Fabians Modellkunstflugseiten
Home | Motorflug | Segelflug | Technikecke | Diverses | Impressum | Links | Updates | Sitemap | Suchen,Drucken
Home> Technikecke> Der Sender

Der Sender

Version 6, 10.11.2007


Der Sender ist das Bindeglied zwischen Modell und Pilot und hat daher wesentlichen Einfluss auf das Gelingen des Kunstflug-Trainings. Im Folgenden möchte ich einige Sachen auflisten, die es bei der Auswahl des Senders zu beachten gilt.


Inhalt

1 Frequenz
2 Daumen- oder Pultsteuerung
         2.1 Allgemeines
         2.2 Ergonomie
3 Hand- oder Pultsender
4 Weitere Sendereinstellungen
         4.1 Knüppellänge
         4.2 Federhärte
         4.3 Federvorspannung
         4.4 Exponential
         4.5 Der Gasknüppel
5 Knüppelbelegung
6 Senderanforderungen



1 Frequenz

In der Schweiz werden Flugmodelle auf dem 35MHz-Band gesteuert. Erste 2.4GHz-Anlangen sind mittlerweile auf dem Markt und werden die 35MHz-Geräte wohl über kurz oder lang verdrängen. Über die genauen Frequenzen erkundigen sie sich am Besten bei dem Händler bei dem sie den Sender kaufen.

nach oben



2 Daumen- oder Pultststeuerung

2.1 Allgemeines

Bei der Pultststeuerung hält der Pilot die beiden relativ langen Kreuzknüppel mit Daumen und Zeigefinger bzw. mit Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger, die Handflächen liegen auf einem Pult in dem der Sender befestigt ist auf. Bei der Daumensteuerug liegen die Daumen des Piloten auf den Knüppeln, mit den restlichen Fingern umgreift er das Sendergehäuse.

Für die Steuerung eines Modellkunstflugzeuges sind beide Konzepte geeignet, auch der Wechsel zwischen beiden Konzepten funktioniert gut, einfache Flugfiguren kann man nach dem Wechsel meist sofort fliegen, bis der Wechsel vollständig abgelaufen ist dauert es einige Flugstunden.
Die Unterschiede zwischen Daumen und Pultsteuerung sind vorhanden, jedoch recht klein:

[-] Die Pultsteuerung ist bei stundenlangen Flügen bequemer.
[-] Mit der Pultsteuerung lässt es sich etwas präziser und feinfühliger steuern.
[-] Mit der Daumensteuereung kann der Pilot gerade 3D-Figuren, die schnelle und grossräumige Knüppelbewegungen erfordern, etwas leichter steuern.

Bei der Frage ob Daumen- oder Pultsteuerung lohnt es sich durchaus, mal beide Konzepte auszuprobieren, da der Wechsel hier problemlos und ohne Komplikationen abläuft. Am Schluss nimmt man dann das Steuerkonzept das besser zu einem passt.


2.2 Ergonomie

Pultsteuerung
Handauflage: Eine ebene Platte als Handauflage genügt. Mit der Höhe dieser Platte kann man noch etwas spielen, meistens liegt sie einige Millimeter über dem Drehpunkt der Knüppel, also meistens unter der Oberseite des Senders. Eine leichte Mulde in der Platte bietet der Hand etwas gefühlte Orientierung auf dieser Platte, nicht unbedingt nötig, aber angenehm.

Knüppel halten:
[Landung] [-] Minimallösung: Die Knüppel liegen zwischen Daumen- und Zeigefingerspitze, die Finger bleiben während des gesamten Fluges in der gleichen Position am oberen Rand des Knüppels, herumrutschen oder umgreifen ist nicht. Beim normalen Fliegen, wo meist nicht mehr als der halbe Küppelausschlag genutzt wird liegen die Hände auf dem Pult auf, für schnelle Steuermanöver oder Vollausschläge kann man die Hände kurz anheben.
[-] Umgreifen: Dabei umgreift man die Knüppel mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Ist am Anfang etwas intuitiver, ergab aber zumindest bei mir ein leicht pflaumiges Steuerverhalten.

