Fabians Modellkunstflugseiten
Home | Motorflug | Segelflug | Technikecke | Diverses | Impressum | Links | Updates | Sitemap | Suchen,Drucken
Home> Motorflug> Modellwechsel> Shockflyer -> AJ-Extra

Modellwechsel

Shockflyer -> AJ-Extra

Version 11, 26.11.2008


Die AJ-Extra steht hier stellvertretend für die Gruppe von Modellen, die schon sowas wie Durchzug, Gleitwinkel und Strömungsabriss kennen, aber kleine und mittlere Flugfehler immer noch verzeihen. Der 95cm-Shockflyer steht stellvertretend für die 80-100cm-Shockflyer, er ist zwar deutlich flotter unterwegs als ein 130g 80cm-Shockflyer, die Flugeigenschaften sind aber grundsätzlich dieselben.

Wichtig: Ich habe den Umstieg vom 95cm-Shockflyer auf die AJ-Extra noch nicht vollständig hinter mir, daher können sich Einzelheiten im Kapitel 3 im Laufe der Zeit noch ändern und es werden noch neue Details dazukommen.


Inhalt

1 Das Problem
2 Die wichtigsten Unterschiede
         2.1 Strömungsabriss und Wiederanlegen der Strömung
         2.2 Dämpfung um die Achsen
         2.3 PIO
         2.4 Flächenbelastung, Massenträgheit, Dynamik
         2.5 Ruderwirkung
         2.6 Kurvenflug
         2.7 Festigkeit
         2.8 Handling
3 Folgerungen
4 Der erste Flug
5 Fliegen mit Mimalfahrt/Strömungsabriss
         5.1 Fliegen mit Minimalfahrt
         5.2 Das Abrisstraining
6 Wurfstart/Harrierlandung
7 Die Fluglagen
8 Programmflug
9 Kritische Fluglagen
10 überlegungen, Begründungen


1 Das Problem

Wer einen 95cm-Shockflyer beherrscht besitzt bereits 80% der Fähigkeiten, die er zum Beherrschen der AJ-Extra benötigt. Die restlichen 20% muss der Pilot jedoch von Grund auf neu erlernen, und das dauert seine Zeit. Wer mit dem Shockflyer ebene und räumliche Fluglagen sowie den Rollenflug sicher beherrscht dann muss man mit der Aj-Extra durchaus einige Dutzend (!) Flugstunden trainieren, bis das auch hier einwandfrei funktioniert.

Die "neuen" 20% enthalten bei der Aj-Extra u.A. die Raumaufteilung, den Langsamflug, den Strömungsabriss sowie die geringere Dämpfung um alle Achsen. Also alles Sachen, die für das Modell überlebenswichtig sind . Daher sollte man den Umstieg nicht auf die leichte Schulter nehmen, eine Aj-Extra in Shockflyermanier geflogen schmiert ihnen bereits in der ersten Kurve ab und bohrt sich auf nimmerwiedersehen in den Boden.

nach oben

2 Die wichtigsten Unterschiede

In diesem Kapitel möchte ich die wichtigsten Unterschiede zwischen AJ-Extra und 95cm-Shockflyer aufzählen, erste Lösungsstrategien entwickeln und die Sache so weit wie möglich physikalisch begründen.

2.1 Strömungsabriss und Wiederanlegen der Strömung
Ein Shockflyer mit seinem Plattenprofil hat keinen Strömungsabriss, da das Plattenprofil hat über den gesamten Anstellwinkelbereich keinerlei Auftriebseinbruch besitzt. In dem Anstellwinkelbereich bei dem beim Vollprofil die Strömung abreissen würde nimmt beim Plattenprofil lediglich der Widerstand schneller zu, was als eine art "Schwelle" spürbar ist. Da beim Shockflyer nichts abreisst muss sich auch nichts wieder anlegen, ein verzögertes Anlegen der Strömung, beispielsweise beim übergang aus dem Harrier in den Vorwärtsflug, entfällt vollständig. Die Querruderwirkung wird zwar bei steigendem Anstellwinkel kontinuierlich schlechter und verzögerter, "Stufen" sind aber keine feststellbar, bei sinkendem Anstellwinkel wird die Wirkung kontinuierlich besser, auch hier gibt es keine Stufen.
Auf der Geraden wie in der Kurve und auch in noch so wüsten Flugmanövern nickt ein Shockflyer höchstens weg, abkippen oder Absreissen im eigenlichen sinne gibt es nicht.

Die AJ-Extra hat ein Vollprofil, welches beim überschreiten von 10-12 Grad Anstellwinkel einen schlagartigen Auftriebseinbruch um ca. 20 Prozent aufweist. Tönt nach nicht viel, ist es aber, wenn plötzlich 1/5 der Auftriebskraft fehlen wirken 1/5 der Erdbeschleunigung, im ersten Moment gehts mit fast 2m/sec^2 nach unten .... Des Weiteren steigt der Widerstand beim Strömungsabriss schlagartig auf fast das Doppelte an. Bei Reduktion des Anstellwinkels hat die Strömung beim Wiederanlegen schwer zu Kämpfen (Hysterese) und braucht in Extremfällen über eine Sekunde mit geringem Anstellwinkel, um sich wieder komplett an die Tragflächen anzulegen.

Bei der AJ-Extra bestimmen u.A. Schwerpunkt und Fluglage das genaue Abreissverhalten. Mit dem Schwerpunkt bei 90mm
[-] Motor aus und im 10 Grad Steigflug Geschwindigkeit abbauen: Die AJ-Extra geht über die Nase weg.
[-] Motor aus und im Horizontalflug durch Ziehen Geschwindigkeit abbauen: Die AJ-Extra geht in einen Sackflug über, der nach Loslassen des Höhenruders nach 5-10m beendet ist.
[-] Wenig Gas und mit Höhenruder in der Horizontalen aushungern: Durchsacken, nach Loslassen des Höhenruders Stabilisierung nach ca. 5-7m.
[-] Langsame enge Kurven ohne Seitenruder. Rechtskurve: fast immer Zurückkippen in die Horizontallage, seltener langsames Abkippen über die kurveninnere Tragfläche, Höhenverlust 0-5m. Linkskurve: oft Zurückkippen in die Horizontallage, gelegentlich (häufiger als bei Rechtskurven) Abkippen über die kurveninnere Tragfläche.
[-] Langsame, enge und flache Kurven mit viel Seitenruder: Schlagartiges Abkippen über die kurveninnere Fläche, bei richtiger Pilotenreaktion 2m, bei falscher Reaktion 10-15m Höhenverlust.

Das Wiederanlegen der Strömung ist ebenfalls Schwerpunktabhängig, mit dem Schwerpunkt bei 90mm siehts folgendermassen aus:

[-] Wenn strömungstechnisch wirklich alles im Arsch (=abgerissen) ist, was abreissen kann, dann benötigt die AJ-Extra problemlos 15-20m Abwärtsflug, bis sich die Strömung wieder angelegt hat und das Modell wieder normal "ansprechbar" ist.
[-] Beim übergang Harrier -> Flächenflug braucht die AJ-Extra ebenfalls etwa 10m Geradeausflug, bis sich die Strömung wieder angelegt hat. Hantiert man in diesen zehn Metern mit den Querrudern herum provoziert man heftiges Pendeln und meistens ein Abkippen über eine Fläche.
[-] Nach Beenden des Trudelns sollte man der AJ-Extra ebenfalls 10m senkrechten Sturzflug zum Wiederanlegen der Strömung gönnen.

Der Strömungsabriss ist bei der AJ-Extra anfangs extremst mühsam uns als Shockflyer-Pilot fragt man sich, wie man an so einem Miststück jemals freude haben kann. Mit zunehmender Übung bekommt man den Abriss jedoch in den Griff und entdeckt nach und nach die wunderbaren Möglichkeiten, die der Strömungsabriss bietet (gerissene/gestossene Rollen, Trudeln, Flachtrudeln, Überschlagsfiguren aller art). Und irgendwann fängt man an sich über die Shockflyer aufzuregen, da die ja immer kreuzbrav am Himmel kleben :-).

nach oben

2.2 Dämpfung um die Achsen
Ein 95cm-Shockflyer ist im Vorwärtsflug um alle Achsen (Querachse, Hochachse, Längsachse) extrem stark gedämpft, da kann man in die Ruder treten wie man will, wirklich aus der Fassung bringen kann man die Maschine damit nicht. Im 3D-Flug ist die Dämpfung auf allen Achsen deutlich geringer, aber immer noch problemlos zu beherrschen.
Bei der AJ-Extra ist die Dämpfung im Vorwärtsflug im Vergleich zum Shockflyer auf der Quer- und Hochachse massiv kleiner. Speziell um die Hochachse kann man die AJ-Extra wunderschön aufschwingen, wenn man zu stark und in unglücklichem Rhythmus ins Seitenruder tritt. Im 3D-Flug ist die Sache nochmals übler, hier sind alle 3 Achsen nur noch schwach gedämpft, hier kann man die Maschine im Nu mit falschen Ruderkommandos aufschwingen.

Durch die geringe Dämpfung verträgt die AJ-Extra erheblich weniger Steuerfehler, im Gegenzug wird eine ganza Gruppe von wunderschönen überschlags- und Trudelfiguren erst möglich, bei denen dem Shockflyer durch die hohe Dämpfung bereits nach wenigen Augenblicken die Puste ausgeht :D.

nach oben

2.3 PIO
Pilot Included Oscillations [extern], ein Aufschwingen des Modells durch zu schnelle und zu heftige Steuereingaben des Piloten. Bei einem Shockflyer muss man sich (abgesehen von der Längsachse im Harrier) wegen der hohen Dämpfung schon extrem blöd anstellen um eine anständige PIO hinzubekommen, bei der AJ-Extra dagegen werden Shockflyer-Umsteiger anfangs andauernd PIO's bauen, meistens wechselt dabei Strömung an gewissen Modellteilen periodisch zwischen angelegtem und abgerissenem Zustand, diesen Wechsel gibts beim Shockflyer prinzipbedingt nicht, daher hat der Umsteiger auch keine Steuerschemen dafür und fällt bei der AJ-Extra anfangs schier vom Himmel. PIO sind auch die Hauptursache für die meisten kritischen Fluglagen beim Wechsel Shockflyer -> AJ-Extra.

