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Depron-Freiflugmodell

Version 4, 29.04.2007



[Yak] [Yak] [Gleiter]



Hinweise
[-] Der folgende Bau- und Flugbeschrieb ist sehr lang. Dies liegt daran, das man zum erfolgreichen Betrieb von Modellflugzeugen recht viel wissen muss. Da sich diese Seite auch an Neueinsteiger richtet habe ich versucht, alles was man wissen sollte hier zu notieren.
[-] Die in diesem Text verwendeten Fachbegriffe sind auf der Seite Auf meiner Webseite verwendete Begriffe erklärt.
[-] Zu diesem Baubericht läuft eine Diskussion im RcLine-Forum [extern] und im RcNetwork-Forum [extern]



Inhalt

1 Einleitung
2 Material
         2.1 Benötigtes Werkzeug/Mobiliar
         2.2 Benötigtes Material
3 Aufbau
         3.1 Bauplan
         3.2 Tragfläche/Leitwerke
         3.3 Rumpf
         3.4 Fertigstellung
4 Schwerpunkt, Geradeausflug
         4.1 Die Wurftechnik
         4.2 Der Testwurf
5 Hochstart
6 Modifikationen, Varianten
         6.1 Fixes Seitenruder
         6.2 Grösse
         6.3 Profil
         6.4 EWD
         6.5 Tragflächenform
7 Fliegen, Wettbewerbe
         7.1 Distanzflug
         7.2 Zeitflug
         7.3 Ziellandung
         7.4 Zeitflug unlimited



1 Einleitung

Das Modell habe ich für einen Workshop im Trala 2006 der Jungschar EMK [extern] entworfen. Dort wurde es ca. 10 Mal mit diversen Änderungen gebaut und flog prächtig. Mit einem Hochstarthaken aus 1.5mm Stahldraht, ca. 1.5cm vor dem Schwerpunkt, ist das Modell hochstartfähig, Hochtsarthöhen von 20m wurden im Lager problemlos erreicht. Das Gleiten ist, korrekte Einstellung vorausgesetzt, sehr stabil, der Gleitwinkel ordentlich.
Diese Depronsegler eignen sich hervorragend für Workshops mit Jugendlichen ab ca. 12 Jahren. Ein erfahrener Modellbauer benötigt zum Aufbau eines derartigen Modells ca. 15 Minuten, für Jugendliche sind, je nach Ausrüstung (Tische, Werkzeug, Licht etc.), Anzahl betreuender Personen sowie Alter und Geschick 30-90 Minuten zu verrechnen. Um das Modell erfolgreich einzutrimmen und via Hochstart zum Fliegen zu bringen wird nochmals mindestens eine Stunde benötigt.

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2 Material

2.1 Benötigtes Werkzeug/Mobiliar

[-] Einen Tisch mit einer mind. 100x50cm grossen Unterlage, auf der mit einem Teppichmesser geschnitten werden darf.
[-] Teppichmesser (Japanmesser)
[-] kleines Lineal
[-] grosses Stahllineal
[-] Kombizange
[-] CD
[-] Laubsäge
[-] Schere
[-] Nadel

