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Modellflugsimulatoren

Version 12, 18.02.2008

Professionelle Modellflugsimulatoren (Reflex, Aerofly etc.) sind mittlerweile grafisch und simulationstechnisch sehr ausgereift, so dass Kunstflugtraining problemlos möglich und auch sinnvoll ist. Auf dieser Seite möchte ich Tipps zu Auswahl und Einstellung sowie zum Kunstflugtraining mit diesen Modellflugsimulatoren geben.


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Inhalt

1 Flugsimulatoren auf dem Markt
2 Eigenschaften des AFPD
         2.1 Stärken
         2.2 Schwächen
3 Tipps zum Simulatortraining
4 Hinweise für lange Simulatortrainings
5 Externe Links


1 Flugsimulatoren auf dem Markt

Im RcLine-Forum [extern] sowie im RcSim-Forum [extern] gibts massig Informationen zu allen gängigen Flugsimulatoren.

Aus dieser Simulatorfülle möchte ich mal zwei herauspicken:
[-]   FMS [extern]: Dieser Simulator ist kostenlos. Die Grafik ist anfängliche Flugtraining ausreichend, die Flugphysik auch. Die Flugphysik ist zwar wesentlich simpler gestrickt als bei den käuflichen Modellflugsimulatoren, im Vorwärtsflug enthält sie aber alle Elemente die ein Einsteiger braucht, um sich das Bewegungsschema für den Bauchflug anzueignen.
[-] AFPD [extern]: Mein Modellflugsimulator, mit ca. 250 SFR alles andere als günstig, dafür auch sehr leistungsfähig. Eine detailierte Beschreibung finden sie im nächsten Kapitel.

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2 Eigenschaften des AFPD

Da ich selber nur den AFPD nutze bezieht sich alles Folgende auf diesen Simulator. Da sich die professionellen Flugsimulatoren jedoch recht ähnlich sind lässt sich sicher Vieles problemlos übertragen.

2.1 Stärken

Geringe Kosten beim Training
Dadurch, dass nur Kosten für den Senderakku sowie für den PC-Betrieb anfallen ist das Training am Flugsimulator deutlich günstiger als in echt.

Trainings mit fast beliebiger Länge möglich
Der limitierende Faktor ist hier die Kapazität des Senderakkus, meistens aber eher die Konzentration des Piloten. Am Simulator sind Trainingseinheiten mit fast beliebiger Länge möglich, Akkuwechsel/Nachtanken entfallen. Gerade wenn sie in kurzer Zeit weiter kommen wollen ist das ein enormer Vorteil gegenüber dem reinen Training in echt.

Geringe Aufrüstzeit
Da die Fahrt zum Flugplatz sowie Tanken/Akkupflege und Auf-/Abrüsten beim Simulator entfällt ist der Pilot innert kürzester Zeit in der Luft.

Grosser Modellpark
Am AFPD stehen dem Piloten eine Vielzahl unterschiedlichster Modelle zur Verfügung, welche er in Echt weder alle bauen noch bezahlen könnte. Sofern die Modelle sauber programmiert sind eignet sich der AFPD auch hervorragend um mal in andere Modellflugbereiche reinzuschnuppern.

Keine Kosten beim Absturz
Das ist für viele DAS Argument für einen Flugsimulator. Nach einem Absturz steht das Modell nach 1-60 Sekunden (einstellbar :-)) wieder unbeschadet auf der Piste, finanzieller Verlust und Bauaufwand sind gleich null, das Training kann sofort weitergehen. Gerade für einen Anfänger ist es elementar, dass er beim Erlernen der ersten Fluglage und beim darauffolgenden Ausloten der eigenen Grenzen nicht viel Zeit und Geld durch Abstürze verliert.

Entspanntes fliegen
Durch den fehlenden Schaden bei Abstürzen lässt es sich entspannter fliegen, sie können ein höheres Risiko eingehen und lernen etwas schneller.