Die PIO sind der Preis, den man bei der AJ-Extra für die geringe Dämpfung und die dadurch möglich werdenden Figuren zu zahlen hat. Allerdings bekommt man das mit genügend Übung in den Griff. Fortgeschrittene können die das Aufschaukeln sogar gezielt nutzen, um im 3D-Flug "Anlauf" für spektatuläre Manöver zu holen :D.

nach oben

2.4 Flächenbelastung, Massenträgheit, Dynamik
[-] Die AJ-Extra hat eine deutlich höhere Flächenbelastung als der 95cm-Shockflyer, die Minimalgeschwindigkeit, der Minimale Kreisradius und die nötigen Schräglagen in Kurven sind entsprechend höher.
[-] Die Flächenbelastung relativ zur Modellgrösse ist bei der AJ-Extra ebenfalls höher, daraus resultieren andere Verhältnisse zwischen Luftkraft und Massenträgheit, welche speziell im Bereich des Strömungsabrisses andere (meist giftigere) Flugbewegungen zur folge haben.
[-] Durch die höhere Flächenbelastung und den geringeren Luftwiderstand hat die AJ-Extra erheblich mehr Durchzug, den Schwung nimmt sie viel länger mit und wenn man auf der geraden das Gas raus nimmt bremst sie viel langsamer ab als der 95cm-Shockflyer. Die Vorwärtsfahrt wird dabei wunderbar in Höhe umgesetzt, Aufschwünge sind mit der AJ-Extra eine wahre Freude.
[-] Durch die profilierte Tragfläche ist der Gleitwinkel der AJ-Extra erheblich besser, beim Erstflug hat der Umsteiger beinahe das Gefühl, ein Segelflugzeug zu fliegen.
[-] Die hohe Minimalgeschwindigkiet, die wegen dem heftigen Abreissen nötige überfahrt und der im Vergleich zum 95cm-Shockflyer hervorragende Gleitwinkel machen bei der AJ-Extra eine fast seglermässige Landeeinteilung nötig, anfangs werden sie da mehr als einmal unfreiwillig über die Piste hinaussegeln.

Im ewigen konfligt Wendigkeit vs. Durchzug nimmt der Shockflyer die eine Position (extrem Wendig, kaum durchzug) und die AJ-Extra die andere Position (hoher Platzbedarf, ordentlich durchzug) ein. Welche auslegung nun besser passt hängt von den umgebungsbedingungen (Platzangebot, ev. Distanz zu zuschauern) und den Persönlichen vorlieben des Piloten ab. Ein "richtig" oder "falsch" gibt es hier nicht.

nach oben

2.5 Ruderwirkung
...im Vergleich zum 95cm-Shockflyer mit 0 Prozent Expo auf allen Rudern.
[-] Die Querruderwirkung im Vorwärtsflug ist sehr direkt und extrem stark, beim Knüppelloslassen rastet die AJ-Extra präzise ein. Im Harrier dagegen ist die Querruderwirkung im Vergleich zum 95cm-Shockflyer eher bescheiden, hier ist das Nachdrehen bei der AJ-Extra massiv stärker ausgeprägt als beim Shockflyer (geringe Dämpfung, s.o.).
[-] Das Höhenruder wirkt im Vorwärtsflug direkter und stärker als beim 95cm-Shockflyer (die profilierte Fläche der AJ-Extra lässt grüssen :-)). Nach Ruderloslassen rastet die Extra auch hier präzise ein, überschwingen kann ich keines feststellen. Im Harrier und im Torquen ist die Höhenruderwirkung schwächer als beim 95cm-Shockflyer, aber ausreichend.
[-] Das Seitenruder wirkt auf die Modelldrehung um die Hochachse extrem direkt und stark, hier ist ein deutliches Überschwingen bei ruckartigen Seitenruderbewegungen feststellbar. Knüppelt man da wie vom Shocky gewohnt in der Gegend herum pendelt die AJ-Extra um die Hochachse übelst. Die Modelldrehung um die Hochachse wirkt aber nur schwach und stark verzögert auf die Flugrichtung, im langsamen Messerflug wird extrem viel Seitenruder benötigt. Im Harrier ist die Seitenruderwirkung schwächer, im Hovern/Torquen massiv schwächer als beim 95cm-Shockflyer, bei Abkippern über 30 Grad aus der Senkrechten ist sie nur noch mit Gasstössen und Vollausschlag wieder in die Senkrechte zu bekomen.

nach oben

2.6 Kurvenflug
Der 95cm-Shockflyer hat keine definierte Minimalgeschwindigkeit, folglich gibt es auch keinen minimalgeschwindigkeitsbedingten Geschwindigkeitsunterschied zwischen Geraden und Kurven. Als Pilot fliegt man die Kurven einfach gleich schnell wie die Geraden, egal wie schnell man auf der Geraden war. Kurven benötigen im Vergleich zu gleich schnellen Geraden etwas mehr Gas.

Die Minimalgeschwindigkeit der AJ-Extra ist in Engen (weniger als 7 Spannweiten Radius) kurven ca. 1.5 mal Höher als auf der Geraden, das Gas kann in den Kurven mit Minimalgeschwindigkeit problemlos das Doppelte und mehr der Geraden mit Minimalgeschwindigkeit betragen. Ist die Strömung in der Kurve durch zu langsames fliegen einmal "versaut" (=Modell wird weich auf den Querrudern) bekommt man sie, sofern man in der Kurve bleiben möchte, nur mit einer merklichen Geschwindigkeitszunahme und einer Verringerung des Kurvenradiusses wieder in den Griff. Beim Einfliegen in die Kurve muss die AJ-Extra bereits Kurvengeschwindigkeit haben, hat sie das nicht wird sie auf dem Querruder unweigerlich weich.

nach oben

2.7 Festigkeit
In der Luft bringt man die AJ-Extra (abgesehen von zu hoher Geschwindigkeit) kaum kaputt, eine Bumslandung im Shockflyer-Stil sprengt aber problemlos die Fahrwerkshalterung. Auch jegliches Einhängen mit der Tragfläche am Boden nimmt sie einem sofort übel.Daher muss Einerseits die Landepiste in einem anständigen Zustand sein (gemähte Graspiste oder Asphaltpiste), andererseits muss man die AJ-Extra deutlich sanfter aufsetzen. Nach den ersten weichen Landungen mit der AJ-Extra wird einem dann langsam bewusst, wie übel man seinen Shockflyer bisher "gelandet" (oder eher: hingeklatscht ) hat...

nach oben

2.8 Handling
Die Folienhaut der AJ-Extra ist im Vergleich zu der Depronhaut des 95cm-Shockflyers extrem empfindlich, speziell bei spitzen Gegenständen. Behandelt man die AJ-Extra sie wie einen 95cm-Shockflyer, dann hat man bereits nach wenigen Einsätzen Löcher, Schrammen und Flecken in und auf der Oberfläche. Auch das Anstossen an Regalen, Türrahmen etc. ist bei der AJ-Extra sehr unangenehm, durch die hohe Steifigkeit der Zelle gibts da sehr schnell Bruch.

nach oben

3 Folgerungen

In diesem Kapitel möchte ich die Unterschiede aus dem letzten Kapitel zu konkreten und trotzdem allgemein anwendbaren Flugtipps verarbeiten.

nach oben

1. Dimensionen beachten
Durch die höhere Masse, das bessere Gleiten, den teils heftigen Höhenverlust nach einem Strömungsabriss, die höhere Flächenbelastung sowie den grösseren minimalen Kreisradius und die längeren Strecke zum Wiederanlegen der Strömung ist bei der AJ-Extra alles um ein paar Faktoren grösser, für Shockflyerverhältnisse geradezu riesig:

80cm 150g-Shockflyer 95cm 400g-Shockflyer 130cm 1500g AJ-Extra
Flächenbelastung 10g/qdm 20g/qdm 40g/qdm
Mindestgeschwindigkeit Geradeausflug 4m/s (1) 6m/s (1) 8m/s
Mindestgeschwindigkeit Kurvenflug enge Kurven 4m/s (1) 6m/s (1) 8m/s (2)
Minimaler Kreisradius (3) (3) 7m
Flugfeld 3D (4) 10x15m 15x30m 40x70m
Flugfeld Training (5) 30x60m 50x100m 100x200m
Flugfeld dynamisch (6) 30x60m 50x100m 100x300m
Sicherheitshöhe 10m 20m 50m

Bemerkungen
(1) Geschwindigkeit bei c_a=1, Shockflyer können wegen dem fehlenden Strömungsabriss auch langsamer geflogen werden.
(2) Schätzwert. Die Fluggeschwindigkeit ist bei allen Modellkunstflugzeugen aufgrund ungünstiger Aerodynamik im Kurvenflug merklich höher als im Geradeausflug, da Shockflyer nicht abreissen merkt man das bei denen aber nicht.
(3) Durch den Fehlenden Strömungsabriss ist hier kein minimaler Kreisradius definierbar, Shockflyer kann man fast nach belieben um die Ecken jagen. Der Effektive minimale Kreisradius (begrenzt durch den max. dynamischen Auftrieb den der Shockflyerflügel liefern kann) liegt beim 95cm-Shockflyer bei ca. 1m.
(4) Bei dem man sich wirklich austoben kann. Im Prinzip kann man auch eine AJ-Extra auf 2x2m bewegen, mehr als Torquen ist dann aber nicht mehr drin .
(5) (6) Bei dem man sich wirklich austoben kann.
(7) Jep, mit allen "normalen" Modellkunstflugzeugen kann man im dynamischen Kunstflug riesengross fliegen, sofern sie die nötige Geschwindigkeit zu Stande bringen, um das Flugfenster innert nützlicher Frist zu durchfliegen.

nach oben

2. Schnell genug fliegen
Mit dem 95cm-Shockflyer sind sie wahrscheinlich eher langsam geflogen (oft im Bereich zwischen 10 und 15 Grad Anstellwinkel), da ist die kinetische Energie der Maschine kleiner und die Schäden beim Aufschlag entsprechend geringer. Wegen dem fehlenden Strömungsabriss kann man mit dem 95cm-Shockflyer problemlos längere Zeit über 10-12 Grad Anstellwinkel fliegen, ohne davon überhaupt was zu merken, von dem her ist die Flugtaktik mit dem Langsamflug hier auch sinnvoll. Bei besagten 10-12 grad anstellwinkel steigt der Widerstand der Shockflyertragfläche stärker an, es bildet sich eine art "barriere", die nur noch mit merklich mehr gas zu überwinden ist. Diese Barriere ist recht angenehm, da man das modell durch spielen am Gasknüppel ohne grossen aufwand in dem Geschwindigkeitsbereich vor dieser Barriere halten kann.
Mit der AJ-Extra müssen sie im Zweifelsfall eher zu schnell fliegen, alles unter 1.5-Facher Minimalgeschwindigkeit wird hier kritisch. Der Strömungsabriss ist bei der AJ-Extra vorhanden und kann je nach Fluglage sehr heftig werden und mit ordentlich Höhenverlust verbunden sein. Reagieren sie dann beim Strömungsabriss falsch können sehr schnell gefährliche Situationen entstehen. Vermeiden sie daher unbedingt, in kritischen Situationen in die Nähe des Strömungsabrisses zu kommen und fliegen sie mit der AJ-Extra wie mit allen Modellen mit profilierten Tragflächen schnell genug. Eine "Barriere" wie beim Shockflyer gibt es bei der Aj-Extra nicht, wenn sie da aus gewohnheit im "Barriere"-Flugstil ihres shockflyers fliegen dann schmiert ihnenn die AJ-Extra nach wenigen sekunden ab.

nach oben

3. Drohenden Strömungsabriss erkennen
Die AJ-Extra kündet den Strömungsabriss im Flächenflug "im Voraus" (d.h. bei einer Fluggeschwindigkeit, die noch merklich über der Abreissgeschwindigkeit liegt) durch folgendes Verhalten an:
[-] Das Querruder reagiert verzögert.
[-] Auf ein und denselben Querruderausschlag reagiert die Maschine mal mit heftigen, ein anderes Mal mit kaum spürbaren Reaktionen
[-] Die Maschine pendelt leicht um die Längsachse.
[-] Die Maschine ist um die Längsachse extrem böenempfindlich.
[-] Im Kurvenflug erfolgt andauerndes schlagartiges zurückdrehen oder in-die-Kurve-drehen, welches aber oft bereits nach 10 Grad Drehung beendet ist.
Diese Symptome werden auch als "Weichwerden auf dem Querruder" bezeichnet. Die Querruderreaktionen entsprechen hier weitgehend denen im Harrier, einfach in abgeschwächter Form.