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2.2 Benötigtes Material

[-] Bleistift+ Anspitzer
[-] Wasserfeste Filzstifte
[-] UHU-Por
[-] Krep-Klebeband
[-] Tesa-Film
[-] 3mm dickes Depron. Dieses Material ist u.A. in Baumärkten in 120x80cm-Platten erhältlich und wird normalerweise als Trittschalldämmung unter Parkettboden verwendet. Bitte kaufen sie nur original Depron (erkennbar am hellgrünen Depron-Aufdruck entlang der Mittellinie der Platten), andere Fabrikate (z.B. Selitron) sind zu weich! Bezugsquelle in Bern: Pewi-Modellbau .
[-] Ev. 6mm dickes Depron. Im Prinzip kann man auch zwei 3mm Depronstücke aufeinander kleben, 6mm Depron ist aber praktischer. Bezugsquelle in Bern: Pewi-Modellbau.
[-] Buchenrundstäbe 8mm Durchmesser. Gibts im Baumarkt, im Modellbaugeschäft oder im Drachenladen. Bezugsquelle in Bern: Pewi-Modellbau.
[-] Kohlefaserstab 2mm Durchmesser. Gibts im Drachenladen. Bezugsquelle in Bern: Drache-Näscht.
[-] Trimmgewichte (z.B. M6-Schrauben)
[-] 1.5mm Edelstahldraht. Gibts im Baumarkt oder im Modellbaugeschäft. Bezugsquelle in Bern: Pewi-Modellbau.
[-] Nylonschnur. Die Günstigste, 10kg Zugkraft reichen vollauf. Gibts im Drachenladen. Bezugsquelle in Bern: Drache-Näscht.
[-] ev. Feuerzeug, Sekundenkleber und Aktivator. Sekundenkleber und Aktivator gibts im Modellbauladen. Macht aber nur Sinn, wenn eine der betreuenden Personen Modellbau betreibt und den restlichen Sekundenkleber+ Aktivator aufbrauchen kann, da für die CFK-Stäbe nur sehr wenig benötigt wird und die Flaschen doch ordentlich teuer sind.
[-] 1mm Sperrholz oder entsprechende Kunststoffplatte.
[-] 1.5 mm Bohrer samt Bohrmöglichkeit.
[-] Gummiband 1mm. Hier genügt ein aufgeschnittener dünner Gummiring.
[-] Gummiband 3mm. Das Schwarze ummantelte, welches auch für Gummizüge bei Jacken verwendet wird. Gibts im Drachenladen. Bezugsquelle in Bern: Drache-Näscht.
[-] Eine Aufrollmöglichkeit für die Hochstartschnur.

[Deprongleiter]

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3 Aufbau

Hinweise:
[-] Für die Baufotos habe ich das Modell mit Krep-Klebeband verklebt, dadurch sehen sie wo Klebeband hingehört. Für den Nachbau eignet sich durchsichtiges Tesa, ist Stabiler als Krep-Klebeband und sieht besser aus. Ausnahme: Bei der Fixierung des Seitenruderseiles ist Krep-Klebeband besser, da man es zum Nachspannen besser lösen kann.
[-] Bauen sie das Modell ruhig so auf wie in der Anleitung beschrieben. Weitere Verstärkungen sind kontraproduktiv, da sie das Gesamtgewicht des Modells in die Höhe treiben und so die Flugleistungen verschlechtern. Ausserdem wird bei einem schweren Modell beim Absturz mehr Masse abgebremst, die Chanche dass irgend etwas kaputt geht erhöht sich.


3.1 Bauplan

[Gleiter]

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3.2 Tragfläche/Leitwerke

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1 Zeichen sie die Rechtecke für die Tragfläche (Mittelteil 400x120mm sowie zwei Aussenflächen 200x120mm) auf das 3mm Depron auf. Beachten sie dabei die Faserrichtung des Deprons (die Depronplatte ist auf Biegung entlang der längeren Kante (1) deutlich steifer als 90 Grad dazu (2). Zeichnen sie die Tragflächenteile daher parallel zur steiferen Seite auf). Zeichnen sie weiter die beiden Rechtecke für Höhen- und Seitenleitwerk auf 3mm Depron auf.

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2 Zeichnen sie die Profilrippen auf 6mm Depron auf. Das Modell besitzt insgesamt 7 Profilrippen, 6 Davon können sie so wie in der Skizze dargestellt aufzeichnen, die Nr. 7 ist die Mittelrippe und benötigt entsprechend der gewünschten EWD unten noch Material. Für den Anfang können sie Strecke (1) 10mm lang machen.
3 Schneiden sie die Depronteile mit dem Teppichmesser aus. Benutzen sie das Stahllineal als Führung für das Messer und schneiden sie ohne grossen Druck in mehreren Zügen. Gelegentlich kommt es vor das das Depron entlang des Schnittes ausfranst. Dies kann entweder an einer stumpfen Klinge oder an einer Materialunregelmässigeit im Depron liegen. Abgenutzte Abbrechklingen kann man mit der Kombizange wegbrechen, im zweiten Fall hilft nur behutsames und mehrmaliges Schneiden mit wenig Druck weiter.

