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3D-Fluglagen

Version 1, 29.06.2009

1 Allgemeines
2 Der Harrier
         2.1 Flächenharrier
         2.2 Messerharrier
3 Hovern/Torquen
4 Rollenharrier
         4.1 Ebener Rollenharrier mit 50-60 Grad Anstellwinkel
         4.2 Ebener Rollenharrier mit 30 Grad Anstellwinkel
         4.3 STP/BFP vertikale Rollfiguren
         4.4 Vertikaler Rollenflug
         4.5 Weitere BFP-Übungen


1 Allgemeines

Was isses?
Alle Fluglagen bei denen die Strömung an den Tragflächen nicht mehr anliegt.
[->] Überlegungen zum 3D-Flug

Die Unterschiede zum Vorwärtsflug
Alle Kenntnisse und Fähigkeiten, die sie im Vorwärtsflug erworben haben, können ihnen hier zwar helfen, aber sie können sie nicht 1:1 übertragen, da im 3D-Kunstflug der Propellerwind eine nicht unwichtige Rolle spielt und sich das Flugverhalten ihres Modells dadurch verändert:

[-] Für mehr Ruderwirkung können sie entweder das Ruder weiter ausschlagen oder mehr Gas geben. Ruder brauchen einen Luftstrom (von mir als Wind bezeichnet) um eine Wirkung entfalten zu können. Im Vorwärtsflug ist dieser Wind bei Höhen- und Seitenruder eine Mischung aus Propellerwind und Fahrtwind, beim Querruder ist es fast ausschliesslich der Fahrtwind. Im 3D Flug ist der Fahrtwind nur noch schwach oder ganz weg, der Ruderwind setzt sich hier fast ausschliesslich aus dem Propellerwind zusammen. Je mehr Propellerwind (=mehr Gas) desto grösser die Ruderwirkung.
[-] Das Modell will bei rechtsdrehenden Systemen um die Längsachse im Gegenuhrzeigersinn wegdrehen. Das Motordrehmoment macht sich jetzt mit fehlendem Fahrtwind so richtig schön bemerkbar.
[-] Das Modell fliegt teilweise instabil, auf jeden Fall viel wackeliger als im Vorwärtsflug. Auch 3D-Modelle sind auf stabilen Vorwärtsflug ausgelegt, auf stabilen 3D Flug ausgelegte Modelle sähen anders aus. Ausserdem wollen wir ja noch was auszusteuern haben, gell?.
[-] Durch kurze Gasstösse mit geringeren Gaswerten dazwischen erreichen sie mehr Ruderwirkung als mit einem in der Summe gleich starken, aber konstanten Gas. Das Verhältnis von Ruderausschlag und Gasstössen/Pausen ist in jeder Fluglage anders und das gilt es jetzt zu erlernen. Es gibt keine Einzelübungen dafür, die Koordination von Rudern und Gas entwickelt sich eher beiläufig beim trainieren der einzelnen Figuren.

Allgemeine Tipps zum 3D-Flug
[-] Üben sie den Harrier und das Hovern/Torquen anfangs bei extrem wenig Wind bis Windstille. Wind irritiert im STP im 3D-Flug noch mehr als im Vorwärtsflug, ihr Modell ist im 3D-Flug noch böenanfälliger und bei Wind fliegen sie im 3D-Flug relativ zum Boden die halbe Zeit rückwärts...
[-] Schauen sie, sobald das Wierum beim Höhen- und Seitenruder einigermassen geklärt ist, beim Harrier wie beim Torquen jeweils auf die Kabinenhaube ihres Modells und keinesfalls auf das Heck. Dadurch verhindern sie unnötiges Herumüberlegen an dem richtigen Höhen/Seitenruderausschlag und kommen viel schneller vorwärts.

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2 Der Harrier

2.1 Flächenharrier

[Harrier] [Harrier] [Harrier]

Was isses?
Flächenflug mit 30-85 Grad Anstellwinkel und erhöhter Motorleistung.
[->] Überlegungen zum Bauchharrier/Rückenharrier

Flugverhalten um die Achsen
[-] Querachse: Leicht instabil, ist mit etwas Übung aber problemlos unter Kontrolle zu bringen. Bei Harrierwinkeln unter 70 Grad wirken sich Steuerfehler nicht so dramatisch aus.
[-] Längsachse: Instabil, je nach Modell ist andauernde Querruderkorrektur notwendig, um ein Pendeln/Aufschwingen um die Längsachse zu verhindern.
[-] Hochachse: Sofern man die Längsachse im Griff hat wird das Heck quasi mitgezogen. Die Hochachse würde ich als stabil bezeichnen.

