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Lehrer-Schüler-Systeme

Version 1, 24.03.2008

Bei den Manntragenden ist das Lehrer-Schüler-System in der Ausbildung Standard, der Lehrer sitzt neben/hinter dem Schüler im Flugzeug und übernimmt bei Bedarf die Kontrolle über die Maschine. Auch beim Autofahren sitzt anfangs ein Fahrlehrer nebendran der bei Bedarf in die Pedale tritt.

Bei den Modellpiloten dagegen wollen es viele Einsteiger ums Verrecken im Alleingang schaffen (ich war auch so einer ) und versenken lieber ein halbes Dutzend Modelle als fremde Hilfe aufzusuchen. Und selbst wenn sie sich helfen lassen wollen scheitert die Sache nicht selten an technischen Problemen ("Lehrer-Schüler, watn dat?..." "Also wenn du einen Graupner-Sender hättest dann würde das passen, aber mit Futaba...", "Mist, die Kanalzuordnung will nicht, scheint irgendwas nicht kompatibel zu sein...").

Im Folgenden Möchte ich einige Methoden für den Lehrer-Schüler-Betrieb vorstellen.


Inhalt

1 Grundsätzliches zum LS-System

2 Kabelloses LS-System
3 Kabelgebundenes LS-System
4 Umgreifen des Schülers
5 "Quergreifen" des Schülers
6 Kommentieren des Schülers


1 Grundsätzliches zum LS-System

[] Beim Lehrer-Schüler-System (kurz LS-System genannt) werden die Steuersignale des Schülersenders anstatt zum Modell zum Lehrersender weitergeleitet. Solange der Lehrer dies gestattet (z.B. durch Drücken eines Knopfes an seinem Sender) sendet der Lehrersender die Signale des Schülersenders zum Modell weiter, somit steuert der Schüler das Modell. Sobald der Lehrer eingreifen will schaltet er um (z.B. indem er den Knopf loslässt), die Signale des Schülersenders werden wirkungslos, das Modell empfängt jetzt die Steuersignale des Lehrersenders, somit steuert jetzt der Lehrer das Modell.

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2 Kabelloses LS-System

Der Schülersender funkt auf seiner normalen Frequenz zum Lehrersender. Am Lehrersender ist ein entsprechender Empfänger befestigt, der die Signale Empfängt, verarbeitet und via LS-Kabel an den Lehrersender weiterleitet. ACT [extern] z.B. bietet ein solches System an.

[-] Der Lehrer kann mit minimaler (Systemzeit + Reaktionszeit des Lehrers) Verzögerung ins Geschehen eingreifen, dadurch ist ein sicherer LS-Betrieb gewährleistet.
[-] Der Schüler wird vom Steuergefühl her in keinster Weise eingeschränkt, da Lehrer und Schüler je ihren eigenen Sender haben.
[-] Lehrer und Schüler können sich auf dem Flugplatz frei bewegen, auch ein um-sich-herumfliegen ist problemlos möglich.
[-] Wenn der Schüler Panik bekommt kann das dem Lehrer nichts anhaben, da er in keinster Weise mit dem Schüler "verbunden" ist.
[-] Das Kompatibilitätsproblem zwischen Lehrer- und Schülersender ist deutlich abgemildert, der Schülersender muss lediglich auf dem Frequenzband des LS-Systems senden und darf nicht gerade den Kanal des Lehrersenders belegen.
[-] Der Lehrersender muss eine Lehrer-Schüler-Software haben und die Möglichkeit bieten, bei Bedarf Kanäle umzupolen und neu zu verteilen, da der Schülersender u.U. eine andere Kanalbelegung hat als der Lehrersender. Die Kanalumpolung/-Verteilung kann jedoch auch am Schülersender erfolgen.
[-] Das System kostet mit Adapterkabel um die 60 Euro.

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3 Kabelgebundenes LS-System

Der Schülersender leitet die Steuersignale via LS-Kabel zum Lehrersender weiter.

[-] Der Lehrer kann mit minimaler (Systemzeit + Reaktionszeit des Lehrers) Verzögerung ins Geschehen eingreifen, dadurch ist ein sicherer LS-Betrieb gewährleistet.
[-] Der Schüler wird vom Steuergefühl her in keinster Weise eingeschränkt, da Lehrer und Schüler je ihren eigenen Sender haben.
[-] Lehrer und Schüler können sich auf dem Flugplatz nur gekoppelt bewegen, fliegt der Schüler mal um sich herum muss der Lehrer die Aktion entweder vorzeitig abbrechen oder einmal um den Schüler herumrennen .
[-] Wenn der Schüler Panik bekommt kann das dem Lehrer wenig anhaben, lediglich wenn der Schüler wegrennt gibt es einen ordentlichen Ruck und eventuell ein Beschädigtes LS-Kabel.
[-] Das Kompatibilitätsproblem zwischen Lehrer- und Schülersender ist massiv, der Schülersender muss die Richtige Marke und eine Schülerbuchse mit dem richtigen Steckplatz haben, damit überhaupt etwas funktioniert.
[-] Der Lehrersender muss eine Lehrer-Schüler-Software haben.
[-] LS-Kabel sind, wenn man bedenkt dass es nur simple Kabel sind, recht heftig überteuert.

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4 Umgreifen des Schülers

Der Lehrer steht hinter dem Schüler und greift um ihn herum, wenn der Schüler steuert liegen die Finger des Lehrers um den Knüppel herum auf dem Gehäuse, wenn der Lehrer eingreift schubst er die Hände des Schülers jeweils von den Knüppeln.

