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Fakirmaterial

Version 1, 11.07.2007

Ich leite seit mehreren Jahren in einem Kinderzirkus den Fakirbereich. Neben der Faszination Feuer, dem Bewegungslernen und dem Gemeinschaftsgefühl ist die Fakirsparte auch eine ordentliche Materialschlacht :-). Gewisse Sachen gibt es zwar zu kaufen, aber selten in der genau passenden Grösse. Abgesehen davon ist das Zeug in grösseren Mengen schweineteuer. Als Alternative blieb mir nur Selberbauen.

Im Laufe der Jahre habe ich diese selbstgebauten Geräte immer weiter optimiert und einige Erfahrungen mit Bautechniken gesammelt. Diese Erfahrungen möchte ich hier weitergeben.


An Fakirmaterial ist in unserem Kinderzirkus neben einigen Spezialkonstruktionen folgendes "Basismaterial" im Einsatz:

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Alu-Kampfstöcke (2) Diese sind für den Show-Stockkampf gedacht. Dieser soll in erster Linie gut aussehen, es geht nicht darum den Gegner wirklich zu schlagen. Die Alurohre benötigen UNBEDINGT eine mindestens 2mm Dicke Polsterung, ungepolstert kann man mit den Dingern problemlos Knochen brechen ....

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Der "Stock" besteht aus einem Alurohr mit 30mm Durchmesser und 2mm Wandstärke aus dem Baumarkt. Als Polsterung verwende ich selbstklebende Korkeinlagen (eigentlich für Schubladen gedacht) und bei Bedarf zusätzlich 2mm Moosgummi. Das Ganze wird anschliessend mit Gewebeklebeband (Hockeyband) umwickelt.

Das 50mm Breite Dochtband ist stramm um das Rohr gewickelt und mit Holzschrauben fixiert. Das Gegenlager besteht aus einem Rundholz mit 25mm Durchmesser, welches in das Alurohr eingeschoben wird. Dieses Rundholz wird vorne noch mit einem angeschraubten Alublech vor Verkohlen geschützt. Diese Konstruktion ist mittlerweile das vierte Jahr im Einsatz und hat bisher keinerlei Schwächen gezeigt.
Montage: Längen sie das Alurohr ab. Wickeln sie anschliessend die benötigte Menge Dochtband (bei mir sinds 5-6 Lagen) unter Zug um den Alustab und sichern sie es mit Klebeband gegen ungewolltes Wiederaufrollen. Längen sie das Rundholz ab und stecken sie es in das Alurohr. Drehen sie die beiden Holzschrauben bis zum Alurohr in das Dochtband und anschliessend wieder heraus. Bohren sie durch das Schraubenloch ein Loch durch den Alustab und das Rundholz und schrauben sie anschliessend die Schrauben wieder ganz hinein. Das direkte Bohren im Dochtband funktioniert nicht, da sich das Dochtband sofort auf dem Bohrer aufwickelt und die Bohrmaschine abwürgt.

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Holz-Kampfstöcke (1) Bei dieser Variante besteht der Stock effektiv aus Holz, in meinem Fall aus einem 30mm dicken Laubrechenstiel. Normale Baumarkt-Rundhölzer sind hier zu schwach und zersplittern zu schnell. Im Bereich der Fackeln habe ich stärkere Alufolie (die Dicke die man unten in den Backofen legt) um den Stab gewickelt und mit Klammern festgetackert. Der restliche Aufbau ist analog zum Alu-Kampfstock.

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Die Holz-Variante ist erst das erste Jahr im Einsatz, es wird sich zeigen ob die Lösung mit der Alufolie dauerhaft hält.


Allzweckfackeln (4) Diese werden für alles Mögliche verwendet, Haupteinsatzgebiete sind Keulenjonglage und Keulenschwingen.

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Der Aufbau ist im Prinzip gleich wie bei den Alu-Kampfstöcken, als Rohr dient ein 12mm Alurohr mit 1mm Wandstärke und anstatt der Alu-Platte an der Vorderseite wird das Rundholz 5mm zu weit reingeschoben, der Zwischenraum mit geknüllter Alufolie gefüllt und die Rohrränder mit dem Hammer etwas deformiert so dass die Alufolie nicht mehr herausfallen kann. Der Knauf am Anderen Ende besteht aus einer Holzkugel, die ebenfalls mit einer Schraube und einem Rundholzzapfen auf dem Alurohr fixiert wird.

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Doppelkeulen (3) Eine Variante der Allzweckfackeln, hauptsächlich zum Fackelschwingen und als Devilstick verwendet.

Der Aufbau ist im Prinzip gleich wie bei den Allzweckfackeln, in der Mitte des Alurohrs ist zusätzlich mit Gewebeband eine Markierung angeklebt und den gesamten mittleren Bereich habe ich für besseren Halt mit Gewebeband umwickelt.

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Feuerschluckfackeln (5) Diese sind deutlich kleiner als die Allzweckfackeln, damit sie ohne Probleme in den Mund passen.

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Montage: Biegen sie einen 6mm Alustab an einem Ende um 90 Grad nach oben und sägen sie ihn direkt an der Biegestelle schief ab, so dass ein Haken entsteht. Längen sie dann 25mm Breites Dochtband entsprechend ab, wickeln sie es stramm um den Haken und vernähen sie das Ende mit feuerfester Schnur. Durch den Haken kann das Dochtband nicht nach vorne rutschen, wenn man Gewalt anwendet kann man es nach hinten rausschieben, dies ist jedoch fürs Feuerschlucken nicht weiter tragisch.

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