Wie macht man's?
Halten sie mit dem Querruder (und zwar nur mit dem Querruder, das Seitenruder ist dafür nicht zuständig) die Querachse des Modells im Geradeausflug parallel zum Boden, im Kurvenflug ganz leicht (wirklich nur ganz leicht, wenn sie für die Kurve kein Seitenruder oder sogar Gegenseitenruder brauchen wars zu viel) geneigt, mit dem Höhenruder kontrollieren sie den Anstellwinkel und mit dem Seitenruder dirigieren sie das Modell dort durch wo sie es durchhaben wollen. Für den Bauchharrier sieht das Steuerschema dann so aus:

[-] Fliegen sie langsam im Bauchflug an, nehmen sie das Gas kurz zurück und ziehen sie kurz und beherzt am Höhenruder, so dass das Modell innerhalb von ca. 0.5 Sekunden 30-40 Grad Anstellwinkel erreicht und nemen das Höhenruder anschliessend soweit zurück dass das Modell diesen Anstellwinkel beibehält. Mit dem richtigen Timing können sie den Harrier so ohne Höhenänderung einleiten. Direkt nach dem Ziehen erhöhen sie das Gas soweit, dass das Modell die Flughöhe halten kann. Den Anstellwinkel halten sie mit entsprechenden Höhen-/Tiefenruderkoorrekturen konstant. Anfangs ist es zwar einfacher, den Höhenruderausschlag konstant zu halten und das Modell seinen Anstellwinkel selber finden zu lassen. Das führt jedoch spätestens bei 85 Grad Anstellwinkel zu massiven Problemen und das Gependle des Modells um die Querachse sieht auch bei geringeren Anstellwinkeln absolut hässlich aus.
[-] Mit den Querrudern halten sie die Querachse im Geradeausflug horizontal, in den Kurven GANZ LEICHT in die Kurve hinein geneigt.
[-] Kursabweichungen korrigieren sie mit dem Seitenruder.
[-] Um eine Kurve zu fliegen müssen sie gleichzeitig Seitenruder geben (wie im Flächenflug) und meistens etwas Gegenquerruder (also andersrum als im Flächenflug) um so die Neigung der Tragfläche nicht zu gross werden zu lassen. Enge kurven, bei denen das Modell mit konstantem Gas abkippen würde, können sie mit Gasstössen trotzdem noch fliegen. Auch wenn sich ihr Bewegungsgedächtnis anfangs heftig dagegen wehrt, hier ist Gegenquerruder effektiv das Richtige. Kurven fliegen sie immer mit einer Kombination aus Seitenruder und Gegenquerruder. Je grösser der Anstellwinkel desto mehr wird die Kurve mit Gegenquer und desto weniger mit dem Seitenruder geflogen. Bei 90 Grad Anstellwinkel (Torquen) fliegen sie die Kurve nur noch mit dem Querruder.
[-] Rückenharrier: Ersetzen sie im Bauchharrier-Text "Bauch" durch "Rücken" und "ziehen" durch "drücken" :-).

STP ohne Feste Flugbahn
Fliegen sie STP-Übungen in Sicherheitshöhe ohne feste Flugbahn und meiden sie enge Wenden. Wie schon erwähnt, der Harrier ist instabil, und das STP muss erstmal in ihren Kopf rein. Dafür sind genaue Flugbahnen anfänglich hinderlich. Fliegen sie die STP-Übungen jeweils so lange, bis sie den Bauchharrier und den Rückenharrier ohne Abkipper oder Umkipper von Bauch nach Rücken oder umgekehrt fliegen können und ihr Modell in keiner Situation mehr pendelt.

