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FAQ

Version 7, 13.01.2008


Viele Fragen zum Modellflug lassen sich heute mittels Google [extern] recht leicht und schnell beantworten. Daneben gibt es aber die Fragen, die nicht ganz einfach zu beantworten sind und deren Antwort den Einsteiger manchmal auch überraschen mag. Genau diese Fragen sammle ich hier.

Der grosse Teil davon sind Fragen, die ich von Zuschauern während meines Flugtrainings gestellt bekommen habe, der Rest sind Fragen, die sich mir im Laufe meiner Modellfliegerlaufbahn gestellt haben und bei denen ich recht lange nach einer Antwort suchen musste.


Inhalt

  • 01 Was ist Kunstflug?
  • 02 Mit welchen Modellen kann man Kunstflug betreiben?
  • 03 Welche Kunstflug-Varianten gibt es?
  • 04 Was ist so toll daran, ein Modell aus der Ferne zu steuern?
  • 05 Wie viele Funktionen braucht man, um ein Modellflugzeug vollständig zu steuern?
  • 06 Geht es auch mit weniger Funktionen?
  • 07 Wieso sind Modellflugzeuge so gross?
  • 08 Wieso baut man keinen Fallschirm in die Modelle ein, um sie vor dem Absturz zu bewahren?
  • 09 Macht es Sinn, vor dem ersten ferngesteuerten Modell mit einem Freiflugmodell Erfahrungen zu sammeln?
  • 10 Wie hoch und wie weit kann ein Modellflugzeug fliegen?
  • 11 Wieso ist Modellkunstflug ein Männerhobby?
  • 12 Wieso sind vernünftig steuerbare Modellflugzeuge so teuer?
  • 13 Wieso kann man normale Modellflugzeuge man nicht auf Anhieb fliegen?
  • 14 Wieso baut man nicht Modelle, die man auf Anhieb fliegen kann?
  • 15 Wie gehen erfahrene Modellpiloten mit der Absturzgefahr um?
  • 16 Kann ich denn auch mit einem von mir entworfenen Modell in den Modellflug einsteigen?
  • 17 Wieso ist Flughöhe gleich Sicherheit?
  • 18 Wieso sind die Flugzeiten mit Modellkunstflugzeugen so kurz?
  • 19 Sind grosse Modelle viel teurer als kleine?
  • 20 Was ist besser: Verbrenner oder Elektro?
  • 21 Warum sind Zweckmodelle hässlich?
  • 22 Wieso ist gerade die Landung so schwierig?
  • 23 Warum ist der klassische Landeanflug so aufwändig?
  • 24 Wie viel Leistung braucht man zum Kunstflugtraining?
  • 25 Ist es sinnvoll, mit einem Billig-Kunstflugmodell einzusteigen und dies dann langsam aufzurüsten?
  • 26 Wie genau müssen Modellkunstflugzeuge gebaut sein?
  • 27 Ist ein günstiges Einsteigermodell zum "reinschnuppern" in den Kunstflug empfehlenswert?
  • 28 Wird Modellkunstflug irgendwann langweilig?
  • 29 Denken fortgeschrittene Modellpiloten beim Steuern ihrer Modelle immer noch in Knüppelstellungen?
  • 30 Was ist die schwierigste Kunstflugfigur?
  • 31 Was denken Modellkunstflugpiloten während dem Flug?
  • 32 Wie schaffen es die Modellpiloten, für den Laien abartig kompliziert und schnell wirkende Figurenfolgen unter Kontrolle zu behalten?
  • 33 Was ist eine "Akrotunte"?
  • 34 Wieso haben Kunstflugmodelle meist ein knallbuntes Streifendesign?
  • 35 Wieso sind Modellkunstflugzeuge im Vergleich zu ihrer Grösse so leicht?
  • 36 Wieso sind Brushlessmotoren teurer als die komplizierter aufgebauten Bürstenmotoren?
  • 37 Wieso schaffen es vor allem Einsteiger, beim Landeanflug den einzigen Baum in der Umgebung zu treffen?
  • 38 Welche Kunstflugstile gibt es?
  • 39 Haben die bulligen Rümpfe der Modellkunstflugzeuge nicht enorm viel Luftwiderstand?
  • 40 Wieso sind Kunstflugzeuge immer weiblich? (Die Yak, die Extra, die Cap, die Raven, die Staudacher...)
  • 41 Wer setzt im Modellkunstflug die Grenzen: Das Modell oder der Pilot?
  • 42 Was ist im Programmflug wichtiger: Der Pilot oder das Modell?
  • 43 Kann ich nach dem Simulatortraining direkt mit einem richitg fetten (Jet, Kunstflugzeug, Hochleistungssegler, Scale-Modell) Modell einsteigen?
  • 44 Wie viel Expo braucht der Mensch?
  • 45 Ist fliegen bei böigem Wind deutlich anspruchsvoller als Fliegen bei Windstille?
  • 46 Wieso erzählen Modellpiloten bevorzugt von ihren Abstürzen?
  • 47 Was sind die grössten Irrtümer der Modellflugwelt?
  • 48 Wieso kann der Pilot seinen Sender auch dann bedienen, wenn sie in einem Senderhandschuh ohne Sichtfenster eingepackt ist?
  • 49 Worauf kommts im Modellkunstflug wirklich an?
  • 50 Wie lange lebt so ein Modellkunstflugzeug eigentlich?
  • 51 Kann man die (Flug)Eigenschaften eines Modellkunstflugzeuges unabhängig vom steuernden Piloten beschreiben?
  • 52 Wo gibts noch weitere Fragen und Antworten?


01 Was ist Kunstflug?
Kunstflug bedeutet das Fliegen einer Vielzahl von Fluglagen und Figuren, die für eine reine Fortbewegung von A nach B eigentlich nicht nötig sind und rein der Optik und der Show dienen. Von dem her ist Kunstflug sehr eng mit Tanzen verwandt, einmal quer über die Bühne kommt man dort auch durch simples laufen, aber der Tanz gibt optisch einfach mehr her ;-).

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02 Mit welchen Modellen kann man Kunstflug betreiben?
Ein Stück weit kann man mit jedem Modellflugzeug Kunstflug betreiben. Vollständig kunstflugtaugliche Modelle müssen jedoch 4 proportional steuerbare Funktionen (Gas, Querruder, Höhenruder, Seitenruder) besitzen, zusätzlich sind für 3D-Kunstflug ein Schub:Gewichts-Verhältnis > 1 (Der Antrieb liefert mehr schub als das Modell schwer ist -> senkrechtes Beschleunigen wird möglich) und ausreichend dimensionierte Ruderflächen und Ruderausschläge (die meisten 3D-Manöver benötigen sehr viel Ruderwirkung) nötig.

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03 Welche Kunstflug-Varianten gibt es?
Eine Einteilung ist schwierig, folgende 2 Hauptströmungen sind aber auszumachen:
1.    Exakter Kunstflug nach festgelegtem Flugprogramm, meist durch Punktrichter bewertet und wettbewerbsmässig betrieben.
2. Showflug zur Unterhaltung des Publikums. Im Showflug sind 3D-Elemente stark vertreten, auch Fliegen zu Musik (Aeromusical) ist üblich.
Zwischen diesen beiden Hauptströmungen gibt es allerlei Zwischenstufen (auch Showflug kann man wettbewerbsmässig mit Punktrichtern durchführen), weiter gibt es eine grosse Anzahl von Piloten die ohne jegliche Wettbewerbsambitionen rein aus Freude an der Sache Kunstflug betreiben und dabei z.T. ganz eigene Formen und Kriterien entwickeln.