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4 Zeichnen sie 4cm von der Vorderseite entfernt eine Linie auf Unterseite der Tragflächenteile und drücken sie das Depron mit der CD auf dieser Linie ein. Als Führung für die CD dient auch hier das Stahllineal. Es sollte eine ordentliche (mind. 1.5mm Tiefe) rille entstehen, allerdings sollten sie das Depron mit der CD nicht ganz "durchschneiden".

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5 Kleben sie auf die Oberseite der Tragflächenteile einen Streifen Klebeband über die mit der CD eingedrückte Rille. So verhindern sie, das das Depron beim anschliessenden Falten hier einreisst.

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6 Falten sie die Tragflächenteile an dieser Stelle um 90 Grad um (Rille nach innen, Klebeband nach aussen). Lassen sie anschliessend los. Die Tragflächenteile sollten jetzt schon in ungefähr die Form ihres späteren Profils haben.
7 Längen sie ein 33cm langes Stück von der 2mm CFK-Stange mit einer Kombizange ab und fixieren sie das Stück mittig im den Knick der Profilunterseite des Flugelmittelstücks. Je ein Streifen Klebeband am Stabende genügt hier vollauf.

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8 Kleben sie die Profilrippen mit UHU-Por auf die Unterseite der Tragflächenteile. Bestreichen sie die Profilrippe mit UHU-Por (Bild 1) drücken sie sie an ihren Bestimmungsort (Bild 2) entfernen sie sie wieder (Bild 3) und lassen sie die Klebestelle solange ablüften, bis der Klebstoff beim Berühren mit dem Finger keine Fäden mehr zieht (5-10 Minuten). Anschliessend drücken sie die Rippe an ihren Bestimmungsort. Achtung: Der Klebstoff klebt nach dem Ablüften sofort mit voller Klebkraft, ein nachträgliches Verschieben der Bauteile ist nicht mehr möglich). Sind alle Rippen eingeklebt sieht das in etwa aus wie auf Bild 4.

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9 Schleifen sie den Übergang Innen-Aussenfläche an der Innen- wie an der Aussenfläche schräg an, so dass die Aussenflächen im 30 Grad-Winkel spaltfrei an das Mittelstück dranpassen. Meistens müssen sie für 30 Grad etwas mehr als 15 Grad schleifen. Einfach mit Gefühl ausprobieren :-).

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10 Kleben sie die Aussenflächen mit Klebeband ans Mittelstück.

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11 Schneiden sie das hintere Drittel vom Seitenleitwerk ca. 30 Grad schräg ab (1). Drehen sie das abgeschnittene Drittel um (2) und kleben sie es mit Klebeband beweglich an den vorderen Teil (3).

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3.3 Rumpf

1 Kleben sie HLW uns SLW mit UHU-Por auf den Holzstab.

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2 Verstärken sie Vorder- und Rückseite des HLW sowie die Aufnahme des SLW mit etwas Klebeband.

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3 Markieren sie die Position von Tragflächennasenleiste und Tragflächenendleiste sowie die Position des Schwerpunkts auf der Längsachse mit Filzstift auf dem Rumpfstab.


4 Biegen sie sich einen Hochstarthaken aus 1.5mm Stahldraht zurecht (Angaben in Millimeter).

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5 Bohren sie an geeigneter Stelle ein 1.5mm-Loch durch den Rumpf, so dass der Haken beim Einfädeln 15mm vor dem auf dem Rumpfstab markierten Schwerpunkt zu liegen kommt.

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6 Verstärken sie die Umgebung der Bohrung mit Klebeband, um ein aufspalten des Rumpfstabes bei wüsten Hochstarts zu verhindern. Fädeln sie den gebogenen Haken durch das Loch.

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7 Biegen sie das freie Ende des Hakens mit einer Zange nach oben, füllen sie durch Umwickeln mit einem dünnen Streifen Klebeband auf, so dass der Haken im Loch nicht mehr hin und her wackelt. Zum nach oben Biegen greifen sie mit der Spitze der Zange den Drahtteil direkt nach dem Loch durch den Rumpfstab und biegen alles hintendran von Hand nach oben. Durch das Halten mit der Zange verhindern sie ein Aufsplittern des Rumpfstabes an dieser Stelle.