Übung 1: Fliegen den Bauchharrier mit 30 Grad Anstellwinkel. Versuchen sie dabei mit dem Höhenruder und dem Gas so etwas ähnliches wie einen Anstellwinkel zustande zu bringen, ohne dabei wegzusteigen oder abzusinken. Versuchen sie den erreichten Anstellwinkel so gut wie möglich zu halten.
Übung 2: Versuchen sie nun, die Tragfläche mit dem Querruder genau horizontal zu halten. Das Seitenruder verwenden sie nur in den Kurven und für grobe Kurskorrekturen.
Übung 3: Versuchen sie nun, das Schieben des Rumpfes dem Seitenruder zu unterbinden (das Verhältnis Querruder- zu Seitenruderkorrekturen ist bei jedem Modell etwas anders).
Übung 4: Sobald sie das Modell um die Längsachse vollständig im Griff haben, versuchen sie mit Höhenruder und Gas den Anstellwinkel möglichst konstant zu halten.
Übung 5: Fliegen sie den Harrier nun mit 45 Grad Anstellwinkel, das Prozedere von Übungen 1-4 können sie nach Bedarf abkürzen.
Übung 6: Fliegen sie Übungen 1-5 erneut, diesmal im Rückenharrier.
Übung 7: Wechseln sie wieder in den Bauchharrier und erhöhen sie den Anstellwinkel jetzt schrittweise auf 85 Grad. Fliegen sie dabei nach jeder Erhöhung des Anstellwinkels solange mit diesem Winkel, bis sie sich sicher fühlen.
Übung 8: Üben sie flache Sink- und Steigflüge mit 45-80 Grad Anstellwinkel.
Übung 9: Fliegen sie Übungen 8-9 nochmals im Rückenharrier.

Weitere STP-Übungen
Übung 1: Fliegen sie im Harrier in Sicherheitshöhe Geraden, Kreise und Achten und hängen sie diese dann zu komplexeren Figuren zusammen.
Übung 2: Fliegen sie auf einer begrenzten Fläche (z.B. 10x20m) Sicherheitshöhe.
Übung 3: Fliegen sie die Einheitsschlaufe im Harrier.
Übung 4: Fliegen sie beliebige Figuren am Himmel und versuchen sie, Höhe und Flugbahn so genau wie möglich zu halten.

BFP
Übung 1: Reduzieren sie, sobald bei den STP-Übungen keine Verknüppler mehr auftreten, bei den Übungen 11-14 die Flughöhe schrittweise auf 1-2 Modellspannweiten.
Übung 2: Fliegen sie einer geraden Linie am Boden entlang. Als Bodenmarkierungen bieten sich Linien auf Turnhallenböden an, auf Asphalt geht Kreide oder der Strassenrand, auf Gras Trassierband oder ein Feld-/Wegrand. Halten sie das Seitenruder dabei etwa eine halbe Modellspannweite über dem Boden und versuchen sie, einerseits Höhe und Geschwindigkeit konstant zu halten und andererseits so wenig wie möglich von der Linie abzuweichen. Am (markierten!) Endpunkt stellen sie das Modell senkrecht, drehen es mit dem Querrudern herum und fliegen im Harrier wieder zurück. Trainieren sie mit Harrierwinkeln zwischen 45 und 85 Grad.
Übung 3: Suchen sie sich irgendwelche Bodenmarkierungen (Linien auf einem Turnhallenboden Bordsteinkanten, Kanalisationsdeckel, Kreidezeichnungen auf der Strasse von den Nachbarskindern (1)) und fliegen sie diesen so genau wie möglich entlang.
Übung 4: Stecken sie sich (anfangs mit Bodenmarkierungen, später mit Stangen) einen Slalom ab und harriern sie durch.
Übung 5: Simulator: Lassen sie sich im Simulator die Fluggeschwindigkeit anzeigen (im AFPD ist die im Fenster "Fluginformation") und fliegen sie mit einem Slowflyer (aber nicht mit dem Slow-Ride, der kommt höchstens im Bauchflug über 5km/h ;-)) maximal 5km/h schnell. Wenn sie wegen des gelegentlichen Blicks auf die Geschwindigkeitsanzeige schon zu schwanken anfangen dann passt ihr STP noch nicht, in dem Fall hinsetzen, STP wiederholen ;-).
Übung 6: Fliegen sie mit dem Seitenruder eine halbe Modellspannweite über dem Boden einer Linie entlang. Fliegen sie dabei so langsam wie möglich, jedoch so, dass noch eine konstante Vorwärtsbewegung dabei herauskommt.
Übung 7: Folgen sie einem etwa gleich grossen und gleich schnellen Modell in ca. 2m Abstand. Am Schluss sollten sie dessen Flugbahn ohne überlegen präzise nachfliegen können. Fliegen sie diese Übung für Harrierwinkel zwischen 45 und 85 Grad. Im AFPD können sie einen Harrierflug von sich aufnehmen, diesen anschliessend abspielen und mit dem gleichen Modell ihrem Aufnahmemodell in 2m Abstand folgen. Anfangs können sie die Hauptsicht auf das "live" fliegende Modell legen, sobald sie ihrem Aufnahmemodell sicher folgen können können sie die Hauptsicht auf das Aufnahmemodell legen :-).