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2.2 Schwächen

Die Panik in echt
Mit dem Simulatorflug ist es wie mit Kletterübungen auf Bäumen. Solange sie mit einem Seil gesichert sind und auch im dümmsten Fall nicht sonderlich tief fallen (= Simulatorflug), ist das Klettern auf Bäumen recht angenehm. Sobald aber die Seilsicherung fehlt und jeder Fehler schwerwiegende Konsequenzen haben kann (= Flug in echt) wird das Klettern auf Bäumen zur Paniksache, vorher absolut einfache Kletterrouten werden plötzlich unüberwindbar, Fehler und Hirnblockaden schleichen sich ein, der Kletterer leistet deutlich weniger als im angeseilten Zustand.
Nun ist es glücklicherweise so, dass bei Fehlern im Modellflug meist nur das Modell schaden nimmt und sie für einen Absturz aus Sicherheitshöhe auch eine ordentliche Anzahl grober Schnitzer aneinanderhängen müssen. Das Grundproblem bleibt aber, in Echt kommt bei Figuren frisch ab Simulator oft Panik auf.

Simulation
Das Flugverhalten der Simulatormodelle ist systembedingt nur eine Annäherung an die Realität und wird mit wenigen, im Vergleich zur Realität relativ simpel gestrickten Algorithmen und wenigen Kranftangriffspunkten am Modell simuliert. Eine Simulation der Luftströmungen überfordert (sofern die Formeln dafür überhaupt bekannt sind) auch heute noch ganze Rechenzentren...
Simulatormodelle bewegen sich nicht zwingend einfacher, aber simpler und voraussehbarer als Echte. In einer bestimmten Fluglage wird im Simulator bei identischen Ruderkommandos immer dieselbe Reaktion folgen, in Echt ist in erster Näherung auch so, die Modellreaktionen sind hier aber viel variantenreicher. Als Einsteiger merkt man diesen Unterschied noch nicht derart und nervt sich daher auch nicht darüber, je mehr Flugerfahrung man hat desdo stärker beginnt man dieser "Vereinfachungen" am Sim zu spüren.

Die Simulation im AFPD ist bei den Kunstflugzeugen gut gelungen, einige Kritikpunkte gibt es aber:
[-]   Die Kunstflugmodelle fliegen allesamt zu neutral, d.h. die Betätigung eines Ruders hat meist nur Auswirkungen auf eine Achse. In der Realität werden aber je nach Fluglage alle Achsen beeinflusst.
[-] Das Flugverhalten bei turbulenter Strömung ist sehr unterschiedlich gelöst. Im Harrier wurde die Pendelbewegung um die Querachse sehr gut umgesetzt, im Messerflug haben die Programmierer so Ekligkeiten wie gegenseitige Beeinflussung von Ruderausschlägen, Rausdrehen und Abkippen schlicht nicht berücksichtigt [haemmernd].
[-] Die Modelle fliegen zu "ruhig", will heissen, die ganzen kleinen Schlenker, Schüttler, Wegdrifter und Abkipper (gerade im Torquen bei leicht böigem Wind "schüttelt" es meine Slowies in Echt manchmal regelrecht durch, auch drehen sie manchmal 1/2 bis 1 Umdrehung entgegen der eigentlichen Drehrichtung, ohne das ich das Querruder betätige), welche in Echt durch Luftwirbel, Verformung der Zelle und andere Effekte zustande kommen, fehlen im AFPD vollständig. Gerade diese Unsauberkeiten machen einen grossen Teil des Reizes am Fliegen in Echt aus und deren Fehlen lässt längere Sim-Trainings elend langweilig werden.
[-] Beim Strömungsabriss verhalten sie die Motormodelle ausnahmslos viel zu gutmütig. Sie sacken lediglich leicht durch oder nicken im Extremfall leicht über eine Fläche weg. In Echt reissen nur Shockflyer und Anfängersegler so ab, bei allen anderen Modellen ist der Abriss heftiger und unangenehmer, das geht bis zum Abschmieren mit 30m Höhenverlust...
[-] Gewisse zusätzlich heruntergeladene Modelle weisen ein recht ulkiges Flugverhalten auf, da hat der Ersteller meist schlicht die Parameter falsch eingestellt...

