Flugstil noch 20 Prozent Restenergie im Akku sind.
[-] Installieren sie im Modell einen Strom/Spannungsmesser, der, nachdem 80 Prozent der Energie entnommen wurde, z.B. via Blinklicht auf dem Modellrücken alarm schlägt.
[-] Bei Slowflyern, die man auch bei ausgeschaltetem Motor überall landen kann können sie den Akku auch bis zum bitteren Ende leerfliegen.


8.6 Funkstrecke
[-] Quarze sollten sie, vor allem wenn sie sie gelegentlich wechseln müssen oder wenn der Empfänger im Betrieb hohen Beschleunigungen ausgesetzt ist, mit Klebeband sichern. Ein Empfänger mit rausgefallenem Quarz wirkt doch etwas orientierungslos...

[-] Verlegen sie die Empfängerantenne zugfrei und bei grösseren Modellen geschützt (Bowdenzugrohr) und kontrollieren sie sie regelmässig. So verhindern sie ein Durchreissen/Durchscheuern oder bemerken es, falls es doch passiert, noch vor dem Start.

[-] Brechen sie bei unerklärlichen Zuckern beim Startcheck den Start ab und stellen sie die Ursache der Zucker ab.

[-] Verwenden sie immer einen Quarz pro Empfänger, die Umsteckerei zwischen verschiedenen Modellen provoziert Wackelkontakte, das ist russisches Roulette.

[-] Packen sie den Empfänger bei Motormodellen dick in Schaumstoff ein, gerade der Quarz ist extrem vibrationsempfindlich.

[-] Kontrollieren sie bei Pultsendern die Schraubverbindung der Antenne und den Kugelkopf regelmässig auf korrekten Kontakt. Diese Punkte werden häufig bewegt und neigen dazu, nit der Zeit auszunudeln.


8.7 Elektronik
Lötstellen mögen keine dauerhaften Schwingungen, mit der Zeit besteht die Gefahr dass Lötstellen brechen können.
[-] Sorgen sie durch sorgfältiges Auswuchten von Propeller und Motor(!) dafür dass möglichst wenig Vibrationen entstehen.
[-] Hindern sie die dennoch entstehenden Vibrationen durch Gummielemente am übergreifen auf die Zelle.
[-] Koppeln sie die Elektronikteile so gut wie möglich von der Zelle ab: Empfänger in Schaumstoff einpacken, Servos in Gummitüllen Montieren, Regler gedämpft befestigen.

Mechanische Schalter sind potentielle Wackelkontakte. Ich verwende momentan gar keine Schalter, falls es je man sein muss dann wahrscheinlich elektronische. Es soll aber auch Fabrikate geben die bei einem Wackler automatisch auf "EIN" gehen (während dem die normalen Fabrikate bei Fehlfunktion auf "AUS" gehen...)


8.8 Kurzschlüsse
Ein Kurzschluss von wenigen Sekunden genügt bereits, um einen Lipo zu killen. Daher ist hier höchste Vorsicht geboten. Im Folgenden einige Kurzschlussquellen samt Lösungsvorschlägen:

[] Goldstecker 1: Isolieren sie die Goldstecker ausreichend mit Schrumpfschlauch. Zum Transport und Lagerung können sie über die 2mm Stecker ein Stück 2mm Bowdenzugrohr stecken.






[] Goldstecker 2: Auch beim Zusammenstecken kann man prima einen Kurzschluss bauen, indem man zuerst den Stift des Reglers in die Buchse des Akkus steckt und dann mit dem Stift des Akkus aus Versehen den Stift des Reglers berührt. Daher sollte man beim Anstecken immer zuerst den Stift des Akkus einstecken und beim Abstecken immer zuerst die Buchse des Akkus abstecken.


[] Schraubstecker: Bei geschraubten 4mm-Buchsen (z.B für Ladekabel) kann man bei Berühren der beiden Schrauben wunderbar Kurzschlüsse bauen. Daher die Schrauben immer mit Klebeband isolieren.





8.9 Diverses
[-] Achten sie bei Trainern vor jedem Start auf die Gummibänder zur Tragflächenbefestigung, pflegen sie sie (Talkum) und ersetzen sie wegen UV-Strahlung rissig gewordene Gummis. Ein Trainer, bei dem im Flug die Flächengummis reissen fliegt nachher nur noch ballistisch...

[-] Sicherheit wiegt. Ruderanlenkungen, Kabel, Empfängerpolsterungen und besonders belastete Teile der Zelle (Tragflächenaufnahme etc.) sollten sie trotzdem etwas überdimensionieren.