Wo hings bei mir?
[-] Das Heck wollte trotz Vollausschlag des Höhenruders anfangs nicht runter.
[-] Wenn das Heck dann endlich mal unten war, stieg das Modell ständig weg.
[-] Das Aufschaukeln um die Längsachse bekam ich anfangs nur schwer in den Griff.
[-] Beim Harrier mit 85 Grad kippt das Modell beim kleinsten Steuerfehler seitlich weg.
[-] Ich habe die Querruderkooridination vernachlässigt und durfte sie dann nachholen.
[-] Beim Harrier mit 85 Grad hatte ich anfangs massive Orientierungsprobleme was dazu führte, dass ich bei Abkippen eine gewisse Zeit benötigte, um die Fluglage des Modells wieder zu erkennen.

Tipps
[-] Abdrehen: Im Harrier neigt jedes Modell dazu, spontan über eine Fläche wegzudrehen. Bei 30 Grad Anstellwinkel ist diese Eigenschaft so schwach ausgeprägt dass sie in ihren Querruderkorrekturen untergeht, mit zunehmendem Anstellwinkel wird werden Stärke und Geschwindigkeit des Wegdrehens immer grösser, folglich müssen sie auch immer schneller und immer präziser gegensteuern. Ab 70 Grad Anstellwinkel wird das Abdrehen so schnell dass sie es anfangs erst realisieren wenn das Modell schon eine halbe Drehung gemacht hat. Wenn sie da vor Schreck das Höhenruder brav ausgeschlagen halten gehts abwärts. Abhilfe schaffen hier schnelle Reaktionen auf dem Querruder und, fals der Abdreher doch mal passiert, entsprechend Gegenruder mit dem Höhenruder, bis das Modell via Senkrechte wieder in der gewohnten Harrierposition ist.
[-] Abkippen: Wenns dann trotz aller Vorsicht doch mal passiert und ihnen das Modell in der Kurve nach innen abkippt: Höhenruderausschlag neutralisieren und ein kurzer Gasstoss. So sollten sie das Modell mit einer Viertel- bis halben Drehung mit vertretbarem Höhenverlust wieder im Bauch-/Rückenflug haben.
[-] Aufbäumen: Beim Harrier bis 45 Grad: Bei starken Windböen oder abrupten Gasgeben stellt sich ihr Modell plötzlich senkrecht. Wenn sie da nicht sofort reagieren gehts heckvoran abwärts. Reduzieren sie daher, sobald sie ein Aufbäumen bemerken, den Höhen-/Tiefenruderausschlag oder geben sie gar Gegenruder. Beim Gegenruder können sie zusätzlich noch das Gas etwas aufdrehen.
[-] Aufschaukeln: Betätigen sie die Ruder und das Gas zu hektisch, schaukelt sich das Modell auf und wird unkontrollierbar, betätigen sie Ruder und Gas zu langsam kommen ihre Ausgleichsbewegungen zu spät, das Modell schaukelt sich ebenfalls auf und kippt ab.
[-] Drehmoment: Bei 85 Grad macht sich bereits das Drehmoment des Antriebsstrages bemerkbar, bei rechtsdrehenden Systemen will das Modell nach links wegdrehen.
[-] Tragflächengeometrie: Modelle mit sich zum Randbogen hin stark verjüngenden Tragflächen benötigen andauernde Querruderkorrekturen, Modelle mit Rechteck-Tragflächen geben sich meist mit deutlich weniger Korrekturen zufrieden.
[-] Geschwindigkeit: Die Geschwindigkeit stellen sie jetzt via Einstellwinkel ein und halten sie via Gas die Höhe. Das war zwar vorher auch schon so, aber im Bauch-/Rückenflug müssen sie das nicht aktiv aussteuern, das Modell passt den Anstellwinkel da automatisch dem Gas an.
[-] Harrierlandungen: Bei Landungen im Harrier landen sie ja gezwungenermassen "Arsch voran". Bitte machen sie das möglichst sanft und lassen sie das Modell nicht einfach aufs Seitenruder fallen, das Seitenruderservo quittiert solche Misshandlungen mit Zahnausfall.
[-] Motorleistung: Wenn sie die Motorleistung erhöhen (um zu steigen) müssen sie den Höhenruderausschlag kurzzeitig deutlich verringern.
[-] Querruderkorrekturen: Am Anfang sind ihre Querruderkorrekturen riesengross, mit zunehmender Übung werden sie immer kleiner und nach absolvieren des STP sind sie im Geradeausflug meist so winzig (max. 5 Grad) und so kurz dass sie von einem Laien gar nicht mehr wahrgenommen werden.
[-] Querruderreaktionen: Das Verhalten ihres Modells um die Längsachse ist im Harrier 3D-typisch deutlich schwammiger als im Fahrtflug. Ihr Modell reagiert erst verzögert auf Querruderkommandos, pendelt ständig um die Längsachse und wenn sie nach einer Rolle die Querruder einfach loslassen rastet das Modell nicht wie gewohnt ein sondern dreht noch munter weiter. Zum Stoppen einer derartigen Drehbewegung wird Gegenquerruder benötigt.
[-] Pendeln: Falls sie das Pendeln um die Längsachse auch mit Querruder-Vollausschlag nicht in den Griff bekommen dann vergrössern sie die Querruderausschläge. Sind 45 Grad Ausschlag immer noch zu wenig, dann sind die Querruder ihres Modells zu klein oder das Querruderservo/ die Querruderservos zu schwach um die 45 Grad im Flug hinzubekommen.
[-] Pumpen: Pumpen (Aufbäumen, dann Absacken auf 20 Grad Anstellwinkel, leichter Höhenverlust, wieder Aufbäumen) ist ein sicherer Indikator dafür, dass ihre Höhenruderkorrekturen zwar richtig aber noch zu langsam sind.
[-] Sicherheitshöhe: Trainieren sie am Anfang mindestens 10m über dem Boden, und mindestens 15m von sich weg, bei Abkippern legt der 95cm-Shockflyer gerne mal 5m horizontal oder vertikal zurück.
[-] Umkippen: Beim Harrier bis 85 Grad sollten sie das Kippen auf die andere Seite (also vom Bauchharrier in den Rückenharrier und umgekehrt) unbedingt vermeiden. Eine kurze Phase, in der das Modell exakt senkrecht in der Luft steht stört nicht, aber das Abkippen von mehr als 5 grad in die "falsche" Hoverlage ist unglücklich. Betätigen sie hier lieber einmal zu oft das Tiefenruder im Bauchharrier bzw. das Höhenruder im Rückenharrier.