Zum Erlernen der Bewegungsmuster stören diese Punkte kaum, beim beim Optimieren der Bewegungsmuster stören sie je nach Fluglage mässig (Harrier), heftig (Torquen) oder verunmöglichen das Optimieren am Simulator (Messerflug).

Räumliches sehen
Das Geschehen im Simulator wird zwar dreidimensional simuliert, das Bindeglied zwischen Simulator und Pilot ist jedoch immer eine ebene Leuchtplatte (= Bildschirm) auf der räumliches Sehen ohne 3D-Brille nicht möglich ist. Der Pilot kann dies zwar einigermassen kompensieren (Modellgrösse, Schattenwurf, Bauchgefühl), die räumliche Einordnung eines Simulatormodells bleibt jedoch schwierig. Solange der Boden in Sicht bleibt und das Modell einigermassen nahe beim Piloten ist geht das, ohne Boden oder in grosser Entfernung wirds dann schnell übel. Daher eignet sich der Simulator hauptsächlich zum Training der Motorik nahe am Boden und nahe beim Piloten, räumlich ausgedehnte F3A-Programme sind kaum sinnvoll trainierbar.
Zum Fehlenden Raumgefühl tragen weiter das begrenzte Sichtfeld (der Bildschirm ist viel kleiner als unser Sichtfeld), die im Vergleich zum realen Flug geringe Bildschirmauflösung bei.

Schlechte Angewohnheiten
Eine grosse Falle bietet jeder Flugsimulator systembedingt: Alle Fluglagen, alle Trainingsmethoden und alle Unarten die sie sich am Simulator angewöhnen werden genauso tief in ihr Gedächtnis einbetoniert wie wenn sie das in Echt trainieren würden. In Echt will ihr Kopf was sie am Sim trainiert haben automatisch anwenden, leider auch alle unschönen Angewohnheiten, welche im Sim nicht stören jedoch in Echt für Modell und Pilot(!) tödlich sein können. Wenn sie am Simulator ständig durch sich durchfliegen wird es auch in Echt früher oder später knallen. Und wenn der Zusammenstoss dann erfolgt bleibt nur zu hoffen dass man einen Slowflyer fliegt und das ganze mit blauen Flecken endet. Ein Zusammenstoss mit einer 3m Maschine kann sehr schnell tödlich enden. Auch derartigen Blödsinn wie das absichtliche Erden des Modells nach einer versauten Figur zum Frustablassen werden sie in Echt irgendwann unfreiwillig machen, sofern das im Sim ihr Standardritual ist.

Turbulenzen
Die Turbulenz-Simulation im AFPD ist leider grauenhaft schlecht programmiert:
[-]   Während die Modelle hin Echt durch Turbulenzen regelrecht hin und hergeworfen werden beschleunigen sie im AFPD sehr langsam und viel zu gleichmässig auf "Turbulenzgeschwindigkeit", das Abbremsen geschieht dann ähnlich lahm.
[-] Im AFPD sind nur die grossräumigen Luftverschiebungen (>3m) programmiert, die kleinen Wirbel die das Schütteln des Modells in Echt hervorrufen fehlen im AFPD vollständig.
[-] In Echt nehmen Turbulenzen in Bodennähe ab, wird das Modell in 10m Höhe z.B. noch um +-3m angehoben/abgesenkt, sinds in 1m Höhe nur noch +-0.5m. Die AFPD-Turbulenzen laufen einfach stur mit ihren 2-5m/s bis zum Boden durch, Landetraining ist bei derartigen Turbulenzen schlicht nicht möglich.