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04 Was ist so toll daran, ein Modell aus der Ferne zu steuern?
Wenn man längere Zeit Kunstflug betreibt werden die Steuerbewegungen automatisiert, der Pilot nimmt den Umweg über den Sender nicht mehr wahr und steuert das Modell so selbstverständlich wie ein Körperteil. Das kann soweit gehen dass das Gehirn des Piloten das Modell als eigenen Körper "annimmt", der Pilot fühlt dann jede Bewegung des Modells mit als ob er selber das Modell wäre.*
Und glauben sie mir, das Gefühl, live beim Aufwärts-Flachtrudeln dabei zu sein ist genial :-)

* Tönt zwar etwas esoterisch, ist aber so. Lustig wirds wenn sich der "richtige" Körper des Piloten z.B. durch Niesen wieder bemerkbar macht, das Gehirn hängt dann für einige Sekundenbruchteile zwischen Tür und Angel (für einen Körperwechsel ist es halt nicht ausgelegt ;-)).

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05 Wie viele Funktionen braucht man, um ein Modellflugzeug vollständig zu steuern?
Segelflugzeuge: 3 Ruderfunktionen, um das Modell um alle drei Raumachsen kontrollieren zu können.
Motorflugzeuge: 3 Ruderfunktionen und zusätzlich eine Motorfunktion.

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06 Geht es auch mit weniger Funktionen?
Ja, allerdings mit Einschränkungen:
[-]   Sogenannte Zweiachser werden nur über Seiten- und Höhenruder gesteuert. Das Seitenruder bewirkt dabei bei korrekter Auslegung eine Drehung um die Hochachse UND um die Längsachse. Einschränkungen ergeben sich bei den meisten Kunstflugfiguren, saubere Rollen und Messerflug sind nicht möglich.
[-] Modelle können auch über Quer- und Höhenruder gesteuert werden. In den Kurven schieben sie dann durch das fehlende Seitenruder, aber das ist meistens erträglich. Kunstflug ist auch hier eingeschränkt, Messerflug, Turn und saubere Rollen sind nicht möglich.
[-] Modelle die nur über Motor (Steigen-Sinken) und Seitenruder (links-rechts) gesteuert werden fliegen bei Windstille und richtiger Auslegung ganz passabel, mehr als einigermassen kontrolliertes Herumfliegen in Bauchlage ist mit ihnen jedoch nicht möglich.

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07 Wieso sind Modellflugzeuge so gross?
[-]   Je grösser ein Modell ist, desdo träger ist es und desdo höher ist seine aerodynamische Güte. Grosse Modelle lassen sich sauberer und "weicher" fliegen, ohne dabei an Ruderfolgsamkeit einzubüssen.
[-] Grosse Modelle reagieren weit weniger empfindlich auf Wind und Turbulenzen, ein 150g-Shockflyer ist bei turbulentem 5m/s-Wind praktisch nicht mehr fliegbar, eine 6kg 2m-Maschine lässt sich von einem derartigen "Lüftchen" nicht gross beeindrucken.
[-] Eine Bauungenauigkeit von +-1mm wirkt sich bei einem grossen Modell viel weniger als bei einem Kleinen, da die Ungenauigkeit relativ zum grossen Modell kleiner ist als relativ zum kleinen Modell.
[-] An grösseren Modellen kann man deutlich mehr Details anbringen und mechanische Sachen wie Ruderanlenkungen etc. sauberer und schöner lösen.
[-] Grosse Modelle geben rein von der Wirkung her mehr her und stellen auch ein gewisses Statussymbol dar.

Die Minimalgrösse, ab der Modellkunstflugzeuge wirklich gescheit fliegen, liegt mit heutiger Technik bei etwa 60cm Spannweite, nach oben hin ist es dann nur durch das gesetzliche Gewichtslimit (in der Schweiz 30kg, schwerere Modelle benötigen eine Bewilligung) und meist schon vorher durch den Geldbeutel des Piloten begrenzt.
Im Kunstflug gibt es im Prinzip für jeden Flugstil und für jedes Platzangebot eine Idealgrösse. Schnelle, abrupte und ruckartige Programme auf kleinem Raum erfordern ein Modell mit geringer Massenträgheit, welches dann auch automatisch recht klein ist, bei Flügen vor grossem Publikum mit viel Platz ist schon rein wegen der Sichtbarkeit ein grosses Modell empfehlenswert, weiche, fliessende Programme gelingen mit einem grossen Modell ebenfalls besser.
Mit der Grösse von Modellkunstflugzeugen verhält es sich hier ähnlich wie mit Lautsprechern. Ein kleiner "Brüllwürfel" für 19.90 kann einwandfrei Musik abspielen, ein grosser High-End-Lautsprecher kann zwar auch nur Musik abspielen, aber eben, voluminöser, facettenreicher, schöner, eindrücklicher :-).

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08 Wieso baut man keinen Fallschirm in die Modelle ein, um sie vor dem Absturz zu bewahren?
Einen Fallschirm könnte man durchaus einbauen, dabei ergeben sich aber einige Probleme:
[-]   Der sich öffnende Fallschirm bremst das Modell mit einem starken Ruck ab, entsprechend muss die Aufnahme des Fallschirmes im Rumpf sehr stabil ausgeführt werden, damit es beim Öffnen des Fallschirmes nicht den ganzen Rumpf zerreisst. Diese Verstärkungen und der Fallschirm selber bedeuten Zusatzgewicht, speziell Kunstflugzeuge als am Limit gebaute Hochleistungsmaschinen verkraften dieses Zusatzgewicht nicht.
[-] Wenn ein Modell abstürzt dann tut es das nicht selten mit irgendeiner Spiralbewegung (Trudeln o.Ä.), da wäre die Chanche dass sich der Fallschirm verheddert recht gross.
[-] Da der Fallschirm per Funk ausgelöst wird kann selbst eine kurze Funkstörung zum ungewollten Auslösen des Fallschirmes führen. Passiert das in Bodennähe schlägt das Modell ein bevor der Fallschirm richtig bremsen konnte.
[-] Ist das Modell wegen einem Elektronikausfall nicht mehr steuerbar dann kann man auch den Fallschirm nicht mehr auslösen.
[-] Nach dem Verknüppeln in der Luft folgt eine Schrecksekunde, bevor der Pilot überhaupt den Schalter für den Fallschirm betätigen könnte. Nach der Schrecksekunde braucht der Fallschirm Zeit um sich aufzuklappen, das Modell abzubremsen und in einen stabilen Sinkflug überzugehen. Der Fallschirm funktioniert folglich nur in genügend Sicherheitshöhe, und dort oben kann man nach einem Verknüppler auch einfach die Knüppel loslassen, das Modell fahrt aufholen lassen und es dann wieder abfangen.
[-] Wenn man sich in Bodennähe verknüppelt ist das Modell eingeschlagen bevor der Fallschirm überhaupt ganz ausgefahren ist...

Die obigen Aussagen zeigen dass ein Fallschirm zwar prinzipiell möglich ist, aber bei den Hauptabsturzszenarien versagt (Elektronikausfall, Störung, Verknüppler in Bodennähe) bzw. durch geeignetes Flugverhalten überflüssig wird (Verknüppler in Sicherheitshöhe). Von dem her macht er keinen Sinn.