Tipps:
[-] Erhöhen sie, wenn sie dieses Weichwerden bemerken das Gas bzw. den Sinkwinkel und lassen sie die Maschine Fahrt aufnehmen. Lassen sie dabei die Finger vom Querruder und kommen sie nicht auf die Idee, das Pendeln irgendwie aussteuern zu wollen.
[-] Fliegen sie, nachdem sie sich an die Maschine gewöhnt haben, in Sicherheitshöhe einige Akkuladungen an der Grenze zu diesem "weichen" Bereich, um sich die Modellreaktionen genau einzuprägen. Während dieser übungen dürfen (und sollen!) sie auch im "weichen" Zustand das Querruder benutzen, um die Reaktionen des Modells zu verinnerlichen.
[-] Bei Windstille erkennen auch Umsteiger das Weichwerden recht zuverlässig, speziell bei böigem Wind wird es dagegen schwierig, die Einflüsse des "Weichwerdens" von den Einflüssen der Böen zu unterscheiden. Fliegen sie daher ihre Abreisstrainings anfangs immer bei Windstille und fliegen sie bei Wind grundsätzlich etwas schneller, um keinen Strömungsabriss zu riskieren.

nach oben

4. Kurven richtig aussteuern
Ohne Fahrwerksplatten gehört die AJ-Extra zum Kurventyp Standardauslegung, die Kurven benötigen kaum Seitenruder. Das Timing in langsamen Kurven ist recht anspruchsvoll, Steuerungenauigkeiten werden sofort mit Schieben bestraft. Die Abreisseigenschaften in den Kurven sind bei leichtem schieben noch halbwegs gutmütig, bei zu starkem Seitenrudereinsatz geht die AJ-Extra jedoch schlagartig über die kurveninnere Tragfläche weg.
Mit den Fahrwerksplatten gehört die AJ-Extra Kurventyp schiebende Auslegung, hier ist speziell in Langsamen Kurven analog zum Shockflyer ordentlich Seitenruder erforderlich. Timingfehler werden aber weiterhin mit sofortigem Schieben quittiert, auch der Abriss ist bei flachen Kurven weiterhin unangenehm.

Der 95cm-Shockflyer gehört dagegen zum Kurventyp schiebende Auslegung, gerade langsame Kurven benötigen ordentlich Seitenruder, Timingfehler bei den Steuerbefehlen werden gut abgedämpft. Bei zu starkem Seitenrudereinsatz erfolgt bei flachen kurven lediglich ein Abnicken die Kurve hinein (max. eine viertel Umdrehung).

Kurvenflugtechnik mit der AJ-Extra:
[-] Beschleunigen sie, sofern sie nicht eh schon so schnell oder schneller fliegen, die AJ-Extra VOR der Kurve auf mind. doppelte Minimalgeschwindigkeit.
[-] Geben sie Querruder und ziehen sie erst am Höhenruder wenn das Modell seine Schräglage schon fast erreicht hat
[-] Die Kurvenfliegerei ist wahrscheinlich der grösste Unterschied zum Shockflyer, nehmen sie sich daher genügend Zeit für das Kurventraining, damit sie sich umgewöhnen können.

nach oben

5. Seitenruder korrekt bedienen
[-] Langsamflug: Wenn sie kurz vorm Strömungsabriss Seitenruder gibt kippt die AJ-Extra schlagartig über den kurveninneren Flügel ab gerät z.T. bereits ins Trudeln. Das ist von der Auslegung her so gewollt, da man das Trudeln direkt nach dem Strömungsabriss durch Seitenrudergabe einleiten können soll. Im Langsamflug (vor allem im Landeanflug) gilt daher: Vorsicht mit dem Seitenruder!
[-] Ausschlag: Auf Seite schwingt die AJ-Extra z.T. deutlich über, steuern sie daher das Seitenruder weich und bewegen sie den Seitenruderknüppel nicht zu schnell.

nach oben

6. Aufschwingen verhindern
Wegen der geringeren Dämpfung können sie die AJ-Extra im Flächenflug und Speziell im 3D-Flug mit zu heftigen Ruderausschlägen übelst aus der (Flug)Bahn werfen. Bei zu heftigen Ruderkommandos schwingt die Extra gerade um die Hochachse gerne nach, wenn sie beim Aussteuern dieses Nachschwingens Pech haben erwischen sie die Resonanzfrequenz, die Maschine schwingt sich immer weiter auf, im 3D-Flug setzt zusätzlich die Wende-Roll-Kopplung ein und die Maschine fällt ihnen vom Himmel.
Um diese Resonanzen zu vermeiden müssen sie mit ihren Steuerimpulsen immer unterhalb der Resonanzfrequenz bleiben, daher:

Steuern sie anfangs alle Funktionen mit Bedacht und steuern sie immer einen Hauch langsamer, als sie es eigentlich für richtig halten. Dann passt das .

nach oben

7. Weich Landen
Landen mit der AJ-Extra bedeutet anfangs riesengrosses Anfliegen mit ordentlich überfahrt, langsamem Sinken und Aufsetzen auf einer grossen Piste. Jegliche Landungen auf engem Gebiet mit Minimalfahrt sind anfangs tabu.

nach oben

8. Extremsituationen Trainieren
Extremsituationen treten vor allem beim Strömungsabriss und beim (misslingenden) Wiederanlegen der Strömung auf. Trainieren sie diese Situationen und die richtigen Reaktionen ausgiebig in Sicherheitshöhe, so reagieren sie dann instinktiv richtig, wenns in Bodennähe mal brenzlig wird.

nach oben


9. Strömungsabrisse im Hinterkopf behalten
Beim Erfliegen der Abreisseigenschaften werden sie mit dem Strömungsabriss verhältnismässig schnell klarkommen und auch bereits nach kurzer Zeit richtig reagieren. Beim anschliessenden Figuren- und Flugprogrammtraining werden sie sich dagegen automatisch auf die Figuren konzentrieren und den Strömungsabriss vergessen. Fliegen sie dann im Figurentraining zu langsam und die Maschine reisst ihnen ab, dann fällt ihnen anfangs das Herz in die Hose und sie brauchen im Extremfall einige Sekunden, bis sie die Maschine wieder im Griff haben. Bis sie den Strömungsabriss auch im Programmflug sicher und intuitiv beherrschen dauert es seine Zeit, und bis dahin sollten sie den Programmflug nur in Sicherheitshöhe fliegen.

nach oben

10. Auch nach der Landung Sorge tragen
Das Handling mit der AJ-Extra ist letztendlich reine übungssache, ihr erstes derartiges Modell muss dafür als übungsobjekt herhalten wird nach einigen Flugstunden nicht mehr sonderlich schön aussehen. Transportkiste für Modellflugzeuge und -taschen sind für solche Modelle wärmstens zu empfehlen. Beim Manövrieren in engen Räumen empfehle ich Zeitlupentempo, so nimmt das Modell auch bei einer Kollision kaum Schaden.
Zum Tragen stelle ich mich vor die AJ-Extra, greife sie links und rechts vom Rumpf am Tragflächenansatz an der Nasenleiste, drehe sie mit dem heck nach oben und lehne die Kabinenhaube an meinen Oberkörper. Wenn ich sie etwas schräg halte kann ich mit der anderen hand z.B. eine Tür öffnen, beim Manövrieren im Haus ist die Gefahr des Anstossens relativ klein weil das Heck nicht allzu weit über meinen Kopf ragt und ich ansonsten das ganze Modell immer im Blickfeld habe.
Das Greifen an der Rumpfunterseite kann ich nicht empfehlen, da sich hier auf dauer Druckstellen auf dem leichten Balsa-Foliengerüst bilden.

nach oben

4 Der erste Flug

Im Folgenden möchte ich einen Vorschlag für die ersten Flüge mit der AJ-Extra machen. Die Idee hinter dieser Reihenfolge besteht darin, dass der Umsteiger die eingangs erwähnten 20 Prozent Unterschied häppchenweise und über einen möglichst langen Zeitraum erlernt.

nach oben

Hilfe von Aussen
Wenn sie die Möglichkeit haben, dann nehmen sie für die ersten Flüge einen erfahrenen Piloten mit. Lassen sie ihn den ersten Flug und die erste Landung machen und schauen sie genau zu, wie er das anstellt.
Wenn sie dann fliegen dann hängen sie im Idealfall an seinem Lehrer-Schüler-System, falls ein solches System nicht vorhanden ist stellt sich ihr Lehrer hinter ihnen auf, gibt ihnen gezielte Hinweise ("Queranflug noch etwas länger..." "du bist noch zu hoch, mach noch ne Runde..." "etwas mehr Gas...") und lotst sie so sicher durch den Erstflug und die erste Landung. Ich habs (allerdings erst beim fünften Flug ...) so gemacht und kanns nur wärmstens empfehlen. Schon rein die Anwesenheit eines erfahrenen Piloten beruhigt ungemein :-).

nach oben

Ruderausschläge und Schwerpunkt
Die Vorlieben sind hier ja von Pilot zu Pilot recht verschieden, für einen Shockflyer-Umsteiger, der bisher mit 0 Prozent Expo geflogen ist, sollten folgende werte für den Erstflug ganz gut sein:
[-] Schwerpunkt 90mm hinter der Nasenleiste, gemessen am Tragflächen-Rumpf-übergang (die Fliton-Angabe ist problemlos fliegbar, aber ordentlich kopflastig).
[-] Querruderausschlag 30 Grad, Expo 50 Prozent
[-] Höhenruderausschlag 30 Grad, Expo 30 Prozent
[-] Seitenruderausschlag 30 Grad, Expo 30 Prozent

nach oben

Der Flugplatz

Suchen sie sich für die ersten Flugversuche eine grosse (10x70m im Minimum) Landepiste, die in 200m Umkreis im Idealfall hindernisfrei ist. Speziell in Verlängerung der Landebahn dürfen sich keine Hindernisse befinden. Montieren sie für die ersten Landungen das Standardfahrwerk, je nach Untergrund mit 45 oder 90mm-Rädern. Suchen sie sich einen Tag mit guter Sicht und wenig (max. 2m/s) Wind, wenn dann parallel zur Landebahn wehend, aus.
Meine Landefläche für diese ersten Flüge, ca. 200x30m gross und gnadenlos holprig. Mit grossen Rädern und elastisch aufgehängtem Fahrwerk hat meine Extra aber auch dieses Landefeld überlebt (im Gegensatz zum Landefeld neben meinem Haus, siehe Wurfstart/Harrierlandung weiter unten).