Der Ton
Die Antriebs-Tonspur der AFPD-Modelle ist von der Qualität her sehr unterschiedlich, aber selbst die "besten" Tonspuren tönen noch wie frisch aus der Konserve, also mehr oder weniger grauenhaft. Weiter kommt dazu, dass der Klang nicht von der Vorwärtsbewegung des Modells sondern nur von der Gasknüppelstellung abhängig ist, die vielen Nuancen, das leichte Flattern, Schnattern, Säuseln und Klopfen sowie die ganzen Zusatzgeräusche der Verbrenner, also all die Geräusche, die den Propellersound so unwiderstehlich machen :-) fehlen vollständig. Servogeräusche und Rauschen des Modells im schnellen Flug oder bei Rollen haben die AFPD-Programmierer schlicht vergessen.
Weiter kommt dazu, dass es neben dem Propellergeräusch im AFPD totenstill ist, kein Windgeräusch, kein Vogelgezwitscher, Wasserrauschen, gar nichts. Für den gemütlichen Flug zwischendurch stört das nicht, bei Stundenlangen trainings fühlt man sich ohne die vertrauten Umgebungsgeräusche im Simulator schrecklich einsam :-(.

Positiv ist aber zu vermerken, dass die Tonhöhe von der Modellgeschwindigkeit relativ zum Piloten (das Abfallen des Tons beim "an sich Vorbeifliegen") und von der Distanz Modell-Pilot abhängt, und das diese Abhängigkeiten recht gelungen ausgeführt sind.

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3 Tipps zum Simulatortraining

Markierungen (AFPD)
Um sich für das Figurentraining einen Bezugspunkt zu schaffen, können sie diesen mit einem Simulatormodell markieren. Fahren/Fliegen sie dazu an die entsprechende Stelle, platzieren sie das Modell dort so wie sie es möchten und nehmen sie einen 2 Sekunden-Film dieses Modells auf (zum Starten und Stoppen der Aufnahme jeweils die Taste "R" drücken). Nach Beenden der Aufnahme platziert der AFPD eine Kopie ihres Modells an der Stelle, an der die Aufnahme beginnt, gleichzeitig können sie mit ihrem Modell ganz normal weiterfliegen. Diese Kopie ist ab jetzt ihre Markierung (welche auch bei Abstürzen erhalten bleibt ;-)).

Verfolger (AFPD)
Laden sie im AFPD eine 3m 3D-Maschine und eine 3D-Landschaft mit Gebäuden ("USA" etc.). Fliegen sie im Verfolgermodus in einer bestimmten Fluglage durch die Häuserschluchten hindurch, später auch zwischen Brückenpfeilern und versuchen sie auf den Hausdächern oder an den Wänden zu landen. Diese Verfolgungsflüge sind ein hervorragendes Koordinationstraining.
[-] Die Ruderausschläge müssen sie in der Verfolgerposition etwas reduzieren und das Expo ordentlich hochschrauben, mit den Einstellungen aus der "fester Beobachter"-Position fliegt das Modell eindeutig zu agil.
[-] Fliegen sie zuerst in die Stadt hinein, landen sie auf einer Strasse und drücken sie die "Position-Merken"-Taste. Nach einem Crash positioniert der AFPD das Modell dann wieder an dieser Stelle, so dass sie nicht nach jedem Crash den ganzen Weg vom Flugplatz zur Stadt fliegen müssen.