Schalter: Ich habe auch die Schalter am Sender so angeordnet, dass ich sie mit dem Mittel- oder Ringfinger ohne Umgreifen bedienen kann.

Senderaufhängung: Als Senderaufhängung benutze ich ausschliesslich einen Kreuzgurt. So ist das Senderpult recht fest mit mir verschnallt, mein Nacken wird entlastet und ich stehe etwas gerader in der Landschaft als mit einem Nackengurt. Das Senderpult hängt in Gürtelhöhe vor mir und ist ca. 20 Grad nach vorne geneigt, um einigermassen parallel zu den Unterarmen zu sein.

Antennenhalterung: Ein Kugelkopf für die Antenne ist was ganz feines, damit kann man die Antenne dann so positionieren dass sie einem nicht gerade im Blickfeld ist.


Daumensteuerung
Halten: Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, den Sender zu halten:
[-] Die Hände umgreifen beide Seiten des Senders, die Handflächen liegen an den Seitenteilen an. Dies ermöglicht einen festen Halt des Senders, schränkt andererseits aber die Bewegungsfreiheit der Daumen drastisch ein, ein Vollausschlag nach hinten/aussen ist nur noch mit übelsten Verrenkungen des Daumens möglich. Diese Art der Senderhaltung eignet sich für kurze Zeitspannen, in denen man den Sender fest halten muss z.B. wenn man ihn dreht oder in eine Richtung beschleunigt.
[-] Fingerballen liegen unten auf, Handflächen sind von den Seitenteilen abgehoben: Der Halt am Sender ist hier nicht so gut, dafür hat der Daumen volle Bewegungsfreiheit, auch ohne dass die Daumengelenke grosse Winkel annehmen müssen, da die Hand die Daumenbewegung aktiv unterstützt. Den mangelnden Halt des Senders kompensiert man mit Wülsten auf der Senderunterseite, in denen sich die Fingerballen von rechter und linker Hand durch leichten Zug nach aussen verkeilen können. Handschlaufen auf der Senderunterseite wären hier noch eine Steigerung.

Oberflächen Seitenflächen und der Senderboden sind bevorzugt gerippt, so dass auch Schweisshände noch etwas Luft bekommen. Gummierte Seiten- und Bodenteile verbessern den Grip nochmals, nutzen sich aber auch schneller ab.

Zeigefinger: Für die lage des Zeigefingers gibt es zwei Möglichkeiten, der eine Teil der Piloten hat ihn mit den anderen Fingern an der Senderunterseite, der Antere teil (u.A. ich) positioniert ihn fast durchgestreckt auf dem vorderen Seitenteil des Senders. Dort ist bevorzugt eine Markierung (entweder ein Loch mit deutlicher Kante oder eine Scheibe, ebenfalls mit markanter Kante, angebracht, damit der Zeigefinger immer am gleichen Ort ist.

Nackengurt: Handsender besitzen einen Nackengurt, der im Schwerpunkt des Senders am Gehäuse befestigt sein sollte. Im normalen Betrieb hat man keinen oder kaum Zug auf diesem Nackengurt, umhängen sollte man ihn trotzdem, so hat man im Zweifelsfall eine Hand frei um ein nerviges Insekt zu erledigen :-).

Sendermasse: Handsender sollten möglichst leicht sein, sonst geben Ellenbogen, Handgelenke und Nacken nach einiger Zeit eindeutige Rückmeldung über die zu hohe Gewicht...