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09 Macht es Sinn, vor dem ersten ferngesteuerten Modell mit einem Freiflugmodell Erfahrungen zu sammeln?
Meiner Meinung nach nicht. Um ein Freiflugmodell vernünftig zum fliegen zu bringen ist einiges an Bauerfahrung und viel Know-How beim Einstellen vor dem Start erforderlich. Ferngesteuerte Modellflugzeuge können dagegen während dem Flug permanent gesteuert werden, Bauungenauigkeiten und Einstellungsfehler können in gewissen Grenzen ausgesteuert werden.

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10 Wie hoch und wie weit kann ein Modellflugzeug fliegen?
Heutige Fernsteueranlagen haben unter optimalen Bedingungen Reichweiten von mehreren Kilometern. In dieser Entfernung würde man sein Modell schon lange nicht mehr sehen. Von dem her könnte man mit seinem Modell problemlos an die Sichtgrenze fliegen, ohne Probleme mit dem Empfang zu bekommen. Eine Ausnahme sind Slowflyer, deren Empfänger haben oft nur Reichweiten um die 150m. Allerdings ist ein 80cm spannender Slowflyer in 150m Entfernung auch schon so winzig, dass Fliegen dort keinen Sinn mehr macht.

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11 Wieso ist Modellkunstflug ein Männerhobby?
Eine der ungelösten Fragen der Menschheit ....

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12 Wieso sind vernünftig steuerbare Modellflugzeuge so teuer?
Um einen Segler vernünftig steuern zu können braucht man mindestens zwei proportional steuerbare Ruder, beim Motormodell zusätzlich noch einen proportional steuerbaren Motor. Diese Anforderungen sind nicht ganz ohne (einfach rechts-Mitte-links geht hier nicht) und unterhalb eines gewissen (hohen) Preisniveaus technisch schlicht nicht realisierbar.
Ausserdem darf bei einem Modellflugzeug keine der Komponenten ausfallen, da z.B. der Ausfall des Höhenruders fast immer einen Absturz zur Folge hat. Dies erfordert zuverlässige Komponenten, die dann wieder teurer sind.
Im Gegenzug halten diese Komponenten (mit Ausnahme der Akkus) meist über Jahre, so dass der Preis auf die Flugstunde ausgerechnet erträglich wird.

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13 Wieso kann man normale Modellflugzeuge man nicht auf Anhieb fliegen?
Die Steuerung eines Modellflugzeuges ist ein recht komplexes Bewegungsmuster:

1.    Sie müssen die Fluglage des Modells relativ zum Boden korrekt erkennen.
2. Sie müssen die Lage des Modells im Raum (= der genaue Ort wo es sich gerade befindet) einschätzen können.
3. Sie müssen das Modell um die Querachse mit dem Höhenruder und um die Längsachse mit dem Querruder ruhig halten und eventuelle Störungen der Flugbahn ausgleichen. Oder kurz: Sie müssen das STP der entsprechenden Fluglage beherrschen.
4. Sie müssen die Tatsache, dass das Modell seine Lage zu ihnen ständig ändert und daher manchmal Ruderfunktionen vertauscht scheinen, kompensieren.
5. Die Kurve ist ein recht komplexes Zusammenspiel aus Höhen- und Querruder, einfach mal Querruderknüppel ins Eck läuft hier nicht.
6. Sie müssen das Das Geschwindigkeitsmanagement, vor allem das Einhalten der Mindestgeschwindigkeit, im Griff behalten.
7. Sie müssen das BFP zumindest soweit zustande bringen, dass sie die das Modell in ihrer Nähe halten, die Flughöhe halten und die Landebahn treffen können.
8. Sie müssen in etwa wissen wie viel Energie noch im Akku ist und wann sie landen müssen.
Erst wenn sie alle diese Punkte GLEICHZEITIG schaffen überstehen sie einen Flug bruchfrei. Weiter kommt dazu, dass sie das nach dem Start sofort können müssen. Abbrechen bedeutet landen (das schwierigste Manöver!), einfach in der Luft stehen bleiben und überlegen geht nicht.

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14 Wieso baut man nicht Modelle, die man auf Anhieb fliegen kann?
Es ist durchaus möglich, ein Modell zu bauen dass man auch mit roher Gewalt nicht zum Absturz bewegen kann. Jedoch lernen Einsteiger am Anfang sehr schnell, und das fliegerische Spektrum von solchen idiotensicheren Modellen ist sehr begrenzt. Bereits nach einer halben Flugstunde ist das ausgereizt und das Modell ist nicht mehr zu gebrauchen.

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15 Wie gehen erfahrene Modellpiloten mit der Absturzgefahr um?
Die Absturzgefahr, also die Gefahr, alles innerhalb von Sekunden zu verlieren, ist da. Allerdings, die Gefahr beim Laufen hinzufallen und sich zu verletzen ist auch da. Und trotzdem hat kein gesunder Mensch Angst vor dem Laufen, irgendwann kann mans einfach. Und mit dem Modellfliegen ist es genau gleich. Irgendwann kann mans und fällt dann nicht häufiger vom Himmel als man beim Laufen auf die Nase fällt. Beim Modellflug hat man noch den Vorteil dass man (ausser bei Start und Landung) in Sicherheitshöhe fliegen kann und es dann eine lange Aneinanderreihung von Fehlern braucht um effektiv abzustürzen. Gelegentliche kleine Fehler kommen vor, eine derart lange Aneinanderreihung ist extrem selten.

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16 Kann ich denn auch mit einem von mir entworfenen Modell in den Modellflug einsteigen?
NEIN! Wenn sie noch nie ein Modell geflogen haben und das Flugzeugbauen nicht gerade beruflich machen werden sie nicht im Stande sein, ein auf Anhieb gut fliegendes Modell zu entwerfen. Stellen sie also ihren Entwurf noch etwas zurück und erlernen sie das fliegen mit einem stinklangweiligen, bewährten Modell. Und auch wenn sie das Gefühl haben ihr Entwurf sei doch eigentlich viel besser: nemen sie trotzdem das bewährte Modell.

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17 Wieso ist Flughöhe gleich Sicherheit?
Es stimmt schon: Je höher das Modell ist, desdo höher ist bei einem Sturzflug aus dieser Höhe die Aufprallgeschwindigkeit und damit die kinetische Energie und der entstandene Schaden.
Jedoch reicht bereits die Energie, die das Modell durch seine Mindestfluggeschwindigkeit hat, um es bei unglücklichem Bodenkontakt in Stücke zu reissen. Kaputt gehen kann es also auch bei 2m Flughöhe.
Bei 2m Flughöhe hat der Pilot zusätzlich nur Sekundenbruchteile Zeit zum Reagieren, bereits auf kleinste Fehler folgt der Einschlag. In 20m Sicherheitshöhe muss er dagegen schon eine ganze Menge Fehler aneinanderreihen, um dem Boden gefährlich nahe zu kommen. Daher sorgt man dafür, dass man das Modell beim Erstflug in der Luft halten kann (z.B. mit vorherigem Simulatortraining) und fliegt dann mit genügend Sicherheitshöhe.