Typ 2-Piloten
Wenn sie in Echt automatisch so fliegen wie am Sim und nichts dagegen tun können (Typ 2-Pilot) dann müssen sie m Simulator zwangsläufig die gleichen Flugregeln beachten wie im Echtflug auch. Hierzu noch ein paar Tipps:
[-]   Um die Orientierung behalten zu können brauchen sie bei ebenen Fluglagen/Figuren immer den Boden im Blickfeld. Stellen sie daher im AFPD das "Blickfeld" auf 0.00 (= Bildzoom so klein wie möglich) und die "Modellhöhenabhängige Kameraführung" auf 100 Prozent (= Je höher das Modell fliegt desdo näher fliegt es am oberen Bildschirmrand, folglich hat man unten länger den Boden im Bild.
[-] Auch mit diesen Massnahmen ist das Modell in Sicherheitshöhe schon recht klein. Verwenden sie daher einen möglichst grossen Bildschirm mit guter Auflösung, stellen sie die Grafik-Qualität aufs Maximum, schalten Sie die "Modellreflexionen" ein und setzen sie sich relativ nahe vor den Bildschirm.
[-] Öffnen sie für das Fliegen auf Sicherheitshöhe im AFPD gelegentlich die "Fluginfo", lassen sie sich dort nur die Flughöhe anzeigen und verschieben sie das Fluginfo-Fenster mit der Maus direkt neben das fliegende Modell, so dass sie die Flughöhe im Flug problemlos kontrollieren können.
[-] Die Flughöhe und die ganzen anderen Regeln am Sim konsequent durchzuziehen erfordert einiges an Überwindung. Schreiben sie sich zur Kontrolle in ihr Flugtagebuch neben den am Sim geflogenen Minuten/Stunden jeweils auch die Anzahl Abstürze auf (Bodenberührungen, bei denen ein echtes Modell im Gegensatz zum Sim-Modell kaputt gegangen währe zählen ebenfalls als Abstürze). Das Ziel ist dabei, längerfristig absturzfrei zu fliegen, bei mehr als einem Absturz pro Flugstunde sollten sie dringend ihre Trainingsmethoden überdenken.

Oft genug in Echt fliegen
Fliegen am Simulator unterscheidet sich bezüglich Risikobereitschaft des Piloten (es kann ja nichts kaputt gehen...) und Handling des Modells (Aufbau, Abbau und Wartung des Modells fehlen, kleine Schäden nach einer harten Landung, ausleiernde Anlenkungsteile und die vielen anderen kleinen Ekligkeiten ebenfalls) deutlich vom Fliegen in echt. Sorgen sie daher dafür, das auf eine Flugstunde Simulator mindestens 5 Minuten, besser 15 Minuten Echtflug kommen. So können sie das am Sim gelernte regelmässig auf ihr echtes Modell in Übertragen, bleiben mit dem Modell vertraut und laufen weniger Gefahr, sich nach mehrstündigem Simulatortraining in echt gnadenlos zu überschätzen ;-).

Mit der Panik in echt umgehen
Gegen die Absturzangst in Echt ("Aber am Sim gings doch so gut und in Echt bin ich vor lauter Panik wie gelähmt...") helfen möglichst viele Flugstunden in Echt. Nehmen sie sich viel Zeit für ein neues Modell und machen sie sich mit seinen Eigenschaften, Vorzügen und Grenzen vertraut. Das Vertrauen in das Modell kommt dann mit der Zeit von ganz alleine, bei den einen geht das schneller, bei den Anderen dauert das recht lange. Aber irgendwann klappt es.

Fluggeräusche ergänzen
Um die bescheidene Geräuschkulisse des Simulators etwas aufzupeppen empfehle ich folgendes: Stellen sie den Ton gerade so laut dass sie ihn noch zuverlässig hören können, lassen sie ihn über Lautsprecher (schlechte Lautsprecher wie z.B die eingebauten im Laptop eignen sich fast besser als eine High-End-Anlage) und keinesfalls über Kopfhörer laufen und machen sie das Fenster auf, so dass Umweltgeräusche zu ihnen dringen können. Eine weitere Möglichkeit ist das Training mit dem Laptop irgendwo in freier Wildbahn, im Wohnzimmer oder sonst an einem Ort wo ein bisschen was los ist. Hier sollten sie (aus Rücksicht auf die anderen) den Motorensound per Kopfhörer hören, verwenden sie dann aber nach Möglichkeit einen Kopfhörer der möglichst viele Umgebungsgeräusche noch durchlässt (keine Ohrenstöpsel!).