Überlegungen
(1) Falls die Kids ein komplettes Strassennetz mit Kreide gezeichnet haben, fragen sie vorher höflich nach den herrschenden Verkehrsregeln und Sonderbestimmungen. Sie sind ja schliesslich nur zu Gast :-). zurück

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2.2 Messerharrier

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In der Logik der Übungsreihenfolge käme jetzt der Messerharrier. Fürs Training ist es aber fast besser, wenn sie den Messerharrier erst nach dem Hovern/Torquen trainieren. Eine Begründung gibts in den Überlegungen zum Messerharrier.

Was isses
Messerflug mit mehr als 20 Grad Anstellwinkel.

Wie macht man's?
[-] Einleiten: Entweder Messerflug -> den Anstellwinkel langsam erhöhen. Dies ist die Standardmethode, ideal für die ersten Versuche, um sich ein bisserl ranzutasten.
Oder Flächenharrier -> Vierteldrehung in den Messerharrier. Das geht deutlich schneller als die Standardmethode (man verbrät keine Strecke mit langsamem erhöhen des Anstellwinkels) erfordert aber bereits etwas Erfahrung im Messerharrier, da sonst bald der Abkipper folgt.
Oder Hovern -> langsam auf eine Seite in den Messerharrier gehen. Auch das geht gut, bei einigen Modellem müssen sie bei diesem Übergang recht stark mit Höhen-/Tiefenruder korrigieren.
[-] Geradeausflug: Kontrollieren sie über das Zusammenspiel von Seitenruder und Gas den Anstellwinkel, unterbinden sie allfälliges Abdrehen um die Längsachse mit dem Querruder (Je höher der Anstellwinkel, desto kippeliger wird das Modell und desto grösser müssen die Querruder sein, damit sie überhaupt noch was ausrichten können) und halten sie den Kurs mit dem Höhenruder. Gerade das Höhenruder ist im Messerflug sehr bissig, im Messerharrier erfolgt die Reaktion eben so bissig, als Sahnehäubchen aber noch mit leichter Verzögerung :-(.
[-] Kurvenflug: Steuern sie mit dem Höhenruder die Kurve, drehen sie gleichzeitig mit dem Querruder AUS DER KURVE HINAUS so dass die untere Fläche immer ganz leicht in Richtung Kurvenmittelpunkt zeigt. Zeigt die untere Fläche auch nur leicht aus der Kurve heraus gehts sofort mit mehreren Metern/Sek. abwärts! In der Kurve müssen sie das Gas etwas erhöhen um nicht zu sinken (Enge Kurven stellen einen aerodynamisch noch dämlicheren Flugzustand dar, als es der Messerharrier eh schon ist), den Anstellwinkel müssen sie mit dem Seitenruder anpassen.