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8 Kleben sie vorne starkes Klebeband hin, um den Ausschlag des Hakens nach unten zu begrenzen. Kleben sie dort, wo der Haken das Klebeband berührt, von innen ein Klebeband Klebefläche auf Klebefläche auf das Äussere. So verhindern sie, dass der Haken festklebt.

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9 Entfernen sie dort, wo der Stahldraht durch die Tragfläche kommt das Depron und fixieren sie die Mittelrippe der Tragfläche mit Klebeband auf dem Rumpf.



10 Schneiden sie das Seitenruderhorn mit der Schere aus 1mm Sperrholz oder einem entsprechenden Kunststoffplättchen aus. Bohren sie zwei 1.5 mm-Löcher.

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11 Kleben sie das Ruderhorn mit UHU-Por unten ans Seitenruder.

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12 Schlaufen sie auf einer Seite ein dünnes Gummiband durch das Ruderhornloch und fixieren sie es mit Klebeband. Fixieren sie das Gummiband provisorisch mit Klebeband auf dem Rumpfstab.

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13 Längen sie die Schnur für die Seitenruderanlenkung mit 10cm Übermass ab, machen sie an das eine Ende eine Schlaufe und binden sie diese mit einem selbstzuziehnden Schlaufe an den Stahldraht des Hochstarthakens.

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14 Fädeln sie das andere Ende der Schnur mit einer Nadel zwei mal durch das andere Ruderhornloch (die Bilderreihe stammt von einem anderen Modell, das Prinzip ist das selbe ;-)).

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15 Spannen sie die Schnur, kürzen und fixieren sie sie mit etwas Krep-Klebeband. Die Schnur sollte sich durch leichtes Ziehen (mit der anderen Hand am Ruderhorn gegenhalten) spannen lassen, durch die 2 Schlaufen sollte sie diese Spannung bis zur Fixierung auch beibehalten. So sieht das Ganze dann fertig aus:

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16
Stellung Null: Stellen sie die Seillänge so ein, das das Seitenruder bei voll ausgezogenem Hochstarthaken (Stellung Null) in der Geradeausflugposition ist.
Stellung Eins: Stellen sie den Seitenruderausschlag durch nach oben- oder nach unten-Schieben der Schlaufe am Stahldraht so ein, dass sich ein Seitenruderausschlag ohne Zug am Hochstarthaken (Stellung Eins) von ca. 5 Grad ergibt.
Stellen sie weiter die Gummispannung so gering wie möglich ein, das Seitenruder sollte nach loslassen des Hochstarthakens aber noch zuverlässig in die Stellung Eins gezogen werden.

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17 Sägen sie eine Schutzkufe aus 4mm Sperrholz aus und kleben sie sie mit Weissleim oder starkem Klebeband vor den Haken (die Zange dient nur als Grössenvergleich, zum Aussägen bitte eine Laubsäge benutzen ;-)).

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3.4 Fertigstellung

1 Korrigieren sie falls nötig den Schwerpunkt entlang der Längsachse. Befestigen dafür sie solange Schrauben in der Rumpfspitze, bis der Schwerpunkt genau unter dem CFK-Stab der Tragfläche liegt. Zur Schwerpunktkontrolle legen sie das Modell mit dem CFK-Rohr auf zwei Fingerspitzen und lassen es frei pendeln. Sobald das Modell geradeaus schaut und nicht mehr nach vorne oder hinten abkippt stimmt der Schwerpunkt.

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2 Kontrollieren sie den Schwerpunkt entlang der Querachse. Wenn sie den Rumpf auf 2 Finger legen sollte er im Idealfall ausbalanciert sein. Kippt das Modell immer gegen eine (Tragflächen)Seite weg, dann beschweren sie die andere Seite durch Gewichtszugabe am Randbogen der Tragfläche, bis das Modell etwa im Gleichgewicht ist.

3 Kontrollieren sie, ob die Tragfläche in sich verdreht ist und korrigieren sie gegebenenfalls durch leichtes Zurückbiegen. Kontrollieren sie ebenfalls ob sie die Aussenflächen ohne Verdrehung an das Mittelstück geklebt haben.