Die Modellwahl
[-]   Legen sie Sich einen "Modellpark" von 3-4 Modellen zu, die einen möglichst breiten Bereich an kunstflugfähigem Gerät abdecken. Wählen sie dann für das STP einer Figur/Fluglage/Flugprogramm ein Modell aus und ziehen sie das STP mit diesem Modell durch. Sobald das STP funktioniert können sie das BFP abwechselnd mit dem gesamten "Modellpark" fliegen, so dass sie es am Schluss mit allen Modellen in etwa gleich gut beherrschen.
[-] Mit dieser Vorgehensweise stressen sie ihr Gehirn während dem schwierigen STP nicht mit ständigen Modellwechseln und können andererseits das Steuerschema im BFP "verbreitern", so dass sie es dann mit verschiedensten Modellen fliegen können. Je verschiedener diese Modelle sind, desdo einfacher fällt dann auch die Umsetzung des gelernten in Echt.
[-] Mein "Modellpark" im AFPD besteht aus einem Slowflyer (Slowride), einer 1.5m Kunstflugmaschine, einer 3m-Kiste (Extra oder Yak) und einem F3A-Modell bzw. einem Jet.

Der Pausenfüller
Durch die kurze Aufrüstzeit eignen sich Flugsimulatoren hervorragend, um kleinere und grössere Pausen zu füllen. Drehen sie doch, anstatt fernzusehen oder planlos im Internet zu surfen, lieber eine kleine Runde im Sim. Selbst wenn das nur 5 Minuten sind, mit der Zeit kommt da einiges an Flugzeit zusammen und sie haben sicher mehr davon als wenn sie in der Zeit zappenderweise vor der Glotze versauern würden ;-).

Schummeln
Verkneifen sie sich, am Sim zu bescheissen. Sorgen sie dafür dass ihr Bild nicht ruckelt (dann bewegt sich das Modell langsamer und somit einfacher) setzen sie die Simulationsgeschwindigkeit auf 100 Prozent und fangen sie gar nicht erst an, in heiklen Situationen die Pausetaste zu betätigen, die haben sie nämlich in Echt nicht.

Rechtzeitig Aufhören
Versuchen sie auch nicht so lange zu fliegen bis es knallt. Durch die fehlende Modellbeschädignung beim Absturz verleitet sie der Simulator geradezu zum sehr riskanten fliegen, aber Modelle kann man auch im Sim kontrolliert landen ;-) und davon sollten sie Gebrauch machen. Landen sie alle 5-10 Minuten, lüften sie den Kopf kurz durch und machen sie dann weiter. Auch am Sim sollten sie irgendwann gleich viele Landungen wie Starts hinlegen können :-).

Steuerung
Modellflugsimulatoren bieten heute die Möglichkeit, das Modell mit dem Sender zu steuern. Alle anderen Steuerungsarten (Joysticks, Tastatur....) gehen zwar grundsätzlich, sind aber zum fortgeschrittenen Training nicht geeignet. Benutzen sie zum Training daher immer einen Sender, am besten den den sie sonst auch zum Fliegen in Echt verwenden. Sollte das nicht möglich sein, dann benützen sie einen mit der gleichen Ergonomie (gleiche Abmessungen, gleiche Federhärte bei den Knüppeln etc.).

Aufzeichnen von Flügen
Der AFPD bietet die Möglichkeit, Flüge aufzuzeichnen. Wenn sie glauben, eine Figur wirklich zu beherrschen, dann nehmen sie mal in einer 3D-Landschaft eine 60 Sekunden-Spanne auf. Schauen sie sich diese anschliessend im Beobachtermodus an. Wenn sie immer noch das Gefühl haben, das sähe gut aus, packen sie sich beim nächsten mal Anschauen im Verfolgermodus hinter das Modell. Sie werden erstaunt sein, was sie da teilweise noch für eine Kacke zusammmensteuern ;-).

