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Modellgeometrie kontrollieren

Version 1, 26.11.2007

Schiefe Modellkunstflugzeuge fliegen nicht gescheit geradeaus, drehen aus den Figuren raus, lassen sich kaum trimmen und erschweren das Training unnötig. Auf dieser Seite sammle ich Methoden, mit denen sie krumme Modellbereiche finden und begradigen können.



Inhalt

1 Wackler
2 Rumpfgeometrie
3 Draufsicht
4 Anstellwinkel
5 Restliche Winkel
6 Anlenkungen

Ich habe diese Seite der besseren Übersichtlichkeit halber als eine Art Checkliste für das fertige Modell gestaltet. Wenn ihre Maschine bereits krumm fliegt können sie diese Liste durcharbeiten, wenn sie noch im Bau ist dann können sie anhand der Liste die heiklen Punkte frühzeitig erkennen und entsprechend gerade bauen.



1 Wackler

Wackeln bedeutet eine unkontrollierte Änderung der Modellgeometrie, was sich dann in einem schlecht bis gar nicht reproduzierbaren Flugverhalten äussert.
[-]   Der heisseste Kandidat für Wackler sind die Ruder(anlenkungen). Haben diese Spiel (1.5mm Gabelkopfbolzen im 2mm Ruderhornloch...) dann ist die Rückstellgenauigkeit dahin. Ruderspiel kann man leicht feststellen, einfach mal leicht an jedem Ruder rütteln, gibt es einen Bereich in dem die Ruderanlenkung der Ruderbewegung keine kraft entgegensetzt (an den Enden dieses Bereiches setzt die Kraft der Ruderanlenkung dann schlagartig ein, meist hört man auch ein klappern), dann hat das Ruder Spiel. Verwechseln sie das Ruderspiel dabei nicht mit weichen Anlenkungen, weiche Anlenkungen üben von Anfang an eine (schwache) Gegenkraft auf das Ruder aus, Anlenkungen mit Spiel wie erwähnt erst nach einigen Millimetern "kraftfreiem" Weg.
[-] Stellen sie das Modell auf den Tisch, greifen sie die Randbogen der Tragfläche und rütteln sie sanft auf und ab. Gibt es hier einen "kraftfreien" Bereich, dann hat die Steckung der Tragfläche Spiel.
[-] Das Gleiche gilt für die Höhenrudersteckung.

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2 Rumpfgeometrie

[-]   Ist der Rumpf symmetrisch um die Spiegelachse, also weder nach links noch nach Rechts gekrümmt?
[-] Sind die Rumpfseitenwände von vorne bis hinten gerade, also keine Verdrehungen innerhalb des Rumpfes?
[-] Ist die Rumpfdicke so wie sie soll über die Länge verteilt oder gibt es da irgendwo Sprünge?

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3 Draufsicht

[-]   Sind die Tragflächen um die Mittelachse spiegelsymmetrisch?
[-] Ist das HLW um die Mittelachse spiegelsymmetrisch?
[-] Stehen die Tragflächen 90 Grad zur Rumpfmittelachse? Zum Testen können sie je den Abstand zwischen rechter und linker hinterer Randbogenspitze und der Drehachse des Seitenruders messen (z.B. mit einer Schnur). Diese beiden Abstände müssen exakt gleich sein.
[-] Steht das HR 90 Grad zur Rumpfmittelachse (gleiche Testmethode wie bei den Tragflächen)?
[-] Liegt dei Motorwelle an der Stelle wo der Propeller befestigt ist exakt auf der Rumpfmittellinie?
[-] Schneidet sich die Drehachse des Seitenruders mit der Rumpfmittellinie?

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4 Anstellwinkel

[-]   Fällt die Profilsehne der Seitenruder-Dämpfungsfläche mit der Rumpfmittellinie Zusammen?
[-] Ist die Seitenruder-Dämpfungsfläche in sich verdreht?
[-] Ist das Seitenruder in sich verdreht?
[-] Stimmt der Anstellwinkel der Tragflächenwurzelrippen-Profilsehne zur Rumpfmittellinie?
[-] Ist die Tragfläche in sich verdreht?
[-] Sind die Querruder in sich verdreht?
[-] Stimmt die Anstellwinkeldifferenz zwischen Höhenruder-Dämpfungsfläche und Tragfläche?
[-] Ist die Höhenruder-Dämpfungsfläche in sich verdreht?
[-] Sind die Höhenruder in sich verdreht?

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5. Restliche Winkel

[-]   Sind Tragflächen und HLW im 90 Grad-Winkel zum Rumpf angebracht und sind die Tragflächen und HLW parallel? Bockt man das Modell auf einer geraden Unterlage so auf dass beide Tragflächen-Randbogen den gleichen Abstand zum Untergrund haben, dann sollte das beim HR das jetzt ebenfalls so sein. Eine gerade Rumpfseitenwand sollte jetzt im Rechten Winkel zur Unterlage stehen.
[-] Sind rechtes und linkes Fahrwerksbein gleich hoch? Wenn das ansonsten gerade Modell auf dem Fahrwerk steht sollten beide Tragflächen-Randbogen den gleichen Abstand zum Boden haben.
[-] Beim fixen Radsporn: Ist das Rad so positioniert das die Maschine geradeaus fährt. Falls möglich kann man zum Testen die Spornachse auf 50cm verlängern und den Winkel zur Rumpfmittellinie messen (sollte 90 Grad betragen).
[-] Beim angelenkten Radsporn: Fährt das Modell bei Seitenruder-Nullstellung geradeaus?

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6 Anlenkungen

[-]   Schlagen beide Höhenruderklappen auf dem Gesamten Ruderweg synchron aus? Wenn nicht, dann dreht die Maschine bei jeder grösseren Höhenruderbetätigung aus der Figur. Bei Modellen mit unterdimensioniertem Höhenruderverbinder läuft das "mitgenommene" Ruder immer mit kleinerem Ausschlag mit, was ebenfalls zum rausdrehen führt.
[-] Schlägt das Höhenruder nach oben wie nach unten gleich weit aus? Das ist die Grundeinstellung, bei gewissen modellen kann man für die 3D-Ausschläge den HR-Ausschlag nach oben/unten unterschiedlich ausführen, um so die unterschiedliche Höhenruderwirkung im Bauch- und Rückenharrier auszugleichen.
[-] Schlagen die Querruder nach oben wie nach unten gleich weit aus? Dies ist ebenfalls die Grundeinstellung, die man so weit wie irgend möglich mechanisch (richtige Positionierung der Anlenkungsgestänge) realisieren sollte, die verbleibende Differenz mischt man vorerst mittels Querruderdifferenzierung weg. Die korrekte effektive Querruderdifferenzierung (Mitteldecker brauchten oft wenig bis gar keine, Tiefdecker brauchen meistens muss man dann erfliegen.
[-] Schlägt das Seitenruder in beide Richtungen gleich weit aus?
[-] Laufen die Ruder und Anlenkungen leichtgängig? Bei einem extrem schwergängigen Ruder haben die Servos keine Chanche genau zu stellen und verbrauchen unnötig Energie.
[-] Geben die Ruderanlenkungen unter Druck nach? Speziell Schubstangen können sich durchbiegen, ein mit unterdimensionierten Schubstangen von unten angelenktes Höhenruder hat aufgrund deren Durchbiegung unter Last nach oben deutlich weniger Ausschlag als nach unten.

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[Copyright] Fabian Günther
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