4 Das fertige Modell.

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4 Schwerpunkt, Geradeausflug, Kurvenflug

Die Wurftechnik
Für die Schwerpunktbestimmung ist es wichtig, das Modell korrekt zu werfen:
[-] Halten sie das Modell unter dem Schwerpunkt am Rumpf fest. Achten sie während des gesamten Wurfes darauf dass der Rumpf und die Tragfläche horizontal liegen und nicht irgendwie schief stehen.
[-] Schieben sie das Modell mit ca. 2m/Sekunde geradeaus von sich weg, nach 1-1.5m sollte das Modell "leicht" werden, d.h sie spüren das Modellgewicht nicht mehr. Sobald das Modell leicht wird können sie es loslassen.
[-] Wird es nicht leicht, dann werfen sie beim nächsten mal etwas schneller.
[-] Zieht das Modell während dem Schieben nach oben, dann werfen sie es das nächste Mal etwas langsamer.

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Schwerpunkt
Fixieren sie das Seitenruder in Stellung Null, indem sie ein Holzstück o.Ä. im Schwerpunkt zwischen Hochstarthaken und Rumpf klemmen. Werfen sie nun das Modell und beobachten sie es:

[Gleiter]

[-] Fall 1: Sie haben korrekt geworfen und der Schwerpunkt passt.
[-] Fall 2: Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder haben sie zu stark geworfen, dabei fliegt auch ein Modell mit korrektem Schwerpunkt nach oben weg und nimmt dann die Nase runter.
Wenn sie aber korrekt geworfen haben, dann ist der Schwerpunkt zu weit hinten. Verschieben sie den Schwerpunkt 1-2mm nach vorne, in dem sie vorne eine weitere Schraube anbringen oder eine bestehende Schraube weiter nach vorne schieben.
[-] Fall 3: Der Schwerpunkt ist zu weit vorne. Nehmen sie ihn um 1-2mm zurück, indem sie eine Schraube vorne nach hinten schieben oder ganz entfernen.
Eine Eselsbrücke zum Schwerpuktbestimmen: der Modellteil, der direkt nach dem Werfen nach unten geht ist zu schwer. Bei Fall 2 ist das der hintere Teil (--> also mehr Gewicht nach vorne), bei Fall 3 ist es der vordere Teil (--> also vorne etwas Gewicht rausnehmen).

[-] Wenn ihr Modell wie Fall 1 fliegt haben sie den korrekten Schwerpunkt gefunden und können jetzt zum Hochstart weitergehen. Markieren sie den Schwerpunkt am Rumpf, so dass sie gelegentlich kontrollieren können.
[-] Wenn ihr Modell wie Fall 2 oder Fall 3 fliegt dann nehmen sie die entsprechenden Veränderungen vor und machen sie nochmal einen Testwurf.

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Geradeausflug
Werfen sie das Modell mit Seitenruder in Stellung Null erneut und beobachten sie es. Wenn ihr Modell zu stark nach links wegfliegt dann stellen sie das Seitenruder leicht nach rechts, wenn es zu stark nach rechts wegfliegt leicht nach links.

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Kurvenflug
Entfernen sie den Holzklotz beim Hochstarthaken und werfen sie das Modell mit Seitenruder in Stellung Eins erneut. Stellen sie den Seitenruderausschlag so ein, dass sich nach dem Werfen eine Kurve von ca. 20m Durchmesser ergibt. Wenn das Modell in der Kurve zu schnell wird müssen sie den Schwerpunkt noch etwas zurücknehmen.

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5 Hochstart

Die Hochstarteinrichtung
[-] Besorgen sie sich eine Aufrollmöglichkeit für die Hochstartschnur. Das kann ein Rundholz, irgendeine leere Rolle oder ein Aufwickelgriff für Drachenschnüre sein.
[-] Befestigen sie das eine Ende der Hochstartschnur an der Aufrollmöglichkeit und rollen sie die gewünschte Schnurmenge (10-50m) darauf auf.
Achten sie in das freie Schnurende eine Schlaufe, und befestigen sie diese zum Transport an der Aufrollmöglichkeit.
Schneiden sie sich 1m von der 3mm dicken Gummischnur ab und wickeln sie diese ebenfalls um die Aufrollmöglichkeit.