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18 Wieso sind die Flugzeiten mit Modellkunstflugzeugen so kurz?
Die Flugzeiten von elektrisch angetriebenen Modellkunstflugzeugen liegen zwischen 8 und 25 Minuten. Dies hat zwei Gründe:
[-]   Modellkunstflugzeuge sind, um bei ihrer Grösse eine bestimmte Gesamtmasse nicht zu überschreiten, extrem nahe am technischen Limit gebaut. Sowohl Zelle als auch Antrieb und RC sind gewichtsoptimiert. Längere Flugzeiten verlangen einen grösseren Akku/Tank, der mit seiner grösseren Masse die Abflugmasse erhöht und damit die Flugeigenschaften (meist negativ) verändert.
[-] Die wenigsten Kunstflugprogramme dauern länger als 8 Minuten, und nach einem 15 Minütigen Trainingsblock ist jeder Pilot rein von der Konzentration her reif für eine kurze Zwischenlandung. Von dem her sind Flugzeiten über 15 Minuten bei Modellkunstflugzeugen gar nicht nötig.

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19 Sind grosse Modelle viel teurer als kleine?
Ja, und zwar deutlich. Der Preis steigt steigt dabei etwa proportional zur Modellmasse. Bei Elektromodellen zwischen 1 und 6 kg kann man mit ca. 500-700 SFR pro Kilogramm Modellgewicht rechnen. Unterhalb von einem Kilogramm steigt der Preis pro Kilo an, bis ca. 100g werden die Modelle in der Summe aber immer noch günstiger, darunter können sie aufgrund teurer Micro-Komponenten wieder teurer werden.

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20 Was ist besser: Verbrenner oder Elektro?
Kommt auf den Einsatzzweck drauf an:
[-]   Flugmöglichkeit: Verbrenner dürfen nur in mehr als 1.5km Entfernung von Siedlungen oder auf zugelassenen Plätzen geflogen werden, Elektroflugzeuge bis 5kg sind auch direkt am Dorfrand einsetzbar.
[-] Bis 1.5m Spannweite haben die Elektroflieger das bessere Preisleistungsverhältnis, bis 3m mehr Leistung als Verbrenner.
[-] Die Einstell- und Wartungsarbeiten sind beim Verbrenner aufwändiger und anspruchsvoller.
[-] Verbrenner sind lauter, der Klang wird meist auch als unangenehmer empfunden.
[-] Verbrenner sind ab 1.5m Spannweite günstiger in Anschaffung und Betrieb.
[-] Verbrenner lassen sich im Prinzip ganze Nachmittage lang fliegen, sofern genügend Sprit und Empfängerakkus vorhanden sind.
[-] Beim Verbrenner fällt der Preis für den Energieträger kontinuierlich an, beim Elektromodell kommt der grosse Klotz für die Akkus am Anfang.

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21 Warum sind Zweckmodelle hässlich?
Na ja, es ist so das Zweckmodelle auf alles (Flugleistungen, Preis, Montage etc.) ausser auf gutes Aussehen ausgelegt werden. Schönheit wiegt und Zusatzmasse ist allgemein nicht erwünscht ;-).

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22 Wieso ist gerade die Landung so schwierig?
Bei der Landung geht es darum, am Anfang der Landefläche in Verlängerung der Landefläche fliegend mit Minimalgeschwindigkeit aufzusetzen. Dabei stellen sich fünf Probleme:
1.    Zielen: Je kleiner die Landebahn und je schneller das Modell desdo genauer muss der Pilot zielen können. Dieses Zielen beinhaltet auch eine ganze Menge Aktionen und Entscheide während des Landeanfluges (bei denen man erst kurz vor dem Aufsetzpunkt merkt ob sie richtig waren) und ist je nach Modell sehr anspruchsvoll.
2. Minimalfahrt: Um das Fahrwerk nicht zu zerfetzen und um ein "Wegspringen" nach dem Aufsetzen zu verhindern muss der Pilot relativ langsam anfliegen, meist nur wenig über der Minimalfahrt. Beim Unterschreiten der Minimalfahrt fällt das Modell durch den Strömungsabriss jedoch schlagartig vom Himmel, in Bodennähe bedeutet das den Einschlag des Modells. Der Pilot muss also neben dem Zielen auch noch die Fluggeschwindigkeit im Auge behalten.
3. Aufsetzen: Je grösser die Modelle werden, desdo sanfter muss man sie aufsetzen um das Fahrwerk nicht zu beschädigen. Der Pilot muss also neben Zielen und einhalten der Fluggeschwindigkeit auch noch auf ein sanftes Aufsetzen achten.
4. Bodennähe: In Bodennähe bekommen ungeübte leicht Panik, reagieren zu heftig und schwingen ihr Modell so bevorzugt um die Querachse auf.
5. Geschwindigkeit: Beim Landeanflug geht am Ende doch alles sehr schnell, der Pilot muss meist mehrere Entscheide gleichzeitig fällen.
Mit genügend Training kann man den Landeablauf aber soweit automatisieren dass das alles kein Problem mehr darstellt :-).

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23 Warum ist der klassische Landeanflug so aufwändig?
Der klassische Landeanflug ist die Landevariante, die die meisten Fehler verzeiht und die höchste Sicherheit bietet. Dies geschieht dadurch, dass die Landung grossräumig geflogen wird, so dass genügend Zeit zum Reagieren folgt. Weiter sind die einzelnen Elemente (Zielen, Geschwindigkeit, Höhe) so weit wie möglich voneinander entkoppelt.

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24 Wie viel Leistung braucht man zum Kunstflugtraining?
Falls sie 3D und Constant-Speed trainieren wollen, muss die Kiste mit einigen Modellängen pro Sekunde senkrecht steigen. Für das Training von Torquerolle und Harrier ist ein Schub/Gewichts-Verhältnis von mindestens 3/2 anzustreben, sonst bleibt in brenzligen Situationen nicht mehr genügend Schub um das Modell nach oben zu retten.

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25 Ist es sinnvoll, mit einem Billig-Kunstflugmodell einzusteigen und dies dann langsam aufzurüsten?
Grundsätzlich geht das, sofern das Billig Modell drei Proportional gesteuerte Ruder, einen proportional gesteuerten Antrieb sowie ein Schub:Gewichts-Verhältnis von mindestens 0.7:1 hat. Drunter sollte man es lieber lassen, solche Aggregate nerven nur.
Ich bin allerdings kein Freund von Aufrüstaktionen, Zelle, RC und Antrieb bilden eigentlich immer eine sauber abgestimmte Einheit, und wenn man an einem dieser drei Elemente rumschraubt war entweder vorher die Abstimmung der einzelnen Teile nicht optimal oder falls doch ist sie es nach der Umrüstaktion nicht mehr. Ausserdem kosten solche langsamen Aufrüstaktionen mehr als wenn man sich gleich das kauft was man im Endeffekt haben möchte.

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26 Wie genau müssen Modellkunstflugzeuge gebaut sein?
Kommt darauf an. Damit die Modelle einigermassen fliegen müssen einige wenige Bereiche recht genau sein (Profil, Tragflächenverwindung, EWD), andere dagegen sind ziemlich egal (leicht schief eingeklebtes Höhenruder, schiefer Rumpfrücken, Rumpfdeckel mit Spalt etc.). Bei einem Kunstflugmodell, welches exakt fliegen soll, müssen dagegen fast alle Teile sehr genau gebaut sein.
Genaues Bauen und das Wissen, wo man genau bauen muss sind eine reine Übungs- und Erfahrungssache. Je länger man Modellflug betreibt desdo besser weiss mans und desdo besser kann mans.

