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Die Messlatte

Version 1, 29.06.2009

Die "Qualität" einer Modellkunstflugvorführung kann man nicht nach einem fixen Schema beurteilen. Die Übergänge zwischen "gut" und "schlecht" sind fliessend, jeder setzt andere Masstäbe und überhaupt, das alles ist ein bisserl diffus :-|. Ich persönlich handhabe das folgendermassen:

Grundlagen
...beherrscht man nie. Man kann sich zwar nahe ans Optimum heranarbeiten, zu verbessern gibts aber immer noch was. Wie gut man eine Grundlage drauf haben muss entscheidet das zu fliegende Programm, wo diese Grundlage drinn vorkommt.

Programme
Die Messlatte bei Programmen hängt von den Zuschauern ab:
[-] Wenn man programme für sich selber fliegt, dann hat man alle Freiheiten und kann selbst entscheiden, wann das Programm den eigenen Ansprüchen genügt.
[-] Wenn man Programme vor einer Fachjury fliegt dann hat man die Beurteilung ausgelagert. Dummerweise sind die Ansprüche hier meistens sch****hoch, aber da muss man durch :D.
[-] Wenn man die Programme für ein Laienpublikum fliegt, dann liegt die Messlatte THEORETISCH sehr tief. Ein Fehler, den ein Laienpublikum effektiv als solcher erkennt muss schon sehr grob sein (gut, einen Absturz kriegen die Meisten dann doch mit...), kleine Unsauberkeiten bekommt hier kein Mensch mit. Beim Publikum bleibt dann höchstens ein komisches Gefühl ("Ich weiss nicht warum, aber irgendwie wirkte das Programm verschwommen, harzig, unharmonisch..."). Das Grosse ABER dabei: In jeder Laienmenge steht ein Modellpilot (Murphy...), und wenn man da mit einfachsten Figuren einen auf dicke Hose macht dann macht man sich übelst zum Affen. Und sowas wird dann gerne weitererzählt...

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Tipps

Präzision ist jahrelange Konochenarbeit.
Einen irgendwie gearteten Harrierrollenkreis bekommt ein talentierter Pilot mit etwas "bescheissen" (HR und SR auf einem Knüppel, neutral fliegender Shockflyer) innert weniger Wochen hin. Für 100m exakten Geradeausflug braucht man Jahre, für einen exakten Harrierrollenkreis gehen Jahrzehnte drauf. Allerdings kommt mit der nötigen Präzision genau diese Magie in das Programm die den Kunstflug ausmacht. Wer das einmal erlebt hat wird es lieben (und sich den Rest seines Lebens über eiergie Rollenkreise übelst aufregen :D).

Präzision kann man nicht erzwingen.
Die Einstellung: "Ich geh hier erst wieder weg wenn ich diese Gerade perfekt fliegen kann" funktioniert nicht. Wenn man Präzision erwingen will, dann verschwindet sie auf nimmerwiedersehen. Wenn dagegen man kontinuierlich auf sie hinarbeitet, die Sache dabei locker sieht und sich über seine Fehler nicht gross aufregt sondern daraus lernt... dann kommt sie irgendwann von selbst :).

Präzision heisst Reserve.
Wirklich präzise kann man nur fliegen, wenn man eigentlich weit unter seinem maximal möglichen Fähigkeiten fliegt, also genügend "Reserve" gegen oben hin hat. Bei Wettbewerben ist das nicht immer möglich (die Standards dort sind enorm hoch), bei Flügen vor Laienpublikum ist das aber durchaus machbar.

Präzision heisst Sehen.
Das Auge eines Modellpiloten entwickelt sich über die Jahre mit, genau wie der Musiker mit der Zeit ein sehr feines Gehör entwickelt. Wenn man also am Anfang seiner Karriere den "krassen Fehler", der so manchen Punkterichter zum verlassen des Fluggeländes verleitet hätte, nicht wirklich sieht: keine Panik, das kommt mit der Zeit :).

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