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Der Hochstart

[Gleiter]

Der Hochstart wird zu zweit ausgeführt, ein "Werfer" und ein "Zieher".
[-] Der Werfer hängt die Schlaufe des Hochstartseils in den Hochstarthaken des Modells, der Zieher läuft mit der Aufrollmöglichkeit vom Werfer weg und rollt dabei so viel Schnur ab wie gewünscht ist.
[-] Bei der gewünschten Schnurlänge macht der Zieher eine Schlaufe in die Schnur und schlauft die 1m lange 3mm-Gummischnur dort ein. Für den Start greift er das freie Ende der Gummischnur, die Aufrollmöglichkeit mit der restlichen Hochstartschnur nimmt er in die andere Hand.

[Gleiter]

[-] Der Werfer hält das Modell auf Schulterhöhe hinter sich senkrecht nach oben. Der Zieher zieht am Gummiband, bis er etwa das doppelte bis dreifache des Modellgewichts an Zug beieinander hat.
[-] Auf das Kommando vom Werfer wirft dieser das Modell senkrecht nach oben. Der Zieher beginnt auf das Kommando vorwärts zu laufen um so die Schnur gespannt zu halten.
[-] Das Modell beschleunigt anfangs fast senkrecht und wird mit der Zeit immer flacher. Der Zieher läuft dabei so schnell, dass sich eine genügende Modellgeschwindigkeit einstellt.
[-] Falls sich die Tragfläche des Modells deutlich durchbiegt ist der Zug zu stark. In diesem Fall muss der Zieher langsamer laufen, im Extremfall (Gegenwind) sogar stehen bleiben oder etwas auf das Modell zulaufen.
[-] Wenn das Modell nach dem Start deutlich in eine Richtung wegzieht dann bricht der Zieher den Start ab, indem er sofort den Zug von der Leine nimmt und das Modell ausklinken lässt.

[-] Sobald das Modell nicht mehr steigt bleibt der Zieher stehen und wartet bis das Modell ausklinkt und das Seil zu Boden fällt.
[-] Wenn das Modell nicht ausklinkt dann läuft der Zieher dem Modell bis zur Landung hinterher und versucht zu verhindern, dass sich das Hochstartseil wieder spannt. Sollte sich das Seil wieder spannen wird das Modell in Richtung Boden gezogen und stürzt mehr oder weniger senkrecht ab.

 

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Die Gummischnur
Schwingt sich das gesamte System beim Start auf, muss der Zieher die Gummischnur weiter in Richtung Modell greifen. Fällt das Modell trotz einigermassen korrektem Wurf aus dem Seil, muss der Zieher die Gummischnur wieder etwas weiter vom Modell weg greifen. Wenn sie als Hochstartseil eine sehr elastische Nylonschnur erwischt haben können sie auf das Gummiband auch ganz verzichten, das werden sie nach dem ersten Start mit Gummiband schon merken.

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Schwerpunkt und Kurvenflug
Die Feineinstellung des Schwerpunktes und des Kurvenfluges können sie beim Segeln nach dem Hochstart ermitteln. Zügiger Geradeausflug ist ebenso OK wie leichtes Pumpen, das hängt von den persönlichen Vorlieben und vom Wetter ab, je windiger das Wetter desto zügiger sollte das Modell unterwegs sein.

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Geradeausflug beim Hochstart
Wenn das Modell beim Hochstart trotz geradem Wurf immer in eine Richtung wegzieht, dann kontrollieren sie, ob das Seitenruder durch den Zug des Hochstartseils sauber in Stellung Null zurückgestellt wird, und korrigieren sie gegebenenfalls die Spannung des Seitenrudergummis. Wenn das Seitenruder korrekt zurückstellt, dann müssen sie das Seitenruder in der Stellung Null etwas ausschlagen (Gleiches system wie beim Geradeausflug) um einen geraden Hochstart hinzubekommen.