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27 Ist ein günstiges Einsteigermodell zum "reinschnuppern" in den Kunstflug empfehlenswert?
Meine Meinung: NEIN. Die Flugeigenschaften dieser Anfängermodelle sind zwar gutmütig, geben aber nicht ansatzweise das Potential wieder das Kunstflugmaschinen haben. Abgesehen davon sind die Flugleistungen dieser Einsteigermodelle meist sehr bescheiden, auch hier bekommt man keinen wirklichen Eindruck was möglich ist.
Ich finde es viel schlauer, wenn man sich bei nem Modellfliegerkollegen mal hinter nen guten Simulator setzt und sich mit den Flugeigenschaften eines Modellkunstflugzeuges auseinandersetzt. Anschliessend kann man mit einem entsprechend Leistungsfähigen Modell via Lehrer-Schüler in genügend Sicherheitshöhe mal reinschnuppern. So kann man sich als Einsteiger ein ganz gutes Bild machen.

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28 Wird Modellkunstflug irgendwann langweilig?
Ich denke nicht. Genauso wenig wie Jonglieren oder Tanzen irgendwann langweilig werden. Modellkunstflug ist eine Bewegungssportart (der Kopf des Piloten steuert, im Unterschied zu den meisten anderen Bewegungssportarten, halt einen Fremdkörper (das Modell) statt seinen Eigenen) und wie bei jeder Beweungssportart hat man nie ausgelernt, mit jeder neuen Figur tun sich neue Möglichkeiten auf, und das Gefühl, jetzt das Gröbste gesehen zu haben, weicht nach jeder neuen Figur der Freude, dass der eigene Horizont jetzt doch wieder ein ganzes Stück erweitert wurde.
Weiter ist Modellkunstflug eine der wenigen Bewegungssportarten, die vollständig dreidimensional sind, woraus eine enorme Vielfalt an möglichen Figuren und Bewegungsmustern resultiert.

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29 Denken fortgeschrittene Modellpiloten beim Steuern ihrer Modelle immer noch in Knüppelstellungen?
Nein. Bereits nach wenigen Flugstunden nimmt man den "Umweg" über die Steuerknüppel nicht mehr wahr und steuert das Modell so selbstverständlich wie wenn es ein Körperteil wäre.

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30 Was ist die schwierigste Kunstflugfigur?
Das kann man so nicht sagen, das ist auch für jeden Piloten anders. Wenn man zwei Figuren wirklich beherrscht dann ist die eine nicht mehr schwieriger als die andere. Man kann die Schwierigkeit der Figuren höchstens am Zeitaufwand bis zum beherrschen der Figur messen.
Die Grösste Herausforderung beim Kunstflug ist vielmehr, eine Figurenfolge sauber und exakt zu fliegen. Das "Steuerschema" für eine Figurenfolge hat man irgendwann intus, an der Präzision kann man ein Leben lang feilen.

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31 Was denken Modellkunstflugpiloten während dem Flug?
Zumindest bei mir kommt es sehr stark darauf an, was ich genau mache. Beim Erlernen einer völlig neuen Figur bin ich voll damit beschäftigt, meine Eselsbrücken für die Knüppelstellungen richtig abzurufen, die Fluglage korrekt zu erkennen und das Modell unter Kontrolle zu behalten.
Bei Programmflügen habe ich den Kopf beim Programm, lege mir die nächsten Figuren zurecht oder suche Schwachstellen im Programm und den Ursachen dafür.
Beim entspannten Fliegen und beim Training fürs exakte Fliegen habe ich den Kopf ziemlich frei, da kann ich mich auch problemlos mit jemandem unterhalten. Wenn ich allein bin lege ich mir auch gelegentlich neue Texte für meine HP zurecht, studiere an meiner Trainingstechnik herum, entwickle Choreographien, plane den Rest des Tages oder hänge in Gedanken der schönen Frau nach, die beim Aufbauen des Modells an mir vorbei gelaufen ist :-).

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32 Wie schaffen es die Modellpiloten, für den Laien abartig kompliziert und schnell wirkende Figurenfolgen unter Kontrolle zu behalten?
Während einer Flugvorführung läuft im Kopf des Piloten die Zeit langsamer. Dies liegt daran, dass er fast alle Steuerfunktionen ins Unterbewusstsein abschieben konnte und sich bewusst nur noch einige "Rosinen" rauspicken muss (wenn überhaupt), dadurch hat er enorm viel Zeit und das Programm erscheint ihm langsamer.
Ganz extrem ist es bei mir, wenn ich z.B. ich knapp über dem Boden aus dem Harrier abkippe und das Modell in eine mir nicht mehr klare Fluglage versetze. Sofern ich es schaffe, absolut ruhig zu bleiben, laufen die nächsten Sekunden in meinem Kopf in Zeitlupe ab und ich habe scheinbar alle Zeit der Welt, mir die nötigen Ruderreaktionen zu überlegen und die Fluglage wieder in den Griff zu bekommen. Dort wo früher die "Verknüppler" mit Schweissausbrüchen und Kontrollverlust kamen, kommt jetzt je länger wie mehr dieses schwebende Zeitlupengefühl. Ich finds wunderbar :-).

PS: Dieses "langsamer laufen" gibts nicht nur im Modellkunstflug, der Geiger beim Sechtzentelllauf, der Bassist beim Slap-Solo, der Jongleur bei der 7-Ball-Jonglage und der Fusballer beim Dribbling erleben das ebenfalls :-)).

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33 Was ist eine "Akrotunte"?
Die Kriegsvögler (Warbird-Piloten) bezeichnen uns Kunstflug-Piloten so, wahrscheinlich in Anlehnung an unsere schön bunten Modelle :-) (oder auch nur aus Neid weil wir wissen wie man ein Seitenruder bedient und sie nicht ;-)).
So geht das! [extern]

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34 Wieso haben Kunstflugmodelle meist ein knallbuntes Streifendesign?
Knallbunt ist (vor allem in Verbindung mit einer schlichten Unterseite) in der Luft gut zu erkennen, Streifen sind beim Lackieren wie beim Bebügeln am einfachsten zu realisieren und weils alle machen haben Neueinsteiger das Gefühl sie müssten das auch.

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35 Wieso sind Modellkunstflugzeuge im Vergleich zu ihrer Grösse so leicht?
Weil die schwereren scheisse fliegen :-P. Mal direkt gesagt :-). Sehr schwere Modelle haben eine hohe Grundgeschwindigkeit, die Abreisseigenschaften werden ekelhaft, speziell 3D-Flug ist eingeschränkt. Sehr leichte Modelle taumeln dagegen bereits bei leichtem Wind wie ein Blatt durch die Gegend, können dann schlecht geradeaus fliegen und gerade beim dynamischen Kunstflug fehlt die Trägheit. Irgendwo dazwischen liegen die Flugeigenschaften, die man haben will. Für 3D sind die Modelle dabei meist etwas leichter als für den dynamischen Kunstflug.

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36 Wieso sind Brushlessmotoren teurer als die komplizierter aufgebauten Bürstenmotoren?
Dies liegt einerseits an den Stückzahlen, die Bürstenmotoren werden zu Millionen für Haushaltsgeräte hergestellt, die Stückzahlen bei den Bürstenlosen sind noch viel kleiner. Andererseits sind Brushlessmotoren viel hochwertiger verarbeitet, da sie meist mehrere Jahre zuverlässig laufen sollen. Würden Brushlessmotoren und Bürstenmotoren aber in gleicher Stückzahl und gleicher Qualität hergestellt, wären Brushlessmotoren deutlich günstiger als Bürstenmotoren.