[-] Die Antenne bei Pultsendern nudelt durch das ständige Ein-Ausdrehen und das Richten des Kugelgelenkes irgendwann aus. Überprüfen sie daher gelegentlich den Kontakt und ersetzen sie ausgenudelte Antennen/Kugelgelenke.

[-] Kontrollieren sie nach einer Landung im hohen Grass die Propellernabe und das HLW, da bleiben gelegentlich Andenken hängen :-)

[Yak] [Yak]

[-] Sichern sie beidseitig auf Gewindestangen aufgeschraubte Gabelköpfe oder Kugelköpfe mit je einer Kontermutter, Schrumpfschlauch oder Ähnlichem, da sich sonst die Gewindestange durch die Vibrationen herausdrehen Kann. Als alternative können sie auch nur eine Seite schraubbar machen und die andere Fix, dann kann sich nichts mehr rausdrehen.

[-] Vorsicht bei CFK-Gehäusen, hier besteht systembedingt Kurzschlussgefahr (RcGroups) [extern]

[-] Um zu verhindern, dass sich der Rumpf beim Fahren mit Ski mit Schnee füllt muss man die Rumpföffnungen entsprechend abdecken.

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9 Transport/Aufbewahrung

Mit einer Transportkiste für Modellflugzeuge ist ein für allemal Ruhe mit den Transportschäden. Weiter kann man diese Boxen prima Stapeln und hat somit das Aufbewahrungsproblem auch gleich gelöst.

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10 Einstellungen für den Erstflug

Ruderausschläge und Expo
Bei zu grossen Ruderausschlägen fällt man mit dem Modell wegen Überreaktion vom Himmel, bei zu kleinen fällt man nach einem Steuerfehler, den man wegen den zu kleinen Ausschlägen nicht mehr korrigieren kann ebenfalls vom Himmel. Bei zu wenig Expo schwingt sich die Maschine wegen zu direkten Ruderreaktionen auf, bei zu viel Expo schwingt sie sich wegen zu indirekten Ruderreaktionen auf.
Trotzdem muss man für den Erstflug irgendwelche Ausschläge und Expowerte wählen...

Ein recht gangbarer Weg aus diesem Schlamassel:
[-] Herstellerangaben (falls vorhanden ...) als groben Richtwert nehmen.
[-] Sich Bei anderen Modellpiloten, die dasselbe Modell besitzen, erkundigen was sie so für Ausschläge und Expowerte fliegen. Dabei immer beachten dass die Vorlieben gerade beim Expo gewaltig auseinandergehen und der Null-Expo-Typ ein Modell mit 70 Prozent Expo genauso schnell versenkt wie ein Expojunkie ein Modell mit 0 Prozent Expo.
[-] Modellkunstflugzeugen sieht man meist nicht direkt an wieviel Expo sie brauchen, zwei sehr ähnlich aussehende Modelle können ganz unterschiedliche Expowerte benötigen.
[-] Je steifer Ruder und Ruderanlenkungen desdo mehr Expo braucht die Maschine.
[-] Aussagen wie: "Reagiert auf Höhe extrem direkt" oder "braucht ordentlich Querruder um rumzukommen" liefern, sofern von mehreren Piloten unabhängig voneinander vorgebracht, wertvolle Hinweise für die Wahl der Ausschläge.
[-] Für die Ersten Flüge legt man sich mittels Dual-Rate oder Flugphasen 2-4 verschiedene Einstellungen für Ausschläge und Expo zurecht (1x mittlere Ausschläge mit wenig Expo, 1x mittlere Ausschläge mit viel expo, 1x grosse Ausschläge mit mittlerem Expo und 1x grosse Ausschläge mit viel Expo). So kann man beim Erstflug auf Sicherheitshöhe umschalten und findet mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Einstellung, mit der man sicher landen kann.


Schwerpunkt
Die Hersteller geben den Schwerpunkt MEISTENS zu kopflastig an, ein pauschaler Zuschlag nach hinten ist trotzdem fehl am Platz, einige Hersteller geben auch den korrekten Schwerpunkt an. Die fliegbaren Schwerpunktbereiche lassen sich heute mittels einfachen PC-Programmen relativ präzise berechnen, gerade bei grösseren Modellen lohnt sich daher eine Berechnung.

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[-] Rudolf Fiala: Störungsvermeidung 1: Persönliche Strategien [extern]
[-] MC Breitenbrunn: Fehler und ihre möglichen Ursachen [extern]

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[Copyright] Fabian Günther
www.fabian-guenther.ch