nach oben



3 Hand- oder Pultsender

Die Unterschiede
[-] Handsender sind kleiner als Pultsender und bereits so geformt, dass sie der Pilot bei der Handsteuerung optimal greifen kann.
[-] Pultsender sind grösser und mehr oder weniger rechteckig, so dass sie sich problemlos in einem Pult verstauen lassen.
[-] Handsender sind klein und kompakt und lassen sich in einer kleinen Box in jedem Rucksack verstauen.
[-] Pultsender sind schwerer und deutlich sperriger zu transportieren.
[-] Der Akku der Pultsender ist meistens grösser und hält länger.
[-] Der vor den Bauch geschnallte Pultsender ist für den Zuschauer gewöhnungsbedürftig und ist gerade im Verhältnis zu kleineren Modellen ein optischer Overkill.
[-] Mit der riesigen Antenne in fixer Position zum Piloten ist man besonders in geschlossenen Räumen nicht gerade mobil.
[-] Mit einem Handsender ist man während dem Flug deutlich mobiler, man kann sich leichter bewegen und kann Antenne durch Bewegen des Senders so ausrichten kann dass sie nicht stört.
[-] Ein Pilot mit Handsender sieht besser aus als ein Pilot mit Pultsender (meine Meinung ;-)).


Der Umbau
Handsender lassen sich problemlos in ein Pult packen und als Pultsender verwenden, einzig die Schalter an der Seite des Sendergehäuses sind dann nicht mehr zugänglich. Pultsender lassen sich zwar auch zu Handsendern umbauen, hier ist der Aufwand aber grösser, da man u.A. auf den Boden des Pultsenders die "Wülste" des Handsenders draufkleben muss, damit die Finger auf der Unterseite genügend Halt haben. Weiter sind die Gewindestangen für das Aufschrauben der Knüppel bei Pultsendern meist schon länger als die gesamten Handsenderknüppel und der Mittelpunkt der Kreuzknüppel ist bei Pultsendern auch weiter von der Gehäuseseitenwand entfernt als bei Handsendern. Piloten mit grossen Händen stört das nicht wirklich, Piloten mit kleinen Händen bekommen hier Probleme, weil sie nicht mehr gescheit um das Sendergehäuse herumgreifen können.

Wenn sie sich noch nicht sicher sind ob sie auf Dauer mit Daumen- oder Pultsteuerung steuern wollen würde ich ihnen eher zu einem Handsender raten, da man diesen problemlos zu Pultststeuerung umbauen kann.

nach oben



4 Weitere Sendereinstellungen

4.1 Knüppellänge

[-] Die Knüppellänge hat Einfluss auf die Steuergeschwindigkeit. Mit einem Handsender ist man bei beim Wechsel Vollausschlag-Vollausschlag merklich schneller als mit einem Pultsender. (Mit dem Steuerknüppel der manntragenden Kunstflugzeuge ist man dann nochmal wesentlich langsamer, das nur als "Extrembeispiel").
[-] Mit zunehmender Knüppellänge steigt die Steuerpräzision leicht an.
[-] Mit zunehmender Knüppellänge nimmt die Tendenz zum Übersteuern in der Neutrallage deutlich ab, auch der Einfluss von zitterigen Händen wird geringer.

Mein Vorschlag: Bei der Daumen- wie bei der Pultsteuerung gibt es die Steuerpräzision und die "Auslenkung" der Finger als gegenläufige Grössen, hier gilt es einen Kompromiss zwischen möglichst langen (Steuerpräzision) aber noch bequem bis zum Endanschlag bewegbaren Knüppeln zu finden.


4.2 Federhärte

[-] Zunehmende Federhärte hat eine ähnliche Wirkung wie steigende Expowerte.
[-] Die maximal mögliche Steuergeschwindigkeit nimmt mit zunehmender Federhärte ab.
[-] Die Belastung für die Finger steigt mit zunehmender Federhärte.
[-] Die Tendenz zum Übersteuern in der Neutrallage nimmt mit zunehmender Federhärte ab.
[-] Bei Handsendern steigt mit zunehmender Federhärte die Gefahr des Abrutschens von den Knüppeln.
Bei Handsendern sinkt bei zunehmender Federhärte die Gefahr des Abrutschens, da die Finger automatisch stärker auf die Knüppel gedrückt werden.

Mein Vorschlag: Stellen sie die Federhärte so gering wie möglich und so stark wie nötig ein. Bei neuen Modellen und zitterigen Händen wählt man die Federhärte eher höher, mit zunehmendem Können kann man sie dann immer weiter zurücknehmen und so die Steuerpräzision steigern. Generell sollte man die Federhärte so hoch wählen, dass man sicher keine Probleme mit Ein- oder Überschwingen in der Neutrallage bekommt, aber nicht stärker. Pultsender können dabei meist mit geringerer Federhärte betrieben werden als Handsender.
Das Einstellen der Federhärte geschieht dabei über das Austauschen der Knüppelfedern gegen weichere/härtere Exemplare.


