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Bauweisen bei Modellkunstflugzeugen

Ski fürs Modellflugzeug

Version 4, 19.11.2007


Inhalt

1 Vorgeschichte
2 Aufbau Variante 3
3 Fliegen
4 Eine Nummer grösser
5 Links



1 Vorgeschichte

Ich habe mir im Winter 2005/2006 meine ersten Ski für den Big Knuffel gebaut. Die Hier gezeigte Variante 3 ist innerhalb einer Ferienwoche mit diversen Fehlschlägen entstanden.

Variante 1 bestand aus fest verschraubten Skis mit der halben Fläche von Variante 3 und einem Anstellwinkel von 10 Grad. Das ging auf ebener Piste ganz gut, doch beim ersten Buckel/Fussspur im Schnee folgte unweigerlich der Überschlag.

[Ski]

Variante 2 war im Prinzip schon so aufgebaut wie Variante 3, allerdings vorne und hinten mit einem dünnen, gespannten Gummifaden. Variante 2 war eigentlich keinen Millimeter besser als Variante 1, die Überschläge gabs weiterhin (der hintere Gummi war zu schwach) und im Rückenflug stellten sich die Skis senkrecht und blieben auch im Anschliessenden Bauchflug senkrecht.

Variante 3 bedeutete schliesslich den Durchbruch. Aufbau und Betrieb dieser Variante möchte ich im Folgenden näher erläutern.

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2 Aufbau für Slowflyer bis 600g

Variante 3 besitzt im Gegensatz zu Variante 2 einen sehr starken Gummifaden hinten und einem schwachen Gummifaden vorne. Dadurch kann das Modell am Boden kaum noch kopfüber gehen und in der Luft klappen die Skis auch nicht mehr nach oben. Trotzdem gleichen sie Bodenunebenheiten sehr gut aus. Ich kann damit mit 10m/s über eine leicht verschneite, buckelige Wiese samt Grasbüscheln fegen, OHNE Kopfüber zu gehen. Montieren lässt sie sich wie die anderen Varianten auch am normalen Fahrwerksbügel.

Die im folgenden gezeigte Bauweise für die ist zwar bleischwer (60g) dafür bockstabil. Selbst mittlere Einschläge hält sie ohne Beschädigung aus. Ein leichterer Aufbau ist problemlos möglich, die Stabilität leidet zwar ein bisserl, aber wenn man nicht grad wie blöd rumbrettert dann hälts. Allerdings, die Skis gehen so gut das irgendwann jeder mit dem Brettern beginnt...

Die Ski haben eine Fläche von ca 200 Quadratzentimetern (zwei mal 5x20cm) und das Modell wiegt mit Skiern 480g. Die Ski selber sind aus 6mm Depron aufgebaut, mit einem 4mm Sperrholzsteg oben (die Kante von 2mm Sperrholz hat nicht genügend Klebefläche) mit Uhu-Por montiert. Auf den Bildern sieht man noch die 5min-Epoxi-Variante, die ist aber zu steif un die Skier brechen weg. Die Lauffläche der Skis ist mit starkem, durchsichtigem Klebeband überzogen, die Schrauben am Drehgelenk sind verzinkte M3-Stahlschrauben. Der hintere Gummifaden hat 5x1mm Querschnitt, die vorderen 1x1mm. Der Propeller sollte bei waagrecht auf dem Boden stehendem Modell (Sporn vom Boden abgehoben) mindestens 5, besser 7cm Bodenfreiheit haben, sonst spielt man ständig Rasenmäher oder Schneegebläse....

[Ski] [Ski]

Das Krepband habe ich nur deshalb verwendet, dass man sieht wo Klebeband ist :-). Sie können auch Durchsichtiges nehmen.

Eine Vorspur von mindestens 5 Grad, besser 10 oder gar 20 Grad ist für guten Geradeauslauf wärmstens zu empfehlen. Die Skiflächen benötigen einen Winkel von mindestens 20 Grad (besser 30 Grad) zur Unterlage und schleifen auf ebener Fahrbahn nur auf der Innenkante. So kann man selbst bei Neuschnee enge Wenden machen ohne dabei mit den Skiern im Boden einzuhängen.

[Ski] [Ski] [Ski]

Wichtig ist, dass die Fläche vor dem Drehpunkt (M3-Schraube) etwas grösser ist als dahinter. Wenn der hintere Gummi entspannt ist gucken die Skier von der Seite gesehen etwa 5 Grad nach unten. Die dünnen Gummis vorne werden jetzt soweit angespannt, dass die Skier wieder waagrecht oder leicht nach oben stehen.
Der grosse hintere Gummi ist an den Skiern einfach mit Klebeband befestigt (hat die letzten 2 Fahrstunden klaglos überstanden) die Vorderen sind unten in ein Loch im Sperrholz eingeschlauft und verknotet.