nach oben

Start
Stellen sie die AJ-Extra am Anfang der Landebahn auf, stellen sie sich direkt hinter das Modell und machen sie den Startcheck. Schieben sie dann gleichmässig und zügig (Zeit von Null auf Vollgas ca. 2 Sekunden) Vollgas rein, halten sie das Modell mit dem Seitenruder gerade und ziehen sie, sobald sich das Heck hebt, LEICHT am Höhenruder. Nehmen sie das Gas etwas zurück und steigen sie im 30 Grad-Winkel auf Sicherheitshöhe (mind. 50m) und vermeiden sie bis dahin enge Kurven (weniger als 10 Spannweiten Radius oder abrupte Steuerbewegungen.

nach oben

Minimalfahrt
Fliegen sie in Sicherheitshöhe von einer Seite zur anderen geradeaus, halten sie die Höhe und reduzieren sie langsam das Gas. Das Modell wird langsamer und sie werden dabei recht deutlich den steigenden Anstellwinkel des Modells am Hängenden Heck erkennen. Zwischen 10 und 12 Grad Anstellwinkel reagiert das Querruder plötzlich schwächer und verzögert, zusätzlich tritt leichtes Pendeln um die Längsachse auf, wenige Meter danach reisst die Strömung ab und das Modell geht in einen Sackflug über. Gehen sie sobald das passiert vom Höhenruder, drehen sie das Gas auf, lassen sie die Maschine Fahrt aufnehmen und fangen sie sie dann ab. Steigen sie anschliessend erneut auf Sicherheitshöhe und wiederholen sie das Manöver, achten sie dieses Mal möglichst genau darauf, bei welcher Geschwindigkeit und welcher Gasstellung die Maschine abreisst und merken sie sich diese.

nach oben

Rundflug
Fliegen sie jetzt mit der doppelten Abreissgeschwindigkeit (etwas mehr darfs gerne sein, weniger aber auf keinen Fall) durch die Gegend. Machen sie dabei die Kurven gross (mind. 15m Radius) und geben sie in der Kurve nur sehr wenig Seitenruder. Wenn das Heck des Modells etwas in die Kurve reinhängt ists ideal. Auch Kurven ganz ohne Seitenruder sind ok, das Modell schiebt dann zwar merklich, dieser Flugzustand ist aber unkritisch.

nach oben

Platzüberflug
[Fuchsjagd] Fliegen sie jetzt ein grosses Oval vor sich, die hintere Gerade in 30m Höhe, den Geradenteil über der Landebahn als Platzüberflug in 5m Höhe, dazwischen entsprechend Steigen und Sinken. Behalten sie dabei immer mind. die doppelte Abreissgeschwindigkeit, und geben sie in den Kurven in Bodennähe kein Seitenruder mehr. Falls das Modell doch irgendwie schwammig oder kippelig werden sollte sind sie zu langsam, in dem Fall Gas rein und nach oben weg.

nach oben

Landung
Fliegen sie nach dem gleichen Schema wie im Platzüberflug an, diesmal allerdings deutlich tiefer und flacher, so dass sie in 100m Entfernung von der Piste, in Verlängerung der Piste fliegend, noch etwa 10m Flughöhe haben. Nehmen sie jetzt das Gas soweit zurück, dass sie noch mit 1.5-Facher Minimalgeschwindigkeit fliegen (nicht langsamer, sobald das Querruder irgendwie weich wird sind sie zu langsam) peilen sie den Aufsetzpunkt an und fliegen sie auf diesen zu. Kurz über dem Boden fangen sie die Maschine gaaaaanz sanft ab und setzen auf.

[-] Wenn sie zu wenig sanft abgefangen haben wird die Maschine etwas springen, das ist nicht weiter schlimm, sorgen sie aber sofort nach dem "Absprung" mit ganz wenig Tiefenruder dafür, dass sie nicht zu hoch springt.
[-] Wenn das Modell auf dem Querruder weicht wird, beim Springen viel zu heftig springt oder sonst etwas dazwischen kommt: Schieben sie sofort das Gas rein, lassen sie das Modell horizontal beschleunigen, steigen sie dann weg und unternehmen sie einen neuen Landeversuch.

nach oben

Wiederholungen
Wiederholen sie das Schema des ersten Fluges so oft, bis sie die Maschine ohne Probleme, zittrige Hände oder gefährliche Flugsituationen starten, fliegen und landen können.

nach oben

5 Fliegen mit Mimalfahrt/Strömungsabriss

Normalerweise fliegen sie mit der AJ-Extra im Vorwärtsflug mit doppelter Minimalgeschwindigkeit (im Programmflug oft auch schneller, selten langsamer) durch die Gegend. Für einen, der wie ich bisher mit dem 95cm-Shockflyer immer mit 10-12 Grad Anstellwinkel rumgekrebst ist bedeutet das eine Geschwindigkeitssteigerung um den Faktor 3, die ist anfangs heftig ungewohnt, man hat immer das Gefühl man sei zu schnell und dadurch entsteht das Bedürfnis, langsamer zu fliegen. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber an die höhere Geschwindigkeit. Modelle wie die AJ-Extra werden nun mal so schnell bewegt, wenn sie etwas Langsameres wollen müssen sie ein Plattenprofil nehmen oder mit der Flächenbelastung runter gehen.

In den folgenden Übungen fliegen sie ausnahmsweise deutlich langsamer als normal, da es hier darum geht, ein Gefühl für den Strömungsabriss zu entwickeln. Die nächsten Flüge verlaufen dabei immer ähnlich, gehen sie dabei in Sicherheitshöhe immer näher ans Limit.

[-] Gehen sie auch immer wieder übers Limit (= Weichwerden bzw. Strömungsabriss) um die Modellreaktionen kurz vor, während und nach dem Weichwerden/Abriss zu studieren.
[-] Versuchen sie einerseits, kurz vor dem Abriss richtig zu reagieren und ihn so zu verhindern (Gasschub und HR nachlassen) und versuchen sie andererseits bei einem Abriss diesen mit möglichst wenig Höhenverlust zu beenden. Wichtig: Beim möglichst schnellen Beenden des Abrisses haben sie genau einen Versuch. Klappt dieser Versuch ists gut, klappt er nicht (meistens wegen übersteuern) dann schmiert das Modell nochmals richtig eklig ab. Nemen sie dann unbedingt alle Ruder zurück und gönnen sie der AJ-Extra 10 Höhenmeter Fall, damit sich die Strömung wieder anlegen kann. Verkneifen sie sich unbedingt, nach dem ersten misslungenen Versuch einen zweiten schnellen Abfangversuch nachzulegen, das Modell kippt dann nur bei jedem mal giftiger ab, das Spielchen setzt sich bis zum Boden fort und eh sie sichs versehen sind sie eingeschlagen (ja, ich rede aus Erfahrung :-().

nach oben


5.1 Fliegen mit Mimalfahrt

Der Start
Der Start läuft genau gleich wie bei den ersten Flügen.

nach oben

Flugübungen
übung 1 Reduzieren sie im Geradeausflug die Geschwindigkeit bis kurz vor dem Weichwerden der Querruder und Versuchen sie diese Fluglage zu halten. Lassen sie, wenn sie das Weichwerden bemerken, die Finger vom Querruder und geben sie einen kurzen Gasstoss, direkt nachher können sie wieder am Querruder knüppeln, sollte das Modell immer noch weich sein müssen sie das Gas noch weiter aufdrehen.
übung 2 Kreisen sie mit 7-10 Spannweiten Kreisradius am Himmel, reduzieren sie die Geschwindigkeit bis kurz vor dem Weichwerden und versuchen sie die Fluglage zu halten. Spielen sie dabei alle drei Kurvenvarianten (schiebefreie Kurve, Kurve mit neg. Schieben (Heck hängt in die Kurve hinein), kurve mit pos. Schieben (Heck zeigt aus der Kurve heraus)durch. Wenn sie ein Weichwerden bemerken dann lassen sie das Höhenruder etwas nach und beschleunigen sie mit einem kurzen Gasstoss.
übung 3 Wechseln sie Geraden und Kurvenstücke ab und trainieren sie auch hier alle drei Kurvenvarianten. Beschleunigen sie dabei bereits vor Beginn der Kurve auf Kurvengeschwindigkeit, legen sie die Maschine nach erreichen der Kurvengeschwindigkeit mit dem Querruder in die geforderte Schräglage und ziehen sie anschliessend so weit wie nötig am Höhenruder. Um die Kurvengeschwindigkeit halten zu können müssen sie speziell in engen Kurven das Gas direkt nach dem Einleiten der Kurve nochmals merklich aufdrehen.

nach oben

Figuren
Fliegen sie mit Minimalfahrt (sowohl kurz vor dem Weichwerden als auch kurz vor dem Strömungsabriss) verschiedene, vorgegebene Formen (Vierecke, Herzen, Buchstaben etc.), ohne dabei abzureissen oder all zu heftig von der gedachten Flugbahn abzuweichen.

nach oben

Wiederholungen
Machen sie diese übungensolange, bis sie jeden im Flug nahe dem Weichwerden jedes(!) dem Modell mögliche ebene Bauchflug-Manöver fliegen können ohne dabei abzureissen oder allzu lange im "weichen" zustand zu bleiben. Das Ganze kann problemlos mehrere Flugstunden dauern und stellt ihre Geduld auf eine harte Probe.
Das Erkennen des Weichwerdens sowie die richtigen Bewegungen müssen sie vollständig automatisieren, im normalen flugbetrieb haben sie schlicht keine Gehirnkapazität mehr, um sich neben dem Kunstflugtrainig auch noch mit dem Strömungsabriss herumzuschlagen. Ob sie die sache bereits Automatisiert haben merken sie z.B. wenn sie einem anderen Modell folgen und sich aktiv nur noch aufs verfolgen konzentrieren. Reisst ihnen ihre Maschine dabei ab oder wird weich, dann haben sies noch nicht automatisiert .

nach oben

Die Landung
Die Landung läuft vorläufig gleich ab wie beim Erstflug.

[-] Verkneifen sie sich das Modell im Landeanflug mit Minimalfahrt zu fliegen und regelrecht auszuhungern. Sobald sie einige Dutzend Flugstunden drauf haben können sie das problemlos machen, momentan haben sie das Gefühl für den Strömungsabriss noch nicht und werden wahrscheinlich bereits bei der ersten derartigen Landung abreissen und abkippen. Diese unerwarteten Abkipper (bei der Landung konzentrieren sie sich ja aufs Zielen und nicht aufs Fliegen) sind immer deutlich heftiger und mit mehr Höhenverlust verbunden als die provozierten in Sicherheitshöhe, ein Abkipper in der letzten Kurve 7m über dem Boden bedeutet den Einschlag und das Ende des Modells .
[-] Halten sie auch den Anflugwinkel weiter flach, je steiler sie fliegen desdo genauer muss das Timing beim Abfangen stimmen, und für derartige übungen fehlt ihnen momentan noch die Flugpraxis.
[-] Wenn sie den Landeanflug verhauen oder im Endanflug zu hoch anfliegen dann beschleunigen sie horizontal, gehen dann in den Steigflug über und fliegen erneut an.

nach oben

Wichtiger Hinweis
Verkneifen sie sich bei diesen Minimalfahrt-Flügen die anderen Fluglagen wie Messerflug, Rückenflug, Hovern und Torquen und verkneifen sie sich auch jegliche Kunstflugfiguren. Wie würden das zwar alles fast auf Anhieb hinbekommen, aber sie haben das Gefühl für den Strömungsabriss noch nicht, und dass kann zu unkontrollierten Situationen und dadurch zum Modellverlust führen.

nach oben


5.2 Das Abreisstraining

Normalerweise fliegen sie mit der AJ-Extra im Vorwärtsflug mit doppelter Minimalgeschwindigkeit (im Programmflug oft auch schneller, selten langsamer) durch die Gegend. Für einen, der wie ich bisher mit dem 95cm-Shockflyer immer mit 10-12 Grad Anstellwinkel rumgekrebst ist bedeutet das eine Geschwindigkeitssteigerung um den Faktor 3, die ist anfangs heftig ungewohnt, man hat immer das Gefühl man sei zu schnell und dadurch entsteht das Bedürfnis, langsamer zu fliegen. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber an die höhere Geschwindigkeit. Modelle wie die AJ-Extra werden nun mal so schnell bewegt, wenn sie etwas Langsameres wollen müssen sie ein Plattenprofil nehmen oder mit der Flächenbelastung runter gehen.

