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Bauweisen bei Modellkunstflugzeugen

Fingerwärmer

Version 6, 10.12.2007


Bei niedrigen Lufttemperaturen, besonders in Kombination mit Wind, frieren dem Piloten die ungeschützten Finger innert kürzester Zeit am Sender fest, der Flug sieht dann entsprechend aus als würde er mit den Füssen steuern ....

Auf dieser Seite habe ich einige Lösungskonzepte für dieses Problem gesammelt und kommentiert.



Inhalt

1 Dünne Fingerhandschuhe
2 Dicke Fingerhandschuhe
3 Dicke Fausthandschuhe
4 Socken mit Loch
5 Kunststoffbox für den Sender
6 Senderhandschuh
7 Änderungen an dieser Seite


1 Dünne Fingerhandschuhe

Diese Handschuhe sind schon mal wesentlich besser als gar nichts und ermöglichen im Herbst/Frühling ausgedehnte und im Winter immerhin kurze Flüge. Ausserdem kann man mit ihnen den Sender noch normal bedienen, die Einbussen bei der Steuerpräzision sind beim Pultsender sehr klein, beim Handsender deutlich spürbar aber noch erträglich.
Die verwendeten Materialien reichen von gestrickten Wollhandschuhen über Fleece bis hin zu anderen Kunstfasern, die ganz edlen Varianten haben noch eine Windstopper-Membran eingebaut und sind damit auch für Wind zu gebrauchen.

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2 Dicke Fingerhandschuhe

Wenns kälter wird müssen dickere Handschuhe her. Mit diesen merkt man beim Pultsender schon ordentliche Einbussen in der Steuerpräzision, beim Handsender spürt man die Knüppel nicht mehr (und merkt vor allem nicht mehr wenn man abrutscht), das Steuergefühl entspricht in etwa dem mit tiefgefrohrenen Händen...
Wenn man die Handschuhe sonst für nichts braucht kann man auch im Bereich des Daumen- und Zeigefingerballens ein Loch in den Handschuh schneiden, die Lochränder vernähen und ev. noch ein dünnes Stück Stoff über das Loch nähen. So hat man beim Pult- wie beim Handsender wieder die volle Steuerpräzision.
Bei den Handschuhmaterialien wird meist Kunstfaser mit entsprechendem Futter eingesetzt, auch hier gibt es Wind- oder gar wasserdichte Exemplare.

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3 Dicke Fausthandschuhe

Eine nochmalige Steigerung, falls die Temperaturen arktisch kalt werden. Die Sache funktioniert aber nur noch mit Handsendern und auch nur dann, wenn man aus dem Daumen ein entsprechendes "Knüppelloch" herausschneidet. Die Schalter dann notgedrungen mit dem Daumen bedienen.
Gerade bei den Fausthandschuhen kann man unter dem eigentlichen Handschuh noch dünne Fingerhandschuhe tragen, wenn man dann zum Auf-/Abbau des Modells die Fausthandschuhe abnehmen muss frieren einem trotzdem nicht die Finger fest.

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4 Socken mit Loch

Pultsenderpiloten können sich auch einen (oder mehrere) dicke Socken über beide Hände ziehen, im vorderen Bereich haben diese Socken ein Loch, durch das man den Steuerknüppel durchfädeln kann. So hat man warme Finger und die volle Steuerpräzision.
Handstarts sind dagegen nur noch eingeschränkt möglich, da man vor allem breitere Rümpfe mit den Socken über der Hand nicht mehr greifen kann.

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5 Kunststoffbox für den Sender

Diese kann aus GFK und/oder Plexiglas bestehen und schützt den Sender vor Regen und Schnee und die Hände vor Wind. Als Kälteschutz kann man in dieser Box dünne Fingerhandschuhe anziehen, oder man baut sich gleich eine beheizte Senderbox [extern]. Nachteil dieser Boxen ist die etwas ulkige Optik (gerade bei Pultsendern hat man einen riesen Kasten vor den Bauch geschnallt) und der Transport, die Boxen sind doch schon ordentlich sperrig.

Beispiel: Winterpult [extern]

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6 Senderhandschuh

[Senderaufhängung] [Senderaufhängung]

Meine Anforderungen an so ein Ding:
[-] Auch bei Sturm absolut winddicht, auch kein Durchzug durch die beiden Armlöcher.
[-] Wasserabweisend. Dauerregen muss er nicht aushalten, einen kurzen Platzregen sowie dauerhaften Nieselregen und Schneefall aber schon.
[-] Wärmeisoliert, so dass die Hände auch bei -10 Grad noch warm bleiben.
[-] Der Senderhandschuh darf nicht einengen. Dass das Steuergefühl anders ist als ohne ist unvermeidlich, aber es darf zu keinen Einschränkungen bei Knüppelbewegung oder Schalterbetätigung kommen.
[-] Beim Handstart muss der Pilot mit der Wurfhand nach dem Abwurf schnell und sicher in den Senderhandschuh kommen.
[-] Das Innenflutter muss separat waschbar sein.
[-] Schnelles Rein- und Rausnehmen des Senders, da man ihn z.B. für Einstellarbeiten ausserhalb des Senderhandschuhs hinlegen muss, um schnell und ohne ständiges "Einschlaufen" in den Senderhandschuh an die Knüppel/Schalter zu kommen.
[-] Leicht, damit möglichst wenig Gewicht am Nacken des Piloten hängt.
[-] Platzsparend und einfach verstaubar. Ideal ist ein Senderhandschuh ohne harte Teile, den man einfach in den Rucksack stopfen kann.
[-] Durch entsprechende Griffe auch über längere Strecken gut tragbar.

