Fabians Modellkunstflugseiten
Home | Motorflug | Segelflug | Technikecke | Diverses | Impressum | Links | Updates | Sitemap | Suchen,Drucken
Home> Technikecke> Der Sender

Soundtuning

Version 2, 12.02.2008


The propeller blades are black and white,
But they sound like a million colours in your mind.

                                         Frei nach Katie Melua, "Spider's Web"



Nur weil wir Elektro fliegen gibt uns das noch lange nicht das Recht hier rumzulärmen. Speziell Wildflieger sollten dem Betriebsgeräusch ihrer Modelle erhöhte Aufmerksamkeit schenken. Neben der Senkung des Gesamtgeräusches geht es hier vor allem darum, die unangenehmen Frequenzen (hochfrequentes Dröhnen der Zelle sowie Klappern von Einzelteilen) so weit wie möglich zu reduzieren, damit die angenehmen Frequenzen, (niederfrequentes Brummen der Zelle sowie das Rauschen des Propellers) voll zur Geltung kommen.


Inhalt

1 Grundsätzliches
         1.1 Propeller auswuchten
         1.2 Gedämpfte Motoraufhängung
         1.3 Die Klappertour
         1.4 Aussteifen
2 Feintuning
         2.1 Propellerwahl
         2.2 Entkoppeln
3 Änderungen an dieser Seite



1 Grundsätzliches

1.1 Propeller auswuchten

Das Wuchten des Propellers ist die einfachste Lärmreduktionsmethode, durch den daraus resultierenden vibrationsarmen Lauf im Vorwärtsflug wird das Modell in sämtlichen Vorwärtsfluglagen schon mal sehr leise.
Das beste Resultat erhält man mit Propellerwuchtgeräten (Aufhängung des Propellers auf Rädern oder freischwebend mit Magneten), aber bereits mit einer einfachen Einrichtung aus 2 Metallprofilen und einem Alurohr erreicht man gute Ergebnisse. Wenn man die Metallprofile mit einer Wasserwaage ausrichtet und den Propeller zum Messen jeweils beidseitig (die zu schwere Seite einmal nach rechts und einmal nach links) drauflegt dann arbeitet dieses Gerät sehr zuverlässig. Die Genauigkeit kann sich ebenfalls sehen lassen, bei einem 15-Zoll-Propeller werden auch 4 Quadratmillimeter Klebeband auf der einen Propellerspitze zuverlässig registriert.

[Auswuchten]

nach oben


1.2 Gedämpfte Motoraufhängung

Mit einem gewuchteten Propeller (und einem Motor mit gerader Motorwelle...) ist bei Vollgas im Stand sowie im Geradeausflug auch mit der starren Motorbefestigung praktisch kein Dröhnen der Zelle feststellbar. Sobald ein solcher Propeller aber schief angeströmt wird (Messerflug, Harrier) oder grosse Kreiselkräfte wirken (gerissene Rollen, Überschläge etc.) dröhnt die gesamte Zelle extrem laut. Dieses Dröhnen kommt im wesentlichen von den durch schiefe Ansrömung des Propellers bzw. durch die von den Kreiselkräften verursachten Vibrationen. Diese Vibrationen kann man durch eine Motoraufhängung mittels Gummielementen (im einfachsten Fall aufgeschnittene Servogummitüllen) fast vollständig beseitigen, auch das Betriebsgeräusch im Geradeausflug wird damit nochmals geringer.