Das Gas
Gehen sie bei einem Absturz sofort vom Gas. Es ist zwar am sim recht bequem, das Gas durchlaufen zu lassen und nach Neupositionierung direkt mit dem passenden Gas zu starten, allerdings ist die Angewohnheit in Echt fatal. Wenn sie da bei einem Absturz den Motor laufen lassen dann zerreisst es ihnen den Antrieb.

Wind beim Fluglagentraining
Fliegen sie das STP für eine Fluglage ausschliesslich bei Windstille. Sobald sie dann eine BFP-Übung bei Windstille beherrschen drehen sie die Windgeschwindigkeit hoch und üben sie weiter, bis sie die BFP-Übung bei allen vier Windrichtungen und bei verschiedenen Windstärken sicher fliegen können.

Wind beim Programmflug
Fliegen sie die ersten Durchläufe eines Programms immer bei Windstille. Sobald das Programm erkennbar ist und sie aus keiner Figur mehr herausfallen, können sie sich abwechselnd einerseits bei Windstille an die Detailarbeit machen und andererseits die Korrekturen bei Wind aus allen vier Windrichtungen in unterschiedlichen Stärken verinnerlichen.

Turbulenzen
Obwohl die Turbulenzen am AFPD grauenhaft schlecht programmiert sind eignen sie sich doch ganz gut, um das Aussteuern der echten Turbulenzen zu trainieren. Eingesetzt werden sie dabei beim Fluglagentraining und beim Programmflug gleich wie der Wind, gerade bei 3D-Fluglagen profitiert der Pilot sehr stark von gelegentlichem Turbulenztraining.

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4 Hinweise für lange Simulatortrainings

Unter "langen" Trainings verstehe ich alle Trainings, welche länger als eine Stunde dauern und keine längeren Unterbrüche haben. Mein längstes Training am Sim hat bisher etwas über 3 Stunden gedauert. Um solche Trainings erfolgreich zu überstehen habe ich mir ein paar Sachen angewöhnt:
[-]   Ich wechsle gelegentlich die Körperhaltung (Stehen, Sitzen, Knien, Sitzen mit der Stuhllehne vorne etc.), das schont den Rücken und beugt Taubheitsgefühlen in Beinen und Gesäss vor.
[-] Ich trinke ca. alle halbe Stunde etwas.
[-] Dass ich nicht das ganze Training lang nur neue Figuren üben kann ist ja einsehbar, ich teile meine Trainings etwa so ein:
- Zum Einfliegen fliege ich bekannte Fluglagen und Figuren.
- Anschliessend übe ich eine neue Figur, meistens ca. eine halbe Stunde lang.
- Die nächste halbe Stunde arbeite ich am BFP einer bekannten Figur.
- Danach kommt meistens wieder eine unbekannte Figur/Fluglage/Übergang an die Reihe etc.
[-] Ich lande ca. alle 10 Minuten, schnaufe kurz durch und starte dann wieder.
[-] Im Prinzip bekannt, gilt aber ab der zweiten Trainingsstunde um so mehr: Je stärker ich mich konzentriere desdo schneller lerne ich, sobald ich mich aber irgendwie verkrampfe geht gleich gar nichts mehr mit Lernen. Und vom stark-Konzentrieren zum Verkrampfen ists nicht mehr weit, also aufpassen!
[-] Wenn die Konzentration merklich nachlässt fliege ich zu "Erholung" einige wohlbekannte Fluglagen bis ich mich wieder vernünftig konzentrieren kann.

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[-] Arthur Heim [extern] Simulatormodelle zum Downloaden
[-] Berichte (RcSim) [extern]
[-] Gesamtübersicht Simulatoren (RcSim) [extern]
[-] Landschaftstipp: Vettre [extern]
[-] Modellkonstruktion für den AFPD [extern]
[-] RCFSim (Freeware-Simulator) [extern]
[-] Roebeli.ch [extern] Landschaften zum downloaden
[-] Rudolf Fiala: Modellflug-Simulator Aerofly Prof. Deluxe [extern]

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