4.3 Federvorspannung

[-] Zunehmende Federvorspannung verringert die Tendenz zum Übersteuern.
[-] Zunehmende Federvorpannung verringert die Präzision um die Nulllage massiv, der Flugstil wird eckig.

Mein Vorschlag: Wählen sie die Federvorspannung so hoch, dass der Knüppel gerade sauber in Neutralstellung einrastet, eine geringere Federvorspannung ergibt ein pflaumiges, eine höhere ein eckiges Flugverhalten um die Neutralstellung.


4.4 Exponential

Zu den Expowerten gibt es keine fixen Richtwerte, die Sache ist derart modell- und pilotenabhängig dass sich lediglich Tendenzen und Tipps für das Erfliegen der eigenen Expowerte angeben lassen.

[-] Zu geringe Expowerte bergen die Gefahr des Übersteuerns durch zu direkte Ruderreaktion in Neutrallage. Die Maschine kommt vom Kurs ab, der Pilot steuert ungewollt zu stark dagegen, die Maschine überschwingt, der Pilot steuert heftiger wieder zurück und schwingt die Maschine so auf. Im schlimmsten Fall kann er vor lauter Schwingen nicht mehr steuern, oder die Maschine wird unkontrollierbar, in beiden Fällen folgt Meist der Absturz.
[-] Mit zu hohen Expowerten reagiert das Modell verspätet und dann entsprechend heftig, ev. kann der Pilot sie so nicht mehr aus einer heiklen Fluglage herausbugsieren. Zu viel Expo auf den HR ist auch beim Landen unangenehm, da die Maschine wegen der zu schwachen HR-Reaktion relativ wüst auf die Fahrbahn knallen kann...

Mein Vorschlag: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Stellen sie das Expo so ein, dass sich das Modell nicht aufschwingt, aber nicht wesentlich mehr. Zu viel Expo ist dabei deutlich weniger unangenehm als zu wenig, stellen sie daher anfangs eher zu viel Expo ein und arbeiten sie sich dann langsam nach unten zur Aufschwinggrenze vor.

Hinweise
[-] Expowerte sind stark Modellabhängig, meine Yak 55 Nr.3 fliege ich mit 0% Expo auf allen Rudern, meine AJ Extra mit 30% (Seitenruder) bis 60% (Querruder) Expo.
[-] Expowerte für ein bestimmtes Modell sind nichts in Stein gemeisseltes. Mit jeder Trainingsstunde werden die in ihrem Kopf abgespeicherten Bewegungsmuster angepasst, vernetzt und z.T geändert. Spielen sie daher alle paar Flugstunden ein bisschen mit den Expowerten rum, und ändern sie sie ggf. dauerhaft, falls sich mit den neuen Werten eine Verbesserung bemerkbar macht. Ob ihre Expowerte für ein bestimmtes Modell über einen längeren Zeitraum gesehen steigen oder fallen ist nicht von Bedeutung, beides kommt vor und es gibt keine "bessere" und keine" schlechtere" Richtung.
[-] Expowerte können auch von der Tagesform abhängig sein, am Morgen könnte ich das Expo jeweils etwas zurücknehmen (längere Reaktionszeit -> geringere Gefahr des Übersteuerns) am Abend und/oder wenn ich nervös bin Schraube ich das Expo (besonders auf Quer) gelegentlich etwas hoch. Diese Schwankungen sind aber nur klein, die kann man berücksichtigen, muss aber nicht.
[-] Je mehr Flugerfahrung sie haben, desdo besser werden sie Expoveränderungen wahrnehmen und desdo feiner können sie die Expowerte einstellen. Als Einsteiger werden sie die Expowerte einfach soweit hochschrauben das die Kiste nicht überschwingt, als Fortgeschrittener bemerken sie dann bereits 5%-ige Expoveränderungen und können entsprechend damit herumspielen.
Die Expowerte werden in Modellpilotenkreisen gerne zur Glaubensfrage aufgeblasen, Piloten brüsten sich mit extrem hohen oder extrem niedrigen Expowerten, aussagen wie "Alles über 50 Prozent ist Wchwachsinn", "Expobenutzer sind Grobmotoriker" oder "Wer mit wenig Expo fliegt hat keine Ahnung und weiss nicht was er verpasst" etc. gehören zur Tagesordnung. Mein Tipp: Ignorieren sie dieses Getue, stellen sie die Expowerte ein mit denen sie am besten zurechtkommen.