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37 Wieso schaffen es vor allem Einsteiger, beim Landeanflug den einzigen Baum in der Umgebung zu treffen?
Einerseits ist das selektive Wahrnehmung. Wenn man sein Modell zwei mal in den gleichen Baum setzt dann vergisst man die 100 Mal, wo es nicht dort gelandet ist. Andererseits bekommen vor allem Einsteiger Stress wenn sie wissen, dass ein Hindernis (Baum) in der Nähe ist, und je näher sie dran sind desdo mehr Mist steuern sie zusammen und desdo grösser ist dadurch die Wahrscheinlichkeit, dass sie den Baum treffen.

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38 Welche Kunstflugstile gibt es?
Die Einteilung ist nicht endgültig möglich, gerade in den letzten Jahren ist durch den enormen Leistungssprung beim Elektroantrieb und den Leichtbau bei den Verbrennern enorm Bewegung in die Szene gekommen. Einige Richtungen gibt es aber:
Dynamischer Kunstflug: Der klassische Programmflug, wie ihn auch die Manntragenden betreiben. Die Figuren finden fast ausschliesslich in einer Ebene senkrecht vor dem Piloten statt, die Notation legt sie Eindeutig fest. Das Ziel dabei ist, ein vorgegebenes Programm möglichst exakt nachzufliegen. Der Flug wird dabei von Punktrichtern nach genau festgelegten Kriterien bewertet.
3D: Ein Flugstil, bei den bei den meisten Figuren die Strömung an den Tragflächen abgerissen ist. Dieser Flugstil wurde in den letzten Jahren durch leistungsfähige Antriebe und starke Rudermaschinen ermöglicht.
Freestyle: Eine Mischung aus dynamischem Kunstflug und 3D, findet meist in einem Würfel vor dem Piloten statt und nicht mehr nur in einer Ebene. Gut ist hier was gefällt, die Wahl der Figuren ist wesentlich freier.
Aeromusical: Eine Variante des Freestyle, bei der der Pilot eine Choreografie zu Musik fliegt.

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39 Haben die bulligen Rümpfe der Modellkunstflugzeuge nicht enorm viel Luftwiderstand?
Ja, haben sie. Die meist gerade abgeschnittenen Tragflächen und Leitwerke, die symmetrischen Profile und die starren Fahrwerke tun ihr Übriges dazu. Dieser Luftwiderstand erwünscht, da die Modelle im senkrechten Sturzflug nicht zu schnell werden sollen.

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40 Wieso sind Kunstflugzeuge immer weiblich? (Die Yak, die Extra, die Cap, die Raven, die Staudacher...)
Na ja, sie sind wunderhübsch anzusehen, bringen einen dauernd an die Leistungsgrenze, haben Radschuhe, brauchen viel Zuneigung und sind auf Dauer schweineteuer :-P.

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41 Wer setzt im Modellkunstflug die Grenzen: Das Modell oder der Pilot?
Das Modell hat für jede Flugsituation relativ klar bestimmbare Grenzen, der Pilot hat klar bestimmbare (Reaktionszeit, Auflösung und Bilderzahl der Augen, Genauigkeit der Finger) und weniger klar bestimmbare (das Flugkönnen ;-)) Grenzen.
Ob jetzt das Modell oder der Pilot an die Grenze kommt hängt von der Figur, den äusseren Bedingungen und der Verfassung des Piloten ab. Einige Beispiele:
[-]   Senkrechte Steigrate: Hier setzt das Modell die Grenze, entweder es erreicht die durch Modellaerodynamik und Antrieb vorgegebene Endgeschwindigkeit oder es platzt vorher, falls die Zelle die Fluggeschwindigkeit nicht aushält.
[-] Horizontale Höchstgeschwindigkeit: Hier ists gleich wie bei der Senkrechten Steigrate, bei sehr schnellen Modellen ist es aber möglich, dass der ungeübte Pilot schon vor der Endgeschwindigkeit Panik bekommt, in diesem Fall setzt der Pilot die Grenze.
[-] Rollrate im Horizontalflug: Das Modell hat eine max. Rollrate, falls der Pilot diese noch sauber aussteuern kann setzt das Modell die Grenze, ansonsten (hier meistens ;-)) der Pilot.
[-] Rollrate im Harrier: Die ist meist tief genug so dass ein geübter Pilot die Maschine auch mit Querruder-Vollausschlag noch in der Figur halten kann. Folglich setzt hier das Modell die Grenze.
[-] Überschläge: Sofern der Pilot eventuelles abkippen aussteuern kann setzt das Modell die Grenze.
[-] Minimaler Kreisradius: Hier setzt das Modell die Grenze, wie nahe man im Flugbetrieb an diese Grenze herangehen kann (ohne sie zu überschreiten) hängt jedoch vom Piloten ab.
[-] Torquen bei Windstille: Sofern das Modell genügend Leistung hat, die Ruder im Luftstrom liegen und genügend Wirkung haben, um die Störungen durch die Propellerwirbel auszugleichen, setzt der Pilot die Grenzen. Torquen wäre wohl auch mit einem normalen Hochdeckertrainer mit vergleichsweise winzigem Höhen- und Seitenruder Möglich, es scheitert in der Praxis aber an der zu geringen Reaktionszeit des Piloten (und ev. auch am Auflösevermögen seiner Augen wodurch Abweichungen zu spät erkannt werden), da seine Reaktion auf eine Störung immer erst dann kommt wenn das Modell schon zu weit aus der Senkrechten ist und die Ruder dann nicht mehr genügend Wirkung haben, um es wieder in die Senkrechte zu befördern.

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42 Was ist im Programmflug wichtiger, der Pilot oder das Modell?
Die Frage ist ne Nullrunde, genauso wie die Frage "Was ist wichtiger, der Gitarrist oder die Gitarre?"
Die Symbiose zwischen Pilot und Modell ist extrem eng (ohne Modell kann ein Pilot kein Programm fliegen, und ohne Pilot kann ein Modell höchstens geradeaus fliegen) und die gegenseitigen Abhängigkeiten sind vielfältig. Grundsätzlich lässt sich folgendes Sagen:
[-]   Das Modell muss für ein bestimmtes Flugprogramm bestimmte Mindestvoraussetzungen zwingend erfüllen, ansonsten kann der Pilot machen was er will, das Flugprogramm wird er nicht fliegen können. Beispielsweise muss das Modell fürs Torquen genügend Schub, für den Harrier genügend Höhenruderwirkung und für den senkrechten Sturzflug eine genügende Stabilität der Zelle mitbringen.
[-] Erfüllt das Modell die Mindestvoraussetzungen, liegt es Grundsätzlich am Piloten wie gut das Flugprogramm gelingt. Allerdings ist es so, je besser, neutraler, sauberer, reproduzierbarer ein Modell fliegt, bzw. je besser in gewissen Situationen die Ruderwirkung ist, desdo einfacher ist ein Programm zu steuern und desdo weniger muss der Pilot können, um einen ein Programm in einer bestimmten Qualität zu fliegen.
[-] Je besser (sauberer, neutraler, reproduzierbarer) ein Modell fliegt, desdo geringer wirkt sich eine nochmalige Verbesserung des Flugverhaltens auf die Qualität des Programms aus. Irgendwann kommt man zu dem Punkt, wo eine Verbesserung des Programms vom Publikum gar nicht mehr Wahrgenommen wird.
[-] Ein Grosser Unterschied besteht zwischen Flügen mit vorgegebener Figurenfolge und Flügen mit freier Figurenwahl. Bei der vorgegebenen Figurenfolge kann man die Ansprüche fast beliebig nach oben schrauben, hier wirken sich Verbesserungen im Flugverhalten des Modells, auch wenn sie noch so winzig sind, immer noch aus. Bei der freien Figurenwahl hingegen kann der Pilot Figuren wählen, die ihm und dem Modell(!) gut liegen bzw. er kann bestehende Figuren dahingehend abändern. Der Einfluss des Modells auf die Gestaltung des Programmes ist hier sehr gross, der Einfluss auf Wirkung und Gelingen des Programmes ist dagegen praktisch Null .