[Motoraufhaengung] [Motoraufhaengung] [Motoraufhaengung]

Bei Shockflyern kann man eine solche Motoraufhängung z.B. mit Moosgummiplatten zwischen Nase und Motorspant realisieren:

[Motoraufhaengung]

nach oben


1.3 Die Klappertour

Eine weitere Lärmreduktion erreicht man, wenn man alle potentiellen Klapperstellen zum schweigen bringt:

[-] Alle Bolzen- und Steckverbindungen (Haubenbolzen, Haubenverschluss, Akkubolzen, Akkuverschluss, Tragflächen- und HLW-Steckung und Tragflächen- und HLW-Bolzen usw.) müssen saugend und spielfrei passen. Bei klappernden Bolzen hilft eine oder mehrere dünne Lagen Klebeband um den Bolzen.
[-] Alle Fläche- auf Fläche-Verbindungen müssen entweder auf dauerhaften Druck ausgeführt sein (Tragflächenverbindung mittels Gummiring, schwergängige HLW-Steckung, Motorhaubenbefestigung mittels Schrauben) oder die Kontaktflächen müssen mit Filz/Moosgummi gedämpft werden (Fahrwerk, Kabinenhaube)
[-] Wenn die Räder auf den Achsen Spiel haben (bei nicht-kugelgelagerten Kunststoffrädern auf Stahlachsen ist das immer der Fall) dann klappern die im Flug ebenfalls elend rum. Zum Testen kann man die Räder mit dem Finger mal kurz antippen, sobald ein Rattern bemerkbar ist muss Abhilfe her. Die Abhilfe besteht hier aus zähem Schmierfett, welches reichlich auf die Achse aufgetragen wird. Danach ist ein für allemal Ruhe mit klapprigen Rädern.
[-] Lose im Rumpf rumflatternde Kabel sollten sie so befestigen, das sie beim schwingen keine Wand mehr berühren können.

Zum Abschluss dieser Massnahmen kommt der (primitive aber sehr effektive :-)) Schütteltest: Halten sie das Modell im Schwerpunktbereich und schütteln sie es ausgiebig in alle Richtungen. Fals sie noch irgendwo ein Kabel vergessen haben werden sie dies jetzt merken.

nach oben


1.4 Aussteifen

Grosse, dünne und wenig gewölbte Flächen sind heisse Kandidaten fürs Dröhnen. Bei Holzmodellen ist dies vor allem die Motorhaube. Mittels einigen Depronspanten können sie die Motorhaube soweit versteifen dass die Dröhnerei aufhört.

[Motorhaube]



2 Feintuning

2.1 Propellerwahl

Bei der Lautstärke der Propeller gibt es grosse Unterschiede. Von nichts kommt allerdings auch nichts, leise Propeller benötigen meistens mehr Leistung. Wenn man wegen der Antriebsanpassung eh verschiedene Propeller durchspulen muss lohnt es sich, hier mal genau hinzuhören.

nach oben


2.2 Entkoppeln

Die Vibrationen, die trotz Gummielementen noch zum Rumpf durchkommen sollten wenn möglich auch dort bleiben:

[-] Entkoppeln sie den Fahrwerksbügel mittels Gummi- oder Moosgummielementen. Dies hat neben dem Lärmschutz auch den netten Nebeneffekt das die Kräfte auf den Fahrwerksspant durch das federnde Fahrwerk kleiner werden.
[-] Den Rumpfdeckel können sie ebenfalls entkoppeln, indem sie die Bolzen und den Haubenverschluss in Gummitüllen lagern und zwischen Deckel und Rumpf eine dünne schicht Moosgummi oder Filz anbringen.
[-] Etwas aufwändiger ist die Entkopplung der Tragflächen, hier müssen sie die Steckungsrohraufnahme im Rumpf sowie die Tragflächenbolzenaufnahmen im Rumpf mit Gummielementen lagern sowie zwischen Wurzelrippe und Rumpfseitenwand Moosgummi oder Filz anbringen.

Diese Entkopplungsmassnahmen helfen vor allem bei hochfrequenten, von blossem Auge nicht sichtbaren Vibrationen. Treten sichtbare (meist deutlich niederfrequente) Vibrationen auf liegt das Problem in einer ungünstig liegenden Eigenfrequenz eines Bauteils (hier wirkt punktuelles Aussteifen Wunder) oder in einem unrund laufenden Antrieb.

nach oben

[Copyright] Fabian Günther
www.fabian-guenther.ch