4.5 Der Gasknüppel

Zum Sicherheitsaspekt beim Gasknüppel habe ich bei der Flugsicherheit etwas geschrieben.

Gasknüppel mit Ratsche
Die mit Abstand häufigste Gasknüppelrealisierung bei Modellpiloten. Der Gasknüppel hat dabei keine Rückstellfeder und wird von einer Ratsche in der Position gehalten in der man in loslässt. Die Ratsche kann man entweder abgestuft (dann hängt ein Metallplättchen in Zacken beim Gasknüppel ein) oder stufenlos (Metallplättchen gleitet über die Zähne und greift nicht ein) realisieren, ich selbst bevorzuge die Stufenlose Variante, da einem Das modell beim Torquen sonst garantiert immer zwischen zwei "Ratschenstellungen" hängt :-)).

Mittig zurückstellender Gasknüppel
Der Gasknüppel hat hier eine Rückstellfeder wie die anderen Knüppel auch, geht also beim Loslassen in die Nullstellung. Da man jetzt nur noch den halben Gasweg zur Verfügung hat sinkt die Präzision etwas (beim dynamischen Kunstflug durchaus merkbar), dafür erhöht sich die Reaktionsgeschwindigkeit merklich, was man vor allem bei Shockys mit schnell hochdrehenden Antrieben wirklich ausnutzen kann.
Der Gravierendste Nachteil des zurückstellenden Gasknüppels ist die Tatsache, dass einem die Maschine schier vom Himmel fällt wenn man mal die Gashand vom Sender nimmt. Bei Handsendern muss man jedoch genau das zwecks Neupositionierung des Daumens gelegentlich tun, da der Daumen durch den immer in die gleiche Richtung drückenden Gasknüppel mit der Zeit vom Knüppel abrutscht.

nach oben



5 Knüppelbelegung

Bei der Knüppelbelegung geht es darum, die vier Steuerfunktionen (Höhe, Quer, Seite, Gas) auf die insgesamt vier Achsen der beiden Kreuzknüppel (Knüppelfunktionen) zu legen.

Ausschlagsrichtung
Diese bestimmt, ob man z.B. für das Höhenruder einen Kreuzknüppel nach vorne/hinten oder nach links/rechts ausschlagen muss und welche Seite dann Höhenruder und welche Tiefenruder ergibt. Im Prinzip kann man das hier mit allen Steuerfunktionen machen wie man will, unser Gehirn gewöhnt sich an alles, sobald eine Flugfigur mal automatisiert ist nimmt man eh keine Knüppelbewegungen mehr wahr. Fürs Lernen ist es jedoch hilfreich die Ausschlagsrichtungen so zu wählen dass sich zwischen Knüppel- und Ruderausschlag leicht Eselsbrücken bilden lassen:

[-] Für das Höhenruder stellt man sich den Knüppel senkrecht im Flugzeugsschwerpunkt steckend vor, im Bauchflug schaut der Knüppel nach oben. Eine Knüppelbewegung vom Körper weg ergibt dann Tiefenruder (drücken) eine zum Körper hin Höhenruder (ziehen).
[-] Für das Querruder gilt die gleiche Vorstellung wie beim Höhenruder, hier ist dann eine Knüpppelbewegung nach rechts Rollen im Uhrzeigersinn und eine Knüppelbewegung nach links Rollen im Gegenuhrzeigersinn.
[-] Für das Seitenruder bräuchte man eigentlich einen Drehknopf, da wir aber einen Knüppel haben müssen wir improvisieren. Es bietet sich an, dass auf die links-rechts-Bewegung des Knüppels eine links-rechts-Bewegung der Flugzeugnase oder des Flugzeughecks folgt. Allgemein durchgesetzt hat sich die Flugzeugnase, also Knüppel nach links = Flugzeugnase nach links.
[-] Für das Gas bleibt dann nur noch eine Ausschlagsrichtung vorne-hinten übrig. Ob man Vollgas nach vorne oder nach hinten legt ist Geschmackssache, hier kommt beides vor.