[Ski] [Ski] [Ski] [Ski]

Die vorderen Gummis sind einfach an den Fahrwerksbügel geklebt, das hat bis jetzt auch problemlos gehalten. Wichtig ist jedoch, das sie alle Knoten in den Gummibändern mit Tape sichern, die gehen sonst nach wenigen Fahrminuten wieder auf.

Die M3-Schraube der Ski-Achse ist mit einer Mutter an den Fahrwerksbügel geklemmt, dann folgt eine Unterlagsscheibe, dann gehts durch ein 3mm-Loch durchs 4mm Sperrholz, dann kommt wieder eine Unterlagsscheibe und dann 2 Kontermuttern, mit Tape gesichert. Der Ski sollte sich auf der Achse leicht aber nicht wabbelig drehen können.

[Ski] Das nebenstehende Bild (beim Aufräumen entstanden :-)) soll verdeutlichen, was ich unter "an den Boden anpassen" verstehe.

Wenn ihr modell Trotz korrekt eingestellter vorspur (mind. 5 Grad) und Schräglage (mind. 20 Grad) im Schnee auf die Nase will hilft folgendes:
- Fassen sie ihr modell kurz vor dem Seitenruder und schieben sie es mit Skiern durch den Schnee. Wenn das Fahrwerk sich merklich (mehr als 10 Grad) nach hinten biegt, dann ist es zu weich und muss verstärkt werden.
- Stellen sie das Modell auf eine harte Unterlage und heben sie das Heck nach oben. Spätestens bei 45 Grad rumpfneigungswinkel müssen sich die hinterkanten der Skis von der oberfläche abheben. Tun sie das nicht, dann sind die hinteren gummis zu schwach und müssen gegen stärkere ausgetauscht werden. Tipp: Bei modellen über 500g ist es rahtsam, nicht die komplette hintere Verspannung als gummi auszuführen sondern zu 2/3 mittels Drachenschnur anzufertigen und das letze drittel mittels einem Gummiband mit vielen Wicklungen auszuführen.
- Für unebenen untergrund (verschneite Grasbüschel) empfehle ich die skispitzen so weit wie möglich nach vorne zu ziehen. Sie dürfen die Propellerebene sogar überragen, jedoch dürfen sie beim zurückklappen nicht in den Propeller geraten.
- Bei modellen mit weit hinten angeordnetem Fahrwerk kann man einen nach vorne gebogenen Fahrwerksbügel verwenden um die Ski weiter nach vorne zu bringen.

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3 Fliegen

Das Flugverhalten mit Skis ist immer noch einigermassen neutral (auf dem HLW musste ich nichts trimmen), sofern sie in der Luft 0-5 Grad Anstellwinkel haben ist auch der Luftwiderstand erträglich. Im Rückenflug klappen sie wie schon erwähnt nicht weg.

Viel mehr Spass macht es jedoch, mit den Skis durch euer frisch verschneites Quartier zu heizen, und nur gelegentlich ein paar Meter abzuheben (um z.B. eine Sitzbank zu überfliegen.....). Ein verschneiter Skaterpark mit Halfpipes und Geländern wäre auch eine prima Spielwiese, ich probiere das bei Gelegenheit mal aus.
Das geniale Bodenhandling hat dazu geführt, dass ich über 6 Akkus (=2 Fahrstunden) mehrheitlich auf dem Boden verheizt habe :-), bevorzugt auf Schlittelbahnen, aber auch im Neuschnee bis 10cm, auf der Vereisten Strasse und auf Asphalt (yup, auch das geht!). Gerade die Schlittelbahnen sind eine Show, speziell die Absprünge über die von den Kids gebauten Schanzen machen enorm Spass. Den Weitsprungrekord der Schanzen wurde dabei auch geknackt ;-), eine Rolle während dem Sprung ist natürlich Ehrensache :-).

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4 Eine Nummer grösser

Im Winter 2006/2007 bekam auch meine Fliton AJ Extra 330s Ski, die ich für den Winter 2007/2008 nochmals leicht modifiziert habe. Das Prinzip ist dasselbe wie bei den kleineren Exemplaren, die Lauffläche besteht hier aus 6mm Depron, der 4mm-Sperrholz-Mittelsteg ist beidseitig mit 6mm Depron aufgedoppelt, um mehr Klebefläche für die UHU-Por-Verklebung mit der Lauffläche zu erhalten. Als Führung für die 4mm-Achse dient ein 5/4mm Messingrohr, welches ich mit Sekundenkleber in ein 4mm-Loch in dem an dieser Stelle auf 12mm Dicke aufgefütterten Mittelsteg geklebt habe.

Das Fahrverhalten ist genauso gut wie mit den kleineren Modellen, man kann problemlos mit 10m/s durch die Gegend brettern, über 5m/s muss man dosiert drücken, da einem die Kiste sonst abhebt. In sehr engen Kurven (Radius der Skispur >1m, das Heck fliegt dann richtiggehend hintenrum) muss man dagegen zum Querruder dazu noch ordentlich ziehen, da die Maschine sonst auf die Nase will.

[Ski] [Ski] [Ski] [Ski] [Ski] [Ski]

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