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43 Kann ich nach dem Simulatortraining direkt mit einem richtig fetten (Jet, Kunstflugzeug, Hochleistungssegler, Scale-Modell) Modell einsteigen?
Im Prinzip (Strömungsabriss mal ausgenommen..) können sie nach dem AFPD-Training fast alles auf Anhieb fliegen, AAAAAABER:
[-]   In Echt werden sie den ersten Flügen (auch wenns nur eine 300 Euro- Schaumwaffel ist) mächtig Schiss haben, die Hände zittern, die Kehle schnürt zu, der Kopf macht gelegentlich dicht, sie können nicht ansatzweise das Potential ausschöpfen das sie sich am Simulator angeeignet haben. Diese Angst ist ein biologisch bedingter "Kurzschluss" zwischen den Ohren, eigentlich völlig schwachsinnig, aber sie ist da und sie sind dagegen anfangs machtlos. Bis sie mit dem ersten Modell wirklich vertraut sind und die Angst ganz weg ist dauerts einige Flugstunden, je kleiner und günstiger das Modell ist desdo schneller gehts. Die Sache hier läuft dabei gleich mit anderen wertvollen Sachen. Wen sie eine Ming-Vase von A nach B tragen müssen werden sie ebenfalls Schiss bekommen, sie fangen an zu zittern und stolpern eventuell vor lauter Aufregung. Diese Angst ist genau die gleiche wie beim ersten Flug mit einem Modell in echt, die Motorik ist zwar da (ein Billig-Trinkglas tragen sie ja locker durch die Gegend) aber der Körper streikt trotzdem. Ein erfahrener Museumsangestellter dagegen wird auch bei der Ming-Vase keine Schweissausbrüche mehr haben, er hats oft genug gemacht und hat sich dran gewöhnt.
[-] Strömungsabriss: Bei Shockflyern und Anfängerseglern kein Thema, bei allen anderen müssen sie aufpassen. Vom AFPD her haben sie keinerlei Reflexe für den Strömungsabriss, ausserdem fehlt ihnen die Fähigkeit, den drohenden Abriss an den Modellreaktionen frühzeitig zu erkennen. Beim ersten Abriss in Echt (der kommt garantiert unerwartet, glauben sies mir :-)) bekommen sie dann einen ordentlichen Schreck und versteuern sich mit grosser Wahrscheinlichkeit. Einige Flüge Lehrer-Schüler um sich ans Einhalten der Minimalgeschwindigkeit zu gewöhnen und einige Flugstunden "Abrisstraining" und sie haben die Reaktionen intus und die Sache ist gegessen.
[-] Die Landebahnen sind in Echt ausnahmslos keiner als im Simulator. Auf einer riesigen Betonfläche auf einer bestimmten Markierung zu landen ist das Eine, auf einer 2x10m-Bahn in Echt zu landen das Andere. Bei der 2x10m-Bahn bekommen sie anfangs wieder (eigentlich völlig unbegründet) Panik.
[-] In Echt müssen sie ein Modell aufbauen, richtig einstellen, Akkus laden, ev. Verbrennungsmotoren richtig einstellen und an all die kleinen Details (Flächensicherungsschrauben...) denken, die für das Modell überlebenswichtig sind. Ein Einsteigerflieger oder Trainer ist hier generell einfacher und simpler aufgebaut, verlangt weniger Handgriffe, bietet weniger Fehlerquellen und wenns dann wegen einem Fehler doch mal knallt ist er besser zu reparieren bzw. günstiger zu ersetzen.
[-] Wenn sie ihr Modell sauber und gerade aufgebaut haben und Ruderausschläge und Schwerpunkt stimmen dann können sie die am Simulator erlernten Bewegungsschemen einfach übertragen. Ist das Modell jedoch verzogen, die Ruderausschläge zu gross/zu klein oder der Schwerpunkt am falschen Fleck, dann gilt es diese Probleme richtig zu erkennen und dann abzustellen. Und das ist für einen Umsteiger, der ja nicht mit letzter Gewissheit weiss wie ein echtes Modell eigentlich fliegen sollte (er hat ja noch nie eins geflogen ) praktisch unmöglich.
[-] Die Fahrwerke der Simulatormodelle sind meist viel zu stabil, wenn sie ein echtes Modellkunstflugzeug mit 2m/s sinken auf die Fahrbahn klatschen dann reisst es ihnen mit ziemlicher Sicherheit das Fahrwerk raus. Wenn sie also am Simulator nicht butterweich landen können dann werden sie in Echt heftigste Probleme bekommen.

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44 Wie viel Expo braucht der Mensch?
Siehe Der Sender: 4.4 Exponential

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45 Ist fliegen bei böigem Wind deutlich anspruchsvoller als Fliegen bei Windstille?
Ja es ist anspruchsvoller, aber nicht so heftig wie es von aussen scheint. Beherrscht man eine Fluglage bei Windstille im Schlaf, so steuert man die Störungen durch den Böigen Wind instinktiv richtig aus. Weiter kommt dazu, dass die Turbulenzen in Bodennähe abnehmen, wird das Modell z.B. in 10m Höhe noch um +-3m angehoben/abgesenkt sinds in 1m Höhe nur noch +-0.5m. Dadurch ist auch das Landen bei böigem Wind machbar.
Das einzige was man aktiv beachten muss ist das Einhalten einer genügend hohen Fluggeschwindigkeit, fliegt das Modell zu langsam kann eine Böe von hinten die Anströmgeschwindigkeit an den Tragflächen soweit reduzieren dass die Maschine abreisst.

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46 Wieso erzählen Modellpiloten bevorzugt von ihren Abstürzen?
Nun ja, irgendwie hat man als Modellpilot das Gefühl, Abstürze seien das Spektakulärste und am einfachsten Nachvollziehbare und alles erfolgreiche sei ja nur langweilig... Daher kommt es wohl auch, dass die meisten Menschen glauben, Modellflug bestehe hauptsächtlich aus unkoordiniertem Basteln und Abstürzen :-).
Weiter kommt dazu, das Einsteiger am intensivsten vom Modellflug berichten (die Fortgeschrittenen haben ihr Umfeld bereits bis zur Schmerzgrenze mit Modellfluginfos eingedeckt und erzählen aus Rücksicht nur noch selten etwas) und Einsteiger fallen halt (vor allem wenn sies ums Verrecken ohne fremde Hilfe schaffen wollen) noch relativ häufig vom Himmel.