In der folgenden Übung fliegen sie ausnahmsweise deutlich langsamer als normal, da es hier darum geht, ein Gefühl für den Strömungsabriss zu entwickeln. Die nächsten Flüge verlaufen dabei immer ähnlich, gehen sie dabei in Sicherheitshöhe immer näher ans Limit (=Mindestgeschwindigkeit).

[-] Gehen sie auch immer wieder übers Limit (= Weichwerden bzw. Strömungsabriss) um die Modellreaktionen kurz vor, während und nach dem Weichwerden/Abriss zu studieren.
[-] Versuchen sie einerseits, kurz vor dem Abriss richtig zu reagieren und ihn so zu verhindern (Gasschub und HR nachlassen) und versuchen sie andererseits bei einem Abriss diesen mit möglichst wenig Höhenverlust zu beenden. Wichtig: Beim möglichst schnellen Beenden des Abrisses haben sie genau einen Versuch. Klappt dieser Versuch ists gut, klappt er nicht (meistens wegen übersteuern) dann schmiert das Modell nochmals richtig eklig ab. Nemen sie dann unbedingt alle Ruder zurück und gönnen sie der AJ-Extra 10 Höhenmeter Fall, damit sich die Strömung wieder anlegen kann. Verkneifen sie sich unbedingt, nach dem ersten misslungenen Versuch einen zweiten schnellen Abfangversuch nachzulegen, das Modell kippt dann nur bei jedem mal giftiger ab, das Spielchen setzt sich bis zum Boden fort und eh sie sichs versehen sind sie eingeschlagen (ja, ich rede aus Erfahrung :-().

nach oben

Der Start
Der Start läuft genau gleich wie bei den ersten Flügen.

nach oben

Minimalgeschwindigkeit ohne Weiche Querruder
übung 1 Reduzieren sie im Geradeausflug die Geschwindigkeit bis kurz vor dem Weichwerden der Querruder und Versuchen sie diese Fluglage zu halten. Lassen sie, wenn sie das Weichwerden bemerken, die Finger vom Querruder und geben sie einen kurzen Gasstoss, direkt nachher können sie wieder am Querruder knüppeln, sollte das modell immer noch weich sein müssen sie das Gas noch weiter aufdrehen.
übung 2 Kreisen sie mit 7-10 Spannweiten Kreisradius am Himmel, reduzieren sie die Geschwindigkeit bis kurz vor dem Weichwerden und versuchen sie die Fluglage zu halten. Spielen sie dabei alle drei Kurvenvarianten (schiebefreie Kurve, Kurve mit neg. Schieben (heck hängt in die Kurve hinein), kurve mit Pos. Schieben (heck zeigt aus der kurve heraus)durch. Wenn sie ein Weichwerden bemerken dann lassen sie das Höhenruder etwas nach und beschleunigen sie mit einem kurzen Gasstoss.
übung 3 Wechseln sie Geraden und Kurvenstücke ab und trainieren sie auch hier alle drei Kurvenvarianten. Beschleunigen sie dabei bereits vor Beginn der Kurve auf Kurvengeschwindigkeit, legen sie die Maschine nach erreichen der Kurvengeschwindigkeit mit dem Querruder in die geforderte Schräglage und ziehen sie anschliessend so weit wie nötig am Höhenruder. Um die Kurvengeschwindigkeit halten zu können müssen sie speziell in engen Kurven das Gas direkt nach dem Einleiten der Kurve nochmals merklich aufdrehen.

nach oben

Minimalgeschwindigkeit mit weichen Querrudern
übung 1 Reduzieren sie im Geradeausflug die Geschwindigkeit bis kurz vor dem Sackflug diese Fluglage zu halten. Mit dem Querruder können sie jetzt nur noch äusserst vorsichtig steuern, jede zu heftige Bewegung führt zum Aufschwingen oder zum abkippen. Die Flughöhe steuern sie jetzt im Wesentlichen über den Gasknüppel, da das HR bereits am "Anschlag" ist und wegen dem Drohenden Strömungsabriss keinen Spielraum mehr hat. Nehmen sie, wenn sie Durchsacken, die Finger vom Querruder und geben sie einen kurzen Gasstoss, bis sie das modell wieder unter Kontrolle haben.
übung 2 Kreisen sie mit 7-10 Spannweiten Kreisradius am Himmel, reduzieren sie die Geschwindigkeit bis kurz vor dem Strömungsabriss und versuchen sie die Fluglage zu halten. Spielen sie dabei alle drei Kurvenvarianten (schiebefreie Kurve, Kurve mit neg. Schieben (heck hängt in die Kurve hinein), kurve mit Pos. Schieben (heck zeigt aus der kurve heraus) durch und versuchen sie den Punkt herauszufinden, bei dem die AJ-Extra beim Abriss manchmal in die Gerade zurückkippt und manchmal in die Kurve hineinfällt. Der Kurvenflug mit Minimalgeschwindigkeit ist dabei erheblich anspruchsvoller als der Geradeausflug mit Minimalgeschwindigkeit, besonders auf dem Querruder ist die Maschine hier sehr hibbelig.
übung 3 Wechseln sie Geraden und Kurvenstücke ab, beschleunigen sie dabei vor der Kurve bereits auf Kurvengeschwindigkeit, da ihnen die Maschine sonst in der Kurve sofort abkippt. Trainieren sie auch hier alle drei Kurvenvarianten.

[-] Wenn das Modell in der Kurve abkippt und im Extremfall fast senkrecht runterfliegt dann neutralisieren sie alle Ruder, lassen sie das Gas so wie es ist, gönnen sie dem Modell 10m Sturzflug (bis dann hat sich die Strömung wieder sicher angelegt) und fangen es dann weich ab.

nach oben

Figuren
Fliegen sie mit Minimalfahrt (sowohl kurz vor dem Weichwerden als auch kurz vor dem Strömungsabriss) verschiedene, vorgegebene Formen (Vierecke, Herzen, Buchstaben etc.), ohne dabei abzureissen oder all zu heftig von der gedachten Flugbahn abzuweichen.

nach oben

Wiederholungen
Machen sie diese "Abrissflüge" solange, bis sie jeden im Flug nahe dem Weichwerden jedes(!) dem Modell mögliche ebene Bauchflug-Manöver fliegen können ohne dabei abzureissen oder allzu lange im "weichen" zustand zu bleiben. d die meisten auch verhindern können. Sobald das klappt, fliegen sie am Himmel bestimmte Muster (Vierecke, Herzen, etc.) mit Minimalfahrt, bis sie auch hier nicht mehr abreissen. Das Ganze kann problemlos mehrere Flugstunden dauern und stellt ihre Geduld auf eine harte Probe.

nach oben

Die Landung
Die Landung läuft vorläufig gleich ab wie beim Erstflug.

[-] Verkneifen sie sich das Modell im Landeanflug mit Minimalfahrt zu fliegen und regelrecht auszuhungern. Sobald sie einige Dutzend Flugstunden drauf haben können sie das problemlos machen, momentan haben sie das Gefühl für den Strömungsabriss noch nicht und werden wahrscheinlich bereits bei der ersten derartigen Landung abreissen und abkippen. Diese unerwarteten Abkipper (bei der Landung konzentrieren sie sich ja aufs Zielen und nicht aufs Fliegen) sind immer deutlich heftiger und mit mehr Höhenverlust verbunden als die provozierten in Sicherheitshöhe, ein Abkipper in der letzten Kurve 7m über dem Boden bedeutet den Einschlag und das Ende des Modells .
[-] Halten sie auch den Anflugwinkel weiter flach, je steiler sie fliegen desdo genauer muss das Timing beim Abfangen stimmen, und für derartige übungen fehlt ihnen momentan noch die Flugpraxis.
[-] Wenn sie den Landeanflug verhauen oder im Endanflug zu hoch anfliegen dann beschleunigen sie horizontal, gehen dann in den Steigflug über und fliegen erneut an.

nach oben

Wichtiger Hinweis
Verkneifen sie sich bei diesen Minimalfahrt-Flügen die anderen Fluglagen wie Messerflug, Rückenflug, Hovern und Torquen und verkneifen sie sich auch jegliche Kunstflugfiguren. Wie würden das zwar alles fast auf Anhieb hinbekommen, aber sie haben das Gefühl für den Strömungsabriss noch nicht, und dass kann zu unkontrollierten Situationen und dadurch zum Modellverlust führen.

nach oben

6 Wurfstart/Bauchharrier/Harrierlandung

Nicht alle Piloten haben dauerhaft eine ebene und gemähte Landefläche zur Verfügung. Wenn ich neben dem Haus fliege darf ich z.B. hier starten und landen :-)). Fahrwerk und Modell überleben hier weder Bodenstart noch Fahrtlandung, da muss also was anderes her. Handstart geht mit der AJ-Extra Problemlos, die Harrierlandung ebenfalls. Im Harrier kommt man auf so ziemlich jeder Piste runter, der Handstart schert sich eh nicht um Bodenbeschaffenheiten.

Bleiben sie für ihre ersten derartigen Versuche noch auf ihrer ebenen Landewiese, damit sie, falls sie den Harrier auf Anhieb nicht hinbekommen, trotzdem noch normal Landen können.

nach oben

Rudereinstellungen

... Für einen Piloten, der vorher bei seinem Shockflyer mit 0 Prozent Expo auf allen Rudern geflogen ist.
[-] Querruder: Alles was geht, vor allem im Flächenharrier und im Rollenharrier brauchen sie den Vollen Ausschlag. Ohne Expo ist dieser jedoch schlicht nicht fliegbar, 40 Prozent Expo sind das Minimum, 60 Prozent sind auch nicht verkehrt.
[-] Höhenruder: Alles was geht, im Harrier, im Hovern/Torquen sowie bei überschlägen wird der volle Ausschlag benötigt. Expo 30-50 Prozent.
[-] Seitenruder: Alles was geht, speziell im langsamen Messerflug brauchen sie den vollen Ausschlag. 0 Prozent Expo sind zwar möglich, 20-30 Prozent sind aber wesentlich angenehmer, da man so das heftige Nachschwingen um die Hochachse besser und schneller in den Griff bekommt. Mir war das Expo auf dem Seitenruder zwar anfangs auch suspekt (beim Shockflyer bin ich kurz davor negatives Expo zu Programmieren...) aber glauben sie mir, die AJ-Extra fliegt mit positivem Expo auf dem Seitenruder damit wirklich besser.