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Die Hakenposition
Je näher der Hochstarthaken am Schwerpunkt ist, desto steiler und höher werden die Hochstarts. Das Modell wird gleichzeitig aber auch kippeliger und schwieriger gerade zu starten. Je weiter der Hochstarthaken vom Schwerpunkt weg ist, desto flacher und tiefer werden die Hochstarts. Das Modell fliegt sehr stabil, der Starter muss aber schon ordentlich rennen um es überhaupt noch nach oben zu bekommen.
Experimentieren sie mit der Position des Hochstarthakens und versuchen sie einen guten Kompromiss zwischen Leistung (Haken näher zum Schwerpunkt) und Gutmütigkeit (Haken weiter vom Schwerpunkt weg) zu finden.
Da der Haken fix ist müssen sie die Tragfläche verschieben. Lösen sie dazu das Klebeband, verschieben sie die Tragfläche und fixieren sie ihn anschliessend wieder. Nach dem verschieben müssen sie den Schwerpunkt wieder anpassen (siehe Kapitel 4 Schwerpunkt, Geradeausflug) , da dieser immer relativ zur Tragfläche gemessen wird.

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6 Modifikationen, Varianten

6.1 Fixes Seitenruder

Anstatt des beweglichen Seitenruders können sie auch eins mit fixem Ausschlag einbauen, dadurch können sie den ganzen Mechanismus mit dem beweglichen Hochstarthaken weglassen. Das Modell wird dabei fast gleich aufgebaut wie in Kapitel 3 Aufbau beschrieben, die nötigen Änderungen sind sie Folgenden:


Hochstarthaken
Biegen sie sich statt dem beweglichen Hochstarthaken einen kleineren Fixen und kleben sie ihn mit Klebeband 15-20mm vor den Schwerpunkt unter den Rumpf.

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Seitenruder
Fixieren sie das Seitenruder mit Klebeband mit leichtem Ausschlag in eine Richtung, so dass sich ein Kreisflug mit etwa 20m Kreisdurchmesser ergibt. Eventuell müssen sie dafür den Schwerpunkt noch minimal nach hinten nehmen, um ein Schnellerwerden des Modells in der Kurve zu verhindern.


Hinweise zum Hochstart
[-] Segler mit starrem Seitenruder, welche auf Geradeausflug getrimmt sind, sollte man nicht mit mehr als 5-7m Leine starten. Das Modell verabschiedet sich sonst auf Nimmerwiedersehen schnurgeradeaus in eine Richtung.
[-] Segler mit starrem Seitenruder, welche ganz leicht auf Kurvenflug getrimmt sind, kann man auch starten, man muss beim Abwurf den spätere kurvenäusseren Tragflächenhälfte (z.B. bei Seitenruder rechts den Linken) etwas nach vorne zeigen lassen. Ein Modell welches auf Geradeausflug getrimmt ist würde jetzt einen Bogen in Richtung der nach vorne zeigenden Tragflächenhälfte machen, zusammen mit dem gegensteuernden Seitenruder eines auf Kurvenflug getrimmten Modells sollte da ein halbwegs gerader Start bei rauskommen . Das "wieviel" beim Tragflächenneigen muss man ausprobieren, ab 10m Seillänge wird das Starten derart getrimmter Modelle eh schwierig.

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6.2 Grösse

[Yak]

Das Modellkonzept funktioniert beim Modellen mit 50-120cm Spannweite. Die 50cm-Kollegen sind dann schon ordentlich schnell unterwegs, dafür sehr stabil. Die 120cm-Exemplare schleichen nur noch durch die Gegend, sind jedoch nicht mehr so stabil, so dass man beim Hochstart aufpassen muss, da man diese Modelle bei zu viel Zug an der Hochstartleine in der Luft zerstören kann.

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6.3 Profil

Beim Profil kann man mit verschiedenen Profildicken (Verhältnis Profilhöhe/Profillänge, beim Standarddeprongleiter 1.3/12= 0.108 =10.8 Prozent) experimentieren. Dickere Profile fliegen tendenziell langsamer, dünne Profile schneller. Tragflächen mit dickerem Profil sind rein mechanisch belastbarer und steifer. Die Spannweite der sinnvollen Profildicken reicht etwa von 5-15 Prozent.