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47 Was sind die grössten Irrtümer der Modellflugwelt?
[-]   Shockflyer sind keine richtigen Flugzeuge und fliegen nicht aerodynamisch.
[-] Man braucht mindestens 2m Spannweite um Spass zu haben.
[-] Eine Rolle ist automatisch Kunstflug.
[-] Luftteilchen haben Vorurteile.
[-] Modellflieger stürzen eh nach dem 2. Flug ab, da lohnt es sich nicht in die Betriebssicherheit zu Investieren.
[-] Luftteilchen haben ein Markenbewusstsein. Multiplex-Modelle werden grundsätzlich gnädiger umströmt
[-] Piloten jünger als 20 Jahre darf man nicht ernst nehmen.
[-] Luftteilchen können Farben sehen.
[-] Der Fehler liegt immer beim Modell.
[-] Die Zeit, seit der ein Pilot schon fliegt, lässt eindeutige Rückschlüsse auf seine Flugstundenzahl zu.
[-] Torquen ist für die Zuschauer interessant.
[-] Die Flugstundenzahl des Piloten lässt eindeutige Rückschlüsse auf sein Können zu.
[-] Ohne Abstürze ists Langweilig :-)).

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48 Wieso kann der Pilot seinen Sender auch dann bedienen, wenn der in einem Senderhandschuh ohne Sichtfenster eingepackt ist?
Der Pilot muss seinen Sender beim Steuern nicht sehen, genau so wenig wie ein guter Pianist die Tasten und ein Gitarrist die Saiten sehen muss. Beim Sender ist das sogar noch viel einfacher als beim Klavier oder bei der Gitarre, da die Hände beim Sender nicht zwischen verschiedenen Bedienelementen hin und her springen müssen sondern immer fest auf den Steuerknüppeln bleiben. Abgesehen davon: Um ein Modell steuern zu können muss der Pilot es zwingend anschauen, da hat er gar keine Gelegenheit auf den Sender zu schauen ;-).

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49 Worauf kommts im Modellkunstflug wirklich an?
Der Mensch vergleicht jede sich fortbewegende Maschine unbewusst mit einem Menschen, verpasst ihr ein Gesicht und einen Charakter. Und beim Menschen (zumindest die Ansprüche der Männer an die Frauen ) kommts für den 5-Minuten-Flirt auf folgende Sachen an: Gesicht, Augen, Haut/Nägel, Körper, Stimme, Geruch, Bewegungen, Kleidung/Make-Up, was sie sagt und wie und mit was sie es sagt.

Aufs Modell übertragen:
[-] Körper: Im Wesentlichen die Proportionen, das Gesamtbild. Das Modell sollte wie aus einem Guss wirken, die einzelnen Teile sauber aufeinander abgestimmt, vor allem dürfen Anbauteile wie Fahrwerk oder Spinner nicht irgendwie "angehängt" aussehen. Gleichwohl darf das Modell nicht zu normal aussehen, sondern sollte einige aus dem Rahmen fallende Merkmale haben, die es individuell machen.
[-] Gesicht: Spinner (Nasenspitze), seitliche Luftöffnungen (Nasenlöcher), untere Luftöffnung (Mund) und die Kabinenhaube (Augen und Stirn) werden bezüglich Proportionen nochmals kritischer beäugt als der Rest des Modells.
[-] Augen: Die Kabinenhaube ist ein extrem wichtiges Teil, schon kleinste "Fehler" in Form oder Kontur lassen das ganze Modell seltsam aussehen.
[-] Haut/Nägel: Im Wesentlichen die Oberflächenqualität und die geschickte Einbettung von Schaltern, Hebeln, Tankventilen und anderen "Durchbrüchen".
[-] Stimme: Motorensound, Propellersound und das Pfeifen und Rauschen im Flug müssen ebenfalls zum Modell passen. Ein kreischender Verbrenner oder klappernde Anbauteile können dabei den schönsten optischen Eindruck innerhalb von Sekunden zunichte machen.
[-] Geruch: Hier gehen die Meinungen auseinander, manche lieben das Verbrennergesiffe, andere lieben den "Elektronischen" Geruch von knapp dem Hitzetod entgangenen Reglern. Und obwohl wirs nicht merken: Auch der Geruch hat Einfluss auf unsere Meinung über ein Modell.
[-] Kleidung/Make-Up: Die Farbgebung des Modells. Manche mögens hier schlicht, andere lieben opulentes Airbrush, wieder andere bevorzugen geometrisch klare Streifenmuster. Allerdings scheints auch hier so zu sein wie mit den Menschen: Einem gut geformten Modell verzeiht man den Missgriff bei der Garderobe gerne .
[-] Bewegungen, Aussagen: Das Flugprogramm. Im Modellkunstflug ist das (meiner Meinung nach) mit Abstand das Wichtigste, ein geniales Programm und das gewisse "Etwas" in den Bewegungen können aus so mancher grauen Maus ein Objekt der Begierde machen. Ist bei Menschen übrigens auch so :-).

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50 Wie lange lebt so ein Modellkunstflugzeug eigentlich?
0 bis 1000 Flugstunden, je nachdem wie blöd sich der Besitzer anstellt . Ne, im Ernst, die Lebensdauer hängt extrem stark von den äusseren Umständen ab. Wenn:
[-] der Pilot Starten, Fliegen und Landen kann
[-] der Pilot sein Temperament im Griff hat und die Sicherheitshöhe einhält
[-] der Pilot bei Transport und Lagerung Sorge trägt
[-] die Landebahn gross genug und in einem ordentlichen Zustand ist
[-] die Technik zuverlässig funktioniert
dann kann ein Modell problemlos über 100 Flugstunden alt werden. Depronmodelle werden rein durch die Flugbelastung auf dauer weich, ab 20 Flugstunden wirds bei stark belasteten Bauteilen schon bitter. Dasselbe Problem haben extrem auf Leichtbau getrimmte Holzmodelle. GFK-Modelle und stabile Holzkonstruktionen halten dagegen sehr lange.

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51 Kann man die (Flug)Eigenschaften eines Modellkunstflugzeuges unabhängig vom steuernden Piloten beschreiben?
Ja, allerdings mit Einschränkungen. Sobald ein Modell in der Luft ist besteht ein enger "Verbund" zwischen Pilot und Modell, die Fähigkeiten des Piloten und die Flugeigenschaften des Modells überschneiden, ergänzen und "bekämpfen" sich gegenseitig (ähnlich wie beim Musiker mit seinem Instrument). Dadurch ist es schwierig, die Fähigkeiten des Piloten und die Flugeigenschaften des Modells klar voneinander zu trennen. Mit diversen Tricks geht es jedoch:

Diese Daten geben jedoch nur einen groben Hinweis, letztendlich entscheidet der einzelne Pilot, wie gut ihm ein bestimmtes Modell liegt. Ob Pilot und Modell harmonieren lässt sich nur mittels ausführlichem Testen bestimmen, dieses Testen vor dem Kauf ist in anderen Branchen (Musikinstrumente!) Gang und Gäbe, beim Modellflug findet es noch kaum statt, viele Piloten kaufen ihr Modell mehr oder weniger blind. Von dem her haben wir Modellpiloten da noch Nachholbedarf ;).


52 Wo gibts noch weitere Fragen und Antworten?
Z.B. hier: Wenn Laien fragen (Rc-Network) [extern].

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[Copyright] Fabian Günther
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