Tipp:
Programmieren sie sich für den langsamen Umstieg von den Normalausschlägen auf die 3D-Ausschläge am besten zwei mittels Schalter umschaltbare Flugphasen, die eine enthält die "vertrauten" Ausschläge und Expowerte, die andere die "verschärften". Lassen sie dabei das Expo wie es ist und schrauben die die Ausschläge von HR und SR in 15-Grad-Schritten und vom QR in 10-Grad -Schritten hoch. Starten sie mit den der "vertrauten" Flugphase, fliegen sie auf Sicherheitshöhe mit der "verschärften" Flugphase solange im "Abrissflug", bis die "verschärfte" Flugphase zur "vertrauten" geworden ist. Programmieren sie dann die neuen "vertrauten" Ausschläge an die Stelle der Alten, legen sie an die Stelle der alten "verschärften" die neuen "verschärften" und wiederholen das ganze Spielchen...

Wurfstart

[Wurfstart]

[-] Greifen sie, wenn sie den Gasknüppel mit der linken Hand steuern, die AJ-Extra mit der rechten Hand direkt vor der Kabinenhaube, Daumen und Zeigefinger jeweils unterhalb der Rumpfdeckelkante.
[-] Halten sie die AJ-Extra ca. im 70 Grad Winkel nach oben genau gegen den Wind.
[-] Lassen sie die rechte Tragfläche zur Kompensation des Motordrehmomentes leicht hängen und machen sie einen kurzen Rudercheck. Geben sie (sofern sie einen Antrieb mit ca. 400-500 Watt Eingangsleistung haben) Vollgas, schieben sie das Modell ca. 50cm weit im 70 Grad-Winkel nach oben und lassen sie es dann los. Ziehen sie ihre Hand sofort zurück, damit sie nicht mit dem Seitenruder kollidiert. Die AJ-Extra verringert den Steigwinkel nach dem Loslassen schlagartig je nach Wind auf 30-60 Grad und steigt dann stabil weg. Ein leichtes Wegdrehen nach links ist dabei normal, kritisch ist das bei mir noch nie geworden.

Wichtig: Der Handstart hat nichts mit Werfen zu tun, es ist mehr ein "Anschieben", die eigentliche Startenergie kommt vom Motor, sie führen das Modell lediglich den ersten halben Meter. Jegliches "Werfen" oder ruckartiges nach oben Schieben hat ein Abkippen des Modells über die linke Tragfläche zur Folge.

nach oben

Harriertraining
Fliegen die die Harrierübungen ca. 60m von sich entfernt und ca. 40m über dem Boden. Durch den relativ flachen Blickwinkel sehen sie das Modell von der Seite, was beim Harrier bekanntlich extrem hilft, durch die 40m Sicherheitshöhe können sie sich auch mal einen wüsten Abkipper leisten, ohne dass die Maschine gleich einschlägt, und durch die 60m Abstand haben sie nie die Möglichkeit, in sich rein zu fliegen und müssen sich dementsprechend auch nicht darum sorgen. Die AJ-Extra ist in 60m Abstand zwar schon relativ klein, aber das ist im Gegensatz zu den Nachteilen des boden- und pilotennahen Fluges ist das das kleinere übel.

Gehen sie in dieser Sicherheitshöhe in den 40-Grad-Harrier und fliegen sie mal durch die Gegend. Im Geradeausflug und in weiten Kurven verhält sich die AJ-Extra dabei lammfromm, fast noch angenehmer als die 95cm-Shockflyer. Enge Kurven sind schon etwas kniffeliger, speziell bei Linkskurven ist die Querruderwirkung eher grenzwertig. Wenn man da nach innen wegkippt sollte man neben Gas auch noch Seitenruder aus der Kurve heraus geben, um das Heck wieder gerade zu bekommen.

Sobald sie die Maschine im Bauchharrier einigermassen im Griff haben (hat bei mir eine Akkuladung gedauert) können sie die Flughöhe auf 20m Reduzieren, damit sie auch was sehen. Versuchen sie jetzt, ohne Aufschwingen einer geraden Linie entlangzufliegen. Wenn das klappt können sie einen Landeanflug in 20m Höhe simulieren, wenn das auch klappt sind sie bereit für die Harrierlandung.

nach oben

Harrierlandung

[Harrierlandung]

[] Fliegen sie nach dem Schema im Bild rechts an, der Queranflug erfolgt dabei VOR dem Piloten. Gelandet wird exakt gegen den Wind vom Piloten weg. Machen sie die Kurve vom Queranflug in den Endanflug gross und weich, sinken sie dabei ständig ein klein wenig und vermeiden sie langes Ausschweben auf gleicher Höhe, da das Modell hier gerne unruhig wird. Setzen sie mit ca. 30 Grad Anstellwinkel auf, alles unter 30 Grad birgt die Gefahr des Wiederanlegens der Strömung, alles über 30 Grad belastet das Fahrwerk unnötig.

Tipps
[-] Landen sie im Harrier NIE (nie nie nie nie!) mit Rückenwind, das Modell baut dabei selbst bei Halbwegs ebenem Untergrund einen überschlag und der Propeller mag das nicht wirklich.
[-] Landen sie immer von sich weg und nie gegen sich, beim Landeanflug gegen sich bekommen sie IMMER Panik (sie wollen sich ja schliesslich nicht über den Haufen fliegen...) und die Landung wird entsprechend laut.
[-] Wenn sie bei Seitenwind landen müssen, dann fliegen sie normal nach Schema an und drücken sie kurz vor dem Aufsetzen das Heck mit dem Seitenruder etwas mehr in Fahrtrichtung, so dass sie nicht ganz so schief aufsetzen. Die Harrierlandung bei Seitenwind ist eine recht knifflige Angelegenheit und erst nach einiger Erfahrung mit Gegenwindlandungen zu empfehlen.
[-] Die einzigen wirklichen Gefahren bei der Harrierlandung sind drei Pilotenfehler: Das Aufschwingen des Modells und die Längsachse in Bodennähe, da man die Ausgleichskommandos zu hastig gibt, das Einhängen der Tragfläche am Boden bei zu schiefem Aufsetzen und das Abkippen in zu engen Kurven.


Rudercheck
Die Harrierlandung ist auch bei sauberer Ausführung mit einem ordentlichen Bums verbunden, die Zelle der AJ-Extra hält das zwar aus, die Belastung ist aber schon recht grenzwertig. Machen sie daher vor jedem Start nach einer Harrierlandung einen Rudercheck, rütteln sie einmal kurz am Fahrwerk und schütteln sie das gesamte Modell. So können sie bei der Landung entstandene Schäden noch vor dem Start erkennen.

nach oben

7 Die Fluglagen

Als nächstes können sie in Sicherheitshöhe alle Fluglagen, die sie bereits vom 95cm-Shockflyer her kennen, auf die AJ-Extra übertragen.

nach oben

Rückenflug
Im Rückenflug ist das Modellverhalten sehr ähnlich wie im Bauchflug. Im Rückenflug können sie daher die komplette Prozedur vom Bauchflug noch einmal durchnudeln, das sollte hier etwas schneller gehen als im Bauchflug.

nach oben

Messerflug
Der schnelle Messerflug ist kein Problem, der Langsame erfordert extrem viel Seitenruderausschlag, der Rumpfanstellwinkel beträgt dann fast 40 Grad. Auch muss hier die Motorleistung deutlich erhöht werden. Der Messerflug mit Seitenruder-Vollausschlag ist nicht so doll, da man da keine Reserve mehr für Korrekturen hat und spätestens in der Kurve absäuft. 5-10 Grad Ausschlagsreserve am Seitenruder sollte man im Messerflug behalten.
Achtung: Wenn sie (z.B. in der Vierpunktrolle) aus dem Messerflug mit 30 Grad Anstellwinkel schlagartig in den Flächenflug übergehen und dabei das Seitenruder (und damit den Anstellwinkel) nicht rechtzeitig reduzieren reisst ihnen die Strömung an der im Messerflug oben gelegenen Tragfläche ab. Erkennbar ist das am extremen Nachdrehen, meist landen sie dann nach 180 Grad wieder im Messerflug, in ganz heftigen Fällen kanns auch ne ganze gerissene Rolle geben.

nach oben

Harrier
Den Bauchharrier kennen sie schon von der Landung her, der Rückenharrier ist nicht wesentlich anders, ausser das die Höhenruderwirkung subjektiv deutlich besser ist und die AJ-Extra dazu neigt, sich oberhalb von ca. 75 Grad Anstellwinkel selbstständig aufzurichten. Nach dem Rückenharrier mit 45 Grad können sie den Anstellwinkel im Bauch- und im Rückenharrier bis 90 Grad hochschrauben.

[-] Bei diesen hohen Anstellwinkeln fliegt sich die AJ-Extra im Vergleich zum 95cm-Shockflyer anspruchsvoll recht nervös, und Anfangs werden sie auch nicht alle Abkipper aussteuern können, auch mit Vollausschlägen nicht.
[-] Ab ca. 80 Grad Anstellwinkel macht sich das Motordrehmoment schlagartig (und deutlich heftiger als beim 95cm-Shockflyer) bemerkbar, um ein Wegdrehen zu verhindern müssen sie mit dem Querruder ordentlich gegensteuern.