Funktionsverteilung
Diese bestimmt, wie die vier Ruder-/Knüppelfunktionen auf die zwei Kreuzknüppel verteilt. Auch hier kann mans im Prinzip machen wie man will, einige kleine Unterschiede gibt es aber doch:

[-] Das Höhenruder ist die sensibelste (=am direktesten ansprechende) Steuerfunktion eines Modellkunstflugzeuges, zumindest deutlich sensibler als das Gas. Daher macht es Sinn, die Höhenruderfunktion auf die etwas stärker verdrahtete Hand zu legen, bei Rechtshändern die rechte, bei Linkshändern die linke Hand.
[-] Die Position des Gasknüppels ist jetzt durch den bereits gesetzten Höhenruderknüppel vorgegeben.
[-] Beim Quer- und Seitenruderknüppel gibt es zwei Varianten. Diese unterscheiden sich darin, ob man die "Hauptsteuerfunktionen" (Höhenruder und Querruder, da diese beide deutlich direkter und sensibler reagieren als Seitenruder und Gas) auf einen Kreuzknüppel legt oder auf zwei Kreuzknüppel verteilt. Die Unterschiede sind nicht sonderlich gross, sie äussern sich vor allem in bestimmten Flugsituationen:
- Piloten mit Querruder/Höhenruder auf einem Knüppel können ihr Modell im Flächenflug zur Not auch mal einhändig steuern, um z.B. mit der anderen Hand ein nerviges Insekt zu vertreiben oder die Sonnenbrille an-/abzuziehen.
- Piloten mit Querruder/Höhenruder auf verschiedenen Knüppeln haben beim Erlernen des Rollenfluges etwas weniger Probleme, einerseits sind Flugbahn (Seite, Höhe) und Lage um die Längsachse (Quer) schon knüppelmässig getrennt, andererseits stellen die Höhen-Seitenruderkorrekturen bei der geraden Endlosrolle eine simple Kreisbewegung des Seiten-Höhenruderknüppels dar.

Ich selber fliege Höhe und Quer rechts, Seite und Gas links sowie Vollgas vorne.

Links
Die Frage nach der Knüppelbelegung scheint eine der beliebtesten Einsteigerfragen zu sein. Im RcLine-Forum gibts dazu massig Lesestoff [extern].

nach oben



6 Senderanforderungen

Minimum
[-] Zwei Kreuzknüppel für 4 proportional steuerbare Funktionen
[-] Ein Trimmhebel pro Funktion
[-] Ein Servo-Umkehrschalter pro Funktion
[-] Die Ratsche fürs Gas muss an beiden Knüppeln montierbar sein.

Normal
Zusätzlich zum "Minimum":
[-] 5 Modellspeicher
[-] Senderseitige Servo-Nullstellung und asymmetrische Servowegverstellung für jede Funktion
[-] Expo und Dualrate für die drei Ruderfunktionen
[-] Drei Schalter und ein Schieberegler/Drehregler, mit denen man gewisse Funktionen zu- und abschaltbar machen kann.
[-] Ein Mischer für die Querruderdifferenzierung und ein Mischer für zwei Höhenruderservos

Deluxe
Zusätzlich zum "Normalen":
[-] Weitere frei programmierbare Mischer für Messerflug und weisichnochwas sowie Flugphasen, um die ganze Mischerflut etwas zu bündeln.
[-] Uhren für Gesamtflugzeit und programmierbare Stoppuhren mit Alarmsignal.

nach oben

[Copyright] Fabian Günther
www.fabian-guenther.ch