Für Handsender gibts Senderhandschuhe käuflich, für Hand- wie für Pultsender kann man sie aber auch selber machen. Als Aussenmaterial eignet sich z.B. Segeltuch oder imprägnierte Baumwolle, als Futter Wolle, Isofasern, Felle oder Fleece. Ein Sichtfenster ist zu empfehlen, verschlossen werden diese Senderhandschuhe über Klett- oder Reissverschluss.
Zusätzlich zum Senderhandschuh kann man noch dünne Fingerhandschuhe tragen, damit einem die Hände beim Aufbau des Modells nicht schon auskühlen.
Startet man sein Modell per Wurfstart ist es nötig, die Öffnung für die Wurfhand gross genug auszuführen und ev. mit einem Fiberglasstab zu versteifen, so dass man nach dem Abwurf mit der Hand auch sicher in die Tasche rein kommt.

Meine Deluxe-Ausführung:

[Senderaufhängung] [Senderaufhängung] [Senderaufhängung] [Senderaufhängung] [Senderaufhängung] [Senderaufhängung] [Senderaufhängung] [Senderaufhängung] [Senderaufhängung]

[Heck] [-] Die Aussenhülle ist wind- und wasserdicht aus einer alten Militärblache (gibts gebraucht für SFR 15.-, 140x140cm, imprägnierter Baumwollstoff) genäht, Reisverschluss auf der Rückseite, Innennähte abgesteppt, Aussennähte doppelt umgenäht.
[-] Innenhülle aus 2x20mm dicken Isofaser-Matten (das gleiche Zeug mit dem auch die Kunstfaser-Schlafsäcke gefüllt werden), beidseitig in Baumwolle (altes Leintuch) eingenäht. Alle Nähte abgesteppt, Ränder der Armlöcher zusätzlich mit 30mm-Gurtband ausgesteift. Die Innenhülle ist in der Mitte der Oberseite an die Aussenhülle geklettet, ansonsten besteht zwischen Innen- und Aussenhülle keine fixe Verbindung.
[-] An der Innenseite der Aussenhülle ist an der Stelle, an der die Schlaufe für den Nackengurt an die Aussenseitte genäht ist, eine eine weitere Schlaufe angenäht, in die der Sender mit einem Karabiner eingehängt wird. Die Innehnülle hat an dieser Stelle ein Loch.
[-] Windblocker für die Armlöcher aus Militärblachenstoff, innen mit einer Lage Fleece (alter Faserpelz) gefüttert, mit einem Gummiband mit Schnalle zusammengezogen und mit 20mm-Klettband in die Aussenhülle geklettet.
[-] Stoffzuschnitt Innenhülle: Für die Ober-/Unterseite habe ich mir eine Schablone aus Karton geschnitten, Die beiden Seitenteile (vorderes und hinteres) haben Rechteckquerschnitt und sind 15cm hoch. Leintuch und Isofasermatten habe ich mit 40mm Nahtzugabe zugeschnitten, so hat der Nähmaschinenfuss beim nähen entlang der späteren Kante auf beiden Seiten gleich viel Isofasern und kann nicht nach aussen hin abdriften.
[-] Nähen Innehnhülle: Als erstes habe ich die zugeschnittenen Isofasern und die Leintücher entlang der späteren Kante zusammengenäht, danach die 40mm Nahtzugabe auf 10mm zurückgeschnitten und die Isofasern bis zur Naht herausgepult (ansonsten lassen sich Ober-/Unterseite und die Seitenteile später nicht gescheit zusammennähen). Die Steitenteile habe ich zusätzlich alle 15cm mit einer Quernaht versehen, damit sie später nicht in sich zusammenfallen und die Innenhülle genügend steif wird. Anschliessend habe ich die Ober-/Unterseite an die Seitenteile genäht und die Nähte anschliessend abgesteppt. Das Gurtband an den Armlöchern habe ich über die abgesteppte Naht drübergefaltet und festgenäht. An den Armlöchern habe ich Unterseite und hinteres Seitenteil jeweils zusammengeklettet, damit die Armlöcher auch offen bleiben.
[-] Aussenhülle: Der Stoffzuschnitt ist im Prinzip der Gleiche wie für die Innenhülle, allerdings sind die Teile an jeder Naht um 5mm Breiter als die der Innenhülle (sonst bekommt man die Innenhülle später nicht faltenfrei in die Aussenhülle...) und im Bereich der Armöffnungen 40mm länger (diese 40mm schrumpfen dann mit der Innehülle drin auf 25-30mm, also gut ausreichend für das Klett für die Windstopper). Durch die doppelt umgelegten Aussennähte durfte ich an den Kanten durch 6 Lagen dicken Baumwollstoff durchnähen, das ging nur noch manuell (langsames Drehen am Handrad der Nähmaschine), beim Nähen mit Eigenantrieb (man kanns ja mal versuchen ...) habe ich bereits bei der zweiten Kante eine Nähnadel pulverisiert .

Mein "Zweithandschuh"
Zwei aufeinandergenähte Fleece-Stücke aus einem alten Faserpelz. Der Sender ist innen an der Handschuhdecke aufgehängt, aussen an der Handschuhdecke ist an der gleichen Stelle eine Schlaufe für den Sendergurt angenäht. Die Handöffnung für den Wurfstart wird von einem dünnen Fiberglasstab offen gehalten.

[Senderaufhängung] [Senderaufhängung]

Weitere Beispiele für Senderhandschuhe:
Sender-Jacket [extern]
Senderhandschuh von Raydiowarm [extern]
SAK-Senderschutz [extern] -> SAK
JTM-Modells Radio Glove [extern]
rcmitt.com [extern]
raydiowarm.com [extern]
Sender-Muff [extern]

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[Copyright] Fabian Günther
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