[-] Trainieren sie den Harrier mit mehr als 45 Grad Anstellwinkel anfangs ausschliesslich bei Windstille. Einerseits fliegt das Modell dann deutlich Ruhiger, andererseits können sie sich die Modellreaktionen (die sind z.T. etwas anders als beim 95cm-Shockflyer) unverfälscht einprägen. Bei böigem Wind ist der Harrier über 45 Grad Anstellwinkel extrem anspruchsvoll, machen sie das Erst wenn sie den Harrier bei Windstille beherrschen.
[-] Stabilisieren sie die AJ-Extra auf Quer mit schnellen, harten und relativ grossen Querruderausschlägen. Schon ein kurzes Hin- und Herschlagen mit den Querruder (ca. halber möglicher Ausschlag) stellt das Pendeln um die Längsachse zuverlässig ab.
[-] Setzen sie Seiten- und Höhenruder gezielt und wenn nötig mit Vollausschlägen ein. Achten sie dabei aber darauf, dass sich das Modell nicht aufschwingt. Grosse HR- und SR-Ausschläge müssen sie mit entsprechenden Gasstössen unterstützen, da ihnen das Modell sonst absinkt.
[-] Zögern sie nicht, beim Gas falls nötig ordentlich reinzutreten, Gasstösse haben fast immer eine stabilisierende Wirkung.
[-] Sobald ihr Modell durch Abkippen in eine Fluglage gerät, wo sich die Strömung an den Tragflächen wieder anlegt, dann haben sie einen Versuch, das Modell mit schnellen und heftigen Quer- und Höhenruderausschlägen wieder in den Harrier zu bekommen. Misslingt dieser Versuch, dann brechen sie den Harrier sofort ab, neutralisieren sie die Ruder und lassen sie die Maschine Fahrt aufholen. Ein direktes Zurückbefördern in den Harrier mit teilweise wiederangelegter Strömung ist extrem schwierig, das Flugverhalten der Maschine ist dabei anfangs höchst anspruchsvoll und für den Umsteiger nicht berechenbar.
[-] Fliegen sie den Harrier mit hohem Anstellwinkel anfangs mit reichlich Sicherheitshöhe, schon das vollständige Herauskippen kostet inklusive Fahrtaufholen und Abfangen problemlos 20 Höhenmeter.

nach oben

Hovern/Torquen
Hovern und Torquen sind ebenfalls wesentlich anspruchsvoller als mit dem 95cm,-Shockflyer, Höhen- und Seitenruderwirkung sind schlechter. In Kombination mit leichten Gasstössen und schnellen, grossen Ruderausschlägen ist die Ruderwirkung aber ausreichend, der Schritt vom Harrier mit 80 Grad Anstellwinkel ins Hovern ist auch hier nichts Gewaltiges und eher eine Formsache.

nach oben

Rollenflug
[-] Wegen der im Abschnitt "Messerflug" erwähnten Problematik mit der gerissenen Rolle sollten sie die Endlosrollen den Vierpunktrollen vorziehen, bei den langsamen Endlosrollen können sie gefahrlos ein Gefühl fürs Seitenrudertiming entwickeln.
[-] Bei den Endlosrollen mir geringer Fluggeschwindigkeit hängt der Anstellwinkel in den Messerflugteilen stark von der Rollgeschwindigkeit ab, bei einer Sekunde/Rolle ist er kaum wahrnehmbar (da es schlicht keinen Sinn macht die AJ-Extra innerhalb einer halben Sekunde auf 30 Grad Anstellwinkel und wieder zurück zu prügeln), ab etwa 10 Sekunden/Rolle fliegt man den vollen Anstellwinkel im Messerflug. Im Bereich dazwischen liegt der Messerflug ebenfalls zwischen 5 und 30 Grad. Den "Auftriebsverlust" im Messerflug kompensiert man mit leichtem Ziehen/Drücken im Flächenflug. Das ergibt zwar eine leicht wellenförmige Flugbahn, die Wellenform ist bei schnellen Rollen aber so klein dass sie niemand bemerkt.
[-] Fliegen sie die Rollenkreise anfangs sehr gross (mind. 50m Durchmesser) und recht schnell, dann fliegt die AJ-Extra stabil und bietet keine bösen überraschungen. Sobald sie die Rollenkreise so sicher im Griff haben können sie Durchmesser und Geschwindigkeit reduzieren.

nach oben

Rollenharrier
Der Rollenharrier ist mit der AJ-Extra erheblich schwieriger als z.B. mit einer 3m-Extra330s im AFPD, da die AJ-Extra wesentlich weniger Timingfehler verzeiht und bei derartigen Fehlern sehr heftig wegdrehen kann. Von dem AFPD-Modellen kommt die 3m-Cap der AJ-Extra im Rollenharrier am nächsten. Wenn man das Steuerschema bei der AJ-Extra aber mal raus hat (bei mir hats an einem nebeligen Mittwoch Nachmittag plötzlich "klick" gemacht und dann gings) sind Harrierrollen ein wahrer Genuss, ab 0.5 Rollen/Sekunde ist auch der geringere Auftrieb im Messerflug praktisch weggebügelt. Ich empfehle ihnen dabei wärmstens, am Anfang den Vierpunkt-Rollenharrier zu trainieren (auch wenn ihnen die Kiste anfangs dabei fast vom Himmel fällt) und erst nach dessen gelingen auf den Endlosrollenharrier zu wechseln.
[-] Um die AJ-Extra beim der Harrierrolle vom Bauchharrier in den Messerharrier zu bekommen müssen sie kurz sehr heftig ins Querruder langen und das Seitenruder eher verspätet einsetzen. Bringen sie das Seitenruder zu früh und/oder betätigen sie das Querruder zu schwach bleibt ihnen die Maschine im Bauchslip stecken und kommt nicht bis in den Messerharrier. Ist die Harrierrolle dann einmal begonnen ist der Effekt bei den nächsten Durchflügen Bauchharrier -> Messerharrier zwar immer noch da aber deutlich abgeschwächt.
[-] Trainieren sie anfangs den Rollenharrier über 45 Grad Anstellwinkel. Bei Steuerfehlern richtet sich die AJ-Extra meistens in die Senkrechte auf, unterhalb von 40 Grad Anstellwinkel semmelt sie bei Steuerfehlern dagegen zielstrebig gen Mutter Erde, nicht wirklich angenehm ;-).
[-] Bei Shockflyer-Umsteigern stockt die Rollbewegung der AJ-Extra im langsamen Rollenharrier über 45 Grad Anstellwinkel regelmässig, manchmal parkiert sie regelrecht in eine Bestimmten Lage um die Längsachse. Dieses Verhalten ist nicht weiter dramatisch und verschwindet mit der Zeit von selber, also nicht aufregen und nicht krampfhaft aussteuern wollen :-).

nach oben

8 Programmflug

Bisher bin ich nur Teile des F3A P-07 geflogen, aber einige Tendenzen waren schon feststellbar:
[-] Die AJ-Extra rastet bei Rollen präziser ein als jeder Shockflyer.
[-] Die massenbedingte Dynamik lässt die Flugprogramme flüssiger und ruhiger erscheinen. Der Motorensound und die Optik eines Vollrumpfes tun ihr übriges dazu.
[-] Physikalische Grenzen sind dem Treiben durch den minimalen Kreisradius gesetzt, hier muss man, vor allem wenn man das gleiche Programm vorher schon mal mit dem Shockflyer geflogen hat, verdammt aufpassen und die Radien bewusst gross genug machen.
[-] Zu heftiges und unkoordiniertes Rühren an den Knüppeln führt zu einem teilweisen oder vollständigem Strömungsabriss, im Prinzip kein Problem, Ruder neutral, Gas geben und nach 20m Geradeausflug ist die Sache gegessen, man darf aber nicht einfach wie beim Shocky munter weitersteuern, sonst reisst die AJ-Extra ganz ab.
[-] Bewusst gesteuerte Trudelfiguren sollte man sich anfangs unbedingt verkneifen, die kann man später mit noch mehr Sicherheitshöhe nachholen.

nach oben

9 Kritische Fluglagen

Für den Umsteiger aus dem Shockflyerbereich hat die AJ-Extra ein paar ganz spezielle Ekligkeiten parat. Wenn man diese kennt und richtig reagiert dann ist dass kein Problem, wird man von ihnen überrascht dann wirds übel. Die meisten dieser Ekligkeiten habe ich bis hier her schon mal erwähnt, im Folgenden möchte ich nochmals alle mir bekannten auflisten.

nach oben

1. Nichtbemerken des Strömungsabrisses
Sie fliegen hochkonzentriert (z.B. beim Landeanflug), wobei sie sich hauptsächlich auf die Flugbahn des Modells konzentrieren. Wenn ihnen die Maschine hier abreisst dann realisieren sie das im Extremfall nicht als Abriss, steuern folglich normal dagegen, was die AJ-Extra mit einem noch viel ekligeren Abkipper quittiert. Völlig verwirrt steuern sie wieder (falsch) dagegen, die AJ-Extra schaukelt sich immer weiter auf und schlägt schliesslich ein. Erst nach dem Einschlag wird ihnen klar das die Maschine einen Strömungsabriss hatte.

Grund: PIO [extern] heisst das Zauberwort :D. Vom Shockflyer her sind sie gewohnt, den Strömungsabriss einfach als Abweichung von der Flugbahn zu behandeln und entsprechend normal dagegen zu steuern. Kommen bei der AJ-Extra nach dem Strömungsabriss nicht die korrekten Ruderreaktionen schmiert ihnen die Maschine ab .

Reaktion: Immer die Abrissmöglichkeit im Hinterkopf behalten und beim Abriss SOFORT ins entsprechende "Abrisssteuerprogramm" wechseln.

Verhindern: Trainieren sie sich diesen Wechsel zwischen "Normalsteuerprogramm" und "Abrisssteuerprogramm" während dem Abrisstraining an, bis er fliessend, intuitiv und selbstverständlich läuft. Das ist eine langwierige und mühsame Angelegenheit, aber sie ist unbedingt nötig.

nach oben

2. Aufschaukeln beim Abfangen nach dem Strömungsabriss
Sie reissen mehr oder weniger unerwartet ab, wollen die Maschine so schnell wie möglich wieder in den Normalflug bekommen (in Bodennähe verständlich), übersteuern, schaukeln sich bevorzugt um die Längsachse auf, können dieses Aufschaukeln nicht beenden und schaukeln folglich bis zum Einschlag durch.

Grund: Ebenfalls PIO [extern]. Bei frisch abgerissener Strömung reagiert das Modell auf dem Querruder deutlich hibbeliger und dreht auch mehr nach, in Verbindung mit dem übersteuern durch den Schreck des Strömungsabrisses ergibt das das erwähnte Aufschaukeln. Wenn das Modell dann erstmal aufgeschaukelt ist sind Korrekturen mit dem Gas, HR und SR nur noch schwer möglich, da bereits kleinste Korrekturen das Modell abkippen lassen. Ohne diese Korrekturen verliert das Modell jedoch immer mehr Höhe, wenn sie das Aufschaukeln nicht in den Griff bekommen schlagen sie früher oder später ein.

Reaktion: In Sicherheitshöhe: Finger weg vom Querruder, Modell Fahrt aufholen lassen und normal abfangen. In Bodennähe: Querruder nur ganz sanft und mit Absicht verzögert steuern, Vollgas und voll Höhenruder/Tiefenruder rein und senkrecht nach oben wegfliegen. Wenn ihre Maschine dafür nicht genügend Leistung hat ist sie nur eingeschränkt 3D-Tauglich (und zwei Sekunden später sowieso wieder im Baukastenzustand ...)

Verhindern: [-] Trainieren sie das aktive Beenden des Aufschwingens in Sicherheitshöhe, indem sie ihr Modell abreissen lassen und es dann mit gezielten Querruderkommandos in diesen "Aufschwingzustand" befördern (die optimalen Steuerbewegungen zum Einleiten dieses Manövers sind modellabhängig, das müssen sie ausprobieren). Geben sie sich dabei eine bestimmte Mindesthöhe, und wenn sie bis zu dieser Höhe das Abfangen noch nicht geschafft haben beenden sie das Pendeln normal mittels loslassen der Ruder und Fahrtaufholen.
[-] Bereits nach kurzen Training lässt sich die Situation nicht mehr willentlich herbeiführen. Unerwartet (z.B. während dem Figurentraining) kann sie aber immer noch vorkommen, wenn sie dann in Sicherheitshöhe sind und schnell genug schalten können sie ebenfalls probieren die Sache mit Querruderkorrekturen in den Griff zu bekommen.

nach oben

3. Strömungsabriss nach Wiederanlegen der Strömung
Sie reissen mehr oder weniger unerwartet ab, reagieren aber soweit korrekt und befördern das Modell wieder in den Normalflug. Wenn sie bei dieser (eigentlich korrekten) Reaktion zu hastig oder mit zu grossen Ausschlägen agieren kann es sein dass sie noch während dem Wiederanlegen der Strömung den nächsten Abriss bauen. Auf diesen reagieren sie dann vor lauter Schreck erst recht zu hastig und bauen damit gleich den dritten Abriss. Diese Sache kann sich dann problemlos bis zum Einschlag fortsetzen, die Sicherheitshöhe ist nach 3 Abrissen meistens bereits aufgebraucht.