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6.4 EWD

Je geringer die EWD, desto länger benötigt das Modell, um nach einer Störung wieder in die ursprüngliche Fluglage zurückzufliegen. Andersrum sind Modelle mit geringerer EWD weniger windempfindlich (Aufschwingen um die Querachse ist nicht so stark) und können auch mal stärker geworfen werden, ohne dabei gleich einen Looping zu machen. Modelle mit grosser EWD kehren schneller in die Ursprungsfluglage zurück, sind jedoch auch kippeliger und windempfindlicher. Ausserdem sind sie nur in einem geringen Geschwindigkeitsbereich einzusetzen (wirds mal schneller nehmen sie automatisch die Nase hoch). Dafür sind sie aber einfacher zu trimmen, da sie Trimmfehler eher verzeihen.

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6.5 Tragflächenform

V-Form
Egal ob Einfach- oder Zweifachknick: Je grösser die V-Form, desto eigenstabiler fliegt das Modell und desto schneller pendelt es sich nach einer Störung wieder ein. Bei Wind wird eine Modell mit viel V-Form allerdings schnell kippelig. Je kleiner die V-Form desto länger benötigt ein Modell, um nach einer Störung in die Ursprungslage zurückzukehren. Bei zu wenig V-Form neigt sich das Modell immer stärker in eine Kurve und stürzt schliesslich ab. Gerade für enge Kurven ist daher genügend V-Form wichtig.


Knicke
Der Standarddeprongleiter hat eine Tragfläche mit Zweifachknick. Eine Tragfläche mit Einfachknick in der Mitte ist ebenfalls möglich, ein Dreifachknick ist zwar theoretisch etwas besser als ein Zweifachknick, dafür aber schwerer und anspruchsvoller zu bauen, so dass die Vorteile gar nicht zum tragen kommen.

Um einee Tragfläche mit einfacher V-Form mit einem Kohlefaserstab zu verstärken müssen sie diesen in der Mitte knicken. Brennen sie dafür an der Knickstelle mit dem Feuerzeug das Harz aus dem CFK-Stab weg, bis sich dieser an dieser Stelle knicken lässt. Blasen sie die Flamme aus, knicken sie den Stab in die gewünschte Position, träufeln sie Sekundenkleber über die Knickstelle und Härten sie den Sekundenkleber mit Aktivator-Spray. Nachdem der CFK-Stab abgekühlt ist können sie ihn in die Tragfläche einbauen.


Tragfläche/Leitwerke
Die Kanten der Leitwerke können sie nach Belieben abrunden, bei der Tragfläche würd ichs nicht empfehlen, die funktionieren bei der eckigen Bauweise am besten.

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7 Fliegen, Wettbewerbe

[Gleiter] [Gleiter] [Gleiter] [Gleiter] [Gleiter] [Gleiter]

Wenn man die Modelle in einer Gruppe baut kann man auch prima kleinere Wettbewerbe damit fliegen.


7.1 Distanzflug
Die Modelle werden auf Geradeausflug getrimmt. Die Teilnehmer versuchen, ihr Modell mit 5m Hochstartschnur zu starten und dann so weit wie möglich in eine vorgegebene Richtung zu fliegen.

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7.2 Zeitflug
Jedes Zweiterteam bekommt 10m Schnur. Der Wettbewerbsleiter zählt von 20 an rückwärts, Modelle, welche bei 0 noch nicht ausgeklinkt haben, sind disqualifiziert. Ab 0 wird gestoppt, wer zuletzt noch fliegt hat gewonnen :-).

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7.3 Ziellandung
Das Zweiterteam startet sein Modell mit 10m Leine. Nach dem Ausklinken hat es 10 Sek. Zeit, sich am potentiellen Landepunkt des Modells aufzustellen. Je näher das Modell beim Zweierteam landet desto besser.

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7.4 Zeitflug unlimited
Wichtig: Macht das nur wenn ihr eine Riesengrosse baumfreie Wiese (mind. 200x200m), fast Windstille und keine Thermik (Morgen- oder Abendstunden) habt, sonst seht ihr eure Modelle nie wieder.
Das Ziel hierbei ist, das mit dem Modell möglichst lange in der Luft zu bleiben, Begrenzung für die Schnurlänge ist entweder die Platzgrösse oder die Gesamtmenge vorhandener Hochstartschnur :-).

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[Copyright] Fabian Günther
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