[-] Das System ist eigentlich nur für Pärchen wirklich geeignet, da der Lehrer seinen Schüler während des gesamten Fluges umarmt .
[-] Die Verzögerung des Lehrers ist schon recht hoch und meistens mit einem "Ruck" beim Modell verbunden, da der Lehrer die Knüppel erst erwischen muss. Auch die Möglichkeit eines Danebengreifens besteht. Der LS-Betrieb ist so nur mit genügend Sicherheitshöhe gewährleistet.
[-] Der Schüler wird vom Steuergefühl her recht heftig eingeschränkt, da er um die Hände des Lehrers herumgreifen muss und ständig einen Menschen im Nacken hat.
[-] Lehrer und Schüler können sich auf dem Flugplatz nur gekoppelt bewegen, beim um-sich-rumfliegen besteht die Möglichkeit dass das Lehrer-Schüler-Paket auf die umfällt.
[-] Wenn der Schüler Panik bekommt und die Knüppel nicht loslassen will ist der Lehrer praktisch chanchenlos.
[-] Das Kompatibilitätsproblem zwischen Lehrer- und Schülersender ist wegen fehlendem Schülersender nicht vorhanden, es werden auch keinerlei Zusatzgeräte benötigt. Dafür gibt es oft ein Kompatibilitätsproblem zwischen Lehrer und Schüler, wenn der Schüler zu klein ist bekommt der Lehrer Schmerzen in den knien und wenn er zu gross ist gibts auf Dauer Genickstarre.
[-] Der Lehrersender muss keinerlei Zusatzfunktionen haben.
[-] Zusatzkosten entstehen keine.

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5 "Quergreifen" des Schülers

Der Lehrer hält seinen Sender in den Händen, der Schüler steht neben dran und greift den Knüppel für HR/QR, wenn der Lehrer eingreift schubst er die Hand des Schülers einfach weg.

[-] Die Verzögerung des Lehrers ist recht hoch und meistens mit einem "Ruck" beim Modell verbunden, da der Lehrer die Knüppel erst erwischen muss. Auch die Möglichkeit eines Danebengreifens besteht. Ein sicherer LS-Betrieb ist so nur mit genügend Sicherheitshöhe gewährleistet.
[-] Der Schüler wird vom Steuergefühl her übelst eingeschränkt, da er nicht hinter dem Sender steht, um die Hand des Lehrers herumgreifen muss und nur einen Knüppel steuern kann. Ein vernünftiger LS-Betrieb ist weiter nur möglich, wenn Lehrer und Schüler QR und HR auf dem gleichen Knüppel haben.
[-] Lehrer und Schüler können sich auf dem Flugplatz nur gekoppelt bewegen, das geht aber ganz ordentlich.
[-] Wenn der Schüler Panik bekommt kann sich der Lehrer in fast jeder Situation von ihm losreissen (wenn der Schüler den Knüppel ums Verrecken nicht loslassen will hilft ein Tritt vors Schienbein...).
[-] Das Kompatibilitätsproblem zwischen Lehrer- und Schülersender ist wegen fehlendem Schülersender nicht vorhanden, es werden auch keinerlei Zusatzgeräte benötigt. Das Kompatibilitätsproblem zwischen Lehrer und Schüler besteht nur bei sehr kleinen Schülern (Schüler kommt nicht zum Sender hoch).
[-] Der Lehrersender muss keinerlei Zusatzfunktionen haben.
[-] Zusatzkosten entstehen keine.

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6 Kommentieren des Schülers

Der Schüler steuert mit dem Sender das Modell, der Lehrer steht nebendran, gibt Hinweise und Tipps und lotst den Schüler bei Bedarf durch eine Flugfigur.

[-] Diese Methode eignet sich NICHT dafür, einem Einsteiger das Fliegen beizubringen. Wenn der Schüler die nötigen Steuerschemen zum sicheren Kontrollieren des Modells nicht beherrscht kann der Lehrer sagen was er will, der Absturz kommt meist bereits nach wenigen Sekunden.
[-] Fürs weitere Flugtraining eignet sich die Methode allerdings sehr gut:
- Beim Umstieg auf ein anderes Modell kann der Lehrer den Schüler durch die ersten Landeanflüge Lotsen und ihm so die Landeeinteilung erleichtern.
- Beim Kunstflugtraining kann der Lehrer den Schüler auf Fehler aufmerksam machen und mithelfen, Trainingsstrategien anzuwenden und umzusetzen.
- Bei einem Verknüppler im Training kann der Lehrer dem Schüler durch gezieltes Zurufen von Ruderkommandos helfen, das Modell schnell und Effektiv wieder zu stabilisieren.
[-] Der Schüler wird vom Steuergefühl her in keinster Weise eingeschränkt (Höchstens in der Konzentration, da er ja mit dem Lehrer kommuniziert).
[-] Lehrer und Schüler können sich auf dem Flugplatz frei bewegen, auch ein um-sich-herumfliegen ist problemlos möglich.
[-] Wenn der Schüler Panik bekommt kann der Lehrer nur versuchen ihn zu beruhigen, mehr kann er nicht machen.
[-] Das Kompatibilitätsproblem zwischen Lehrer- und Schülersender gibt es wegen fehlendem Schülersender nicht, Kompatibilitätsprobleme zwischen Lehrer und Schüler eigentlich auch nicht, sofern die beiden die selbe Sprache sprechen und sich vor her über die Befehle für die Ruderausschläge geeinigt haben.
[-] Der Lehrersender muss keinerlei Zusatzfunktionen haben.
[-] Es entstehen keinerlei Zusatzkosten.

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