Grund: PIO [extern] In Da House...

Reaktion: Nerven behalten und langsam genug abfangen.

Verhindern: Auch der Umgang mit diesen Mehrfachabrissen lässt sich analog zum Aufschwingen gezielt trainieren.

nach oben

4. Strömungsabriss in flachen Kurven
Fliegt man mit wenig Gas langsam horizontal, hält die Tragflächen mit wenig Querruder horizontal und gibt dann für eine flache Kurve beherzt Seitenruder, kippt die AJ-Extra schlagartig über die kurveninnere Fläche weg und geht in einen steilen Slip, im schlimmsten Fall ist auch Trudeln möglich.

Grund: Durch das Seitenruder dreht sich das Modell um die Hochachse, die kurveninnere Tragfläche wird langsamer angeströmt als die kurvenäussere, das Modell dreht dadurch in die Kurve hinein, durch die Drehung wird die kurveninnere Tragfläche leicht von unten angeströmt, daraus resultiert ein höherer Anstellwinkel und die Maschine reisst ab. An der äusseren Tragfläche liegt die Strömung noch an, daher kippt das Modell schlagartig über die innere Tragfläche ab. Wenn sie vor dem Abriss noch halbwegs schnell waren legt sich die Strömung an der kurveninneren Tragfläche wieder an (Slip, Sturzflug), wenn sie extrem langsam waren bleibt sie abgerissen und das Modell geht ins Trudeln.

Reaktion: Alle Ruder loslassen, das Modell fängt sich nach max. einer halben Umdrehung wieder. Gönnen sie ihm dann noch 10m Sturtzflug, bis sich die Strömung ganz wieder angelegt hat und fangen sie dann sanft ab. Fortgeschrittene können die Drehbewegung früher stoppen, indem sie leicht Gegenseitenruder geben. Dieses Gegenseitenruder will aber wohl dosiert sein, treten sie vor Schreck zu heftig ins Seitenruder kippt ihnen die Maschine gleich auf die andere Seite ab.
[-] Gönnen sie dem Modell anfangs unbedingt die 10m Sturzflug, fangen sie früher ab besteht die Gefahr dass das Modell wegen noch nicht ganz ausgebildeter Strömung gleich nochmal abreisst und abkippt.
[-] Steuern sie nach dem Abkippen NICHT mit dem Querruder dagegen, sofern überhaupt eine Querruderwirkung eintritt wirkt diese höchstens destabilisierend.

Verhindern: Umsteiger fliegen flache Kurven nur mit ausreichend Sicherheitshöhe. Fortgeschrittene fliegen flache Kurven mit genügend Geschwindigkeit.

nach oben

5. Abkippen im Sackflug
Im Sackflug mit wenig Gas und fast voll gezogenem Höhenruder kann man prima Höhe abbauen. Im Sackflug ohne Gas, speziell mit zu wenig gezogenem HR kann man das Modell prima versenken. Vorher schaukelt es sich heftigst auf und kippt meistens wie bei der flachen Kurve über eine Fläche ab.

Grund: Im Sackflug mit Gas und viel HR ist der Anstellwinkel der Tragflächen so gross (meist >30 Grad) dass die abgerissene Strömung an den Tragflächen gar nicht auf die Idee kommt sich wieder anzulegen. Weniger Gas bedeutet geringere HR-Wirkung und damit flacheres Sinken, in Verbindung mit zu wenig HR können die Tragflächen dann plötzlich in den Bereich kommen, wo sich die Strömung wieder anlegt (<12 Grad). Die Strömung legt sich meist einseitig wieder an, die entsprechende Tragfläche wird hochgehoben, der Pilot steuert dagegen, die Strömung reisst wieder ab und legt sich dafür an der anderen Tragfläche an, der Pilot steuert wieder dagegen, das Modell schaukelt sich auf und wird unkontrollierbar.

Reaktion:In Sicherheitshöhe: Lassen sie die Finger vom Querruder, neutralisieren sie das Höhenruder, lassen sie das Modell 10m ohne QR-Korrektur fahrt aufnehmen so dass sich die Strömung vollständig wieder anlegen kann und fangen das Modell dann ab. In Bodennähe: Finger weg vom Querruder, Vollgas, HR und bei zu grosser Schräglage SR rein und senkrecht nach oben wegsteigen.
[-] Fortgeschrittene können das Pendeln mit Gas, mehr HR und geschickten QR-Reaktionen in den Griff bekommen, das ist allerdings sehr schwierig, kommen die QR-Reaktionen auch nur minimal verspätet verschlimmert sich das Pendeln, das Modell kann im schlimmsten Fall bis zum Boden hin durchpendeln.

Verhindern: Sackflüge ohne Gas sind anfangs tabu, gibt man zusätzlich zum Gas soviel HR dass das Modell ca. im 45 Grad-Winkel runterkommt ist die Sache in Butter.

nach oben

6. Abkippen im Harrier I
Wenn sie im Flächenharrier das HR zu lange reduzieren (Abrutschen vom HR-Knüppel, übersteuern bei einer Böe), so das das Modell schon fast wieder in die Horizontale zurückgekippt ist und dann einfach mit dem normalen Harrierschema weitermachen beginnt das Modell extrem stark zu pendeln und kippt irgendwann über eine Fläche ab.

Grund: Der Grund ist der gleiche wie fürs Abkippen im Sackflug, durch das reduzieren des Höhenruders reduzieren sie den Anstellwinkel der Tragflächen, die Strömung beginnt sich wieder anzulegen, und mitten im Anlegen steuern sie wieder mit QR rein.

Reaktion: Gleich wie beim Abkippen im Sackflug, Umsteiger gehen sofort vom HR und lassen das Modell 10m lang Fahrt aufholen und fangen es anschliessend ab.

Verhindern: HR im Harrier nicht zu stark reduzieren.

nach oben

7. Abkippen im Harrier II
Wenn sie im Flächenharrier zu lange mehr als 60 Grad um die Längsachse aus der Horizontalen heraus fliegen (also quasi schon halb im Messerharrier) und dann wieder in den Flächenharrier zurückdrehen quittiert das Modell das ebenfalls mit heftigem Pendeln.

Grund: Der Grund ist ebenfalls ein teilweises Wiederanlegen der Strömung, im Messerharrier haben die Tragflächen ja 0 Grad Anstellwinkel, irgendwo zwischen Flächenharrier und Messerharrier kommt der Bereich wo sich die Strömung wieder anlegt.

Reaktion: Gleich wie oben, Umsteiger gehen sofort vom HR und lassen das Modell 10m lang Fahrt aufholen und fangen es anschliessend ab.

Verhindern: Im Harrier nicht zu weit Wegdrehen.

nach oben

8. Wegdriften im Hovern/Torquen
Das Modell kippt im Hovern/Torquen zur Seite und gleichzeitig leicht nach vorne/hinten weg, sie reagieren etwas spät, hauen aber korrekt Gas, HR und SR rein. Wenn ihre AJ-Extra eher schwach motorisiert ist (Schub:Gewicht unter 1,2:1) dann klinkt sie in dieser Schräglage mit voll dagegen ausgeschlagenem HR und SR und Vollgas regelrecht ein und driftet in Richtung der Schräglage weg.

Grund: Ausgeschlagene Ruder bremsen ganz gewaltig, bei Schubverhältnissen unter 1,2:1 so weit das das Modell selbst bei Vollgas sinkt. In Bodennähe wird sowas übelst gefährlich, da kommt man in der Panik meist nicht auf die Idee die Figur richtig auszusteuern sondern steuert verbissen dagegen bis die Maschine "aufsetzt".

Reaktion: Drehen sie die Maschine mit dem Querruder in den Flächenharrier, Reduzieren sie den HR-Ausschlag und nehmen sie das Seitenruder ganz zurück. Wenn sie hoch genug sind können sie auch einfach HR und SR neutralisieren und das Modell seitlich Fahrt aufholen lassen. Anschliessend landen sie und bauen einen stärkeren Antrieb ein ;-).

Verhindern: Torquen mit Schub:Gewichts-Verhältnissen unter 1,5:1 ist nichts für Umsteiger, vor allem nicht in Bodennähe. Motorisieren sie ihre Maschine also entsprechend.

nach oben

9. Shockflyerwende
Shockflyer kann man bei langsamer Fluggeschwindigkeit sehr effektiv um 180 Grad wenden, indem man einfach ins Seitenruder tritt. Der Strömungsabriss an der inneren Tragfläche ergibt dabei gerade die korrekte Kurvenschräglage ;-). Wenn sie das mit de AJ-Extra aus reiner Gewohnheit auch machen dann kippt diese schlagartig ab und gerät ins Trudeln. Wenn man dann noch im Shockflyerdenkmuster ist wird man von diesem Trudeln böse überrascht

Grund: Strömungsabriss an der inneren Tragfläche führt bei der AJ-Extra bei langsamer Fluggeschwindigkeit immer zum Trudeln.

Reaktion: Beenden sie das trudeln normal

Verhindern: Reissen sie sich die ersten paar Flugstunden zusammen und versuchen sie aktiv, gegen diese "Shockflyer-Gewohnheiten" anzukämpfen. Irgendwann sind sie sie dann los.

nach oben

10. Unvollständiger Harriereinstieg
Bei einem Shockflyer können sie auch bei recht hoher Geschwindigkeit im Flächenflug das Höhenruder reinhauen und haben ihn innert Sekunden im Harrier. Bei der AJ-Extra dauert das je nach Fluggeschwindigkeit deutlich länger, da die Maschine erst abbremsen muss. Steuert man während diesem Abbremsen wie im normalen Harrier kippt sie ab.

Grund: Die Extra hat erheblich mehr Masse als ein Shockflyer und braucht deutlich länger, bis sie die Fahrtenergie abgebaut hat. Bremst man zu kurz ab, hat sich die Strömung an den Tragflächen noch nicht ganz abgelöst, mit den entsprechenden Folgen.

Reaktion: Beim Abkippen entweder aktiv und bestimmt in den Harrier steuern oder die Maschine Fahrt aufholen lassen und erneut zum Harrier ansetzen.

Verhindern: Hirn einschalten und die ersten paar Flugstunden beim Einleiten des Harriers sehr sorgfältig und überlegt vorgehen.

nach oben

10 überlegungen, Begründungen

Minimaler Kreisradius
Siehe Überlegungen zum Bauchflug mit Seitenruder.

nach oben

Strömungsabriss
Siehe Überlegungen zum Bauchharrier/Rückenharrier.

nach oben

[Copyright] Fabian Günther
www.fabian-guenther.ch