Flugverhalten um die Achsen
[-] Querachse: Instabil, je nach Modell ist andauernde Höhenruderkorrektur notwendig, um ein Pendeln/Aufschwingen zu verhindern.
[-] Längsachse: Vollständig Instabil, ist nur mit viel training, grossen Querrudern und genügend Ausschlägen in den Griff zu bekommen.
[-] Hochachse: Instabil, die Situation ist mit der Querachse im Flächenharrier zu vergleichen.

Vorbereitung
Übung 1: Holen sie den Messerflug wieder aus der Versenkung :-). Fliegen sie auch Übungen aus dem BFP Flächenflug, diesmal einfach im Messerflug, zuerst in Sicherheitshöhe, am Schluss im Minimum 5 Spannweiten über dem Boden. Fliegen sie diese Übungen solange, bis sie den Messerflug mit 20 Grad gleich sicher und selbstverständlich beherrschen wie den Flächenflug!

STP/BFP
Übung 1: Fliegen sie die Übungen aus der Vorbereitung erneut und erhöhen sie den Anstellwinkel jetzt auf 30 Grad.
Übung 2: Erhöhen sie den Anstellwinkel auf 40 Grad
Übung 3: Erhöhen sie den Anstellwinkel auf 50 Grad. Der 95cm-Shockflyer macht das problemlos mit, andere Modelle kommen jetzt bezüglich Seitenruderwirkung und Rumpfseitenfläche an ihre Grenzen. Probieren sie hier aus wie weit sie gehen können. Die minimale Flughöhe am Schluss der Übung sinkt jetzt langsam, da die Geschwindigkeit mit steigenden Anstellwinkel abnimmt und daher die Überlebenschanchen bei Bodenberührung steigen.
Übung 4: Erhöhen sie den Anstellwinkel auf 60 Grad.
Übung 5: Erhöhen sie den Anstellwinkel auf 70 Grad.
Übung 6: Erhöhen sie den Anstellwinkel auf 80 Grad.
Übung 7: Erhöhen sie den Anstellwinkel auf 90 Grad. Wie? Kennen sie schon? Stimmt, sie hovern ja [grins]. Versuchen sie daher, im Messerharrier so langsam wie möglich noch vorwärts zu kommen.

Weitere STP-Übungen
Übung 1: Testen sie, wie eng sie ihr Modell bei welchem Anstellwinkel in den Kurven herumreissen können, ohne dass es abschmiert.
Übung 2: Fliegen sie mit 10 grad Anstellwinkel geradeaus, erhöhen sie den Anstellwinkel ohne zu steigen oder zu sinken auf 85 Grad, und reduzieren sie ihn dann wieder auf 10 Grad.

Tipps
[-] Je weiter sie den Anstellwinkel erhöhen, desto ekliger werden die Flugeigenschaften ihres Modells. Vor allem jegliche Rausdreh- und Abkipptendenzen werden umso stärker, je höher der Anstellwinkel ist. Wenn sie also ihr Modell nach erfolgtem 20 Grad-Training abrupt in den 70-80-Grad-Bereich befördern werden sie mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit nach wenigen Sekunden abschmieren.
[-] Je höher der Anstellwinkel wird, desto aktiver müssen sie mit den Querrudern hebeln, um ein Rausdrehen des Modells zu verhindern. In gewissen Situationen bekommen sie ihr Modell um die Längsachse nur noch mit pulsierenden Querruderausschlägen samt Gasstössen in den Griff.
[-] Eine leichte Kreiselbewegung des Hecks um die Längsachse stabilisiert das Modell um die Längsachse und die Querruderfolgsamkeit verbessert sich.
[-] Bei Kurven besteht anfangs erhöhte Abkippgefahr. Diese können sie deutlich abmildern indem sie die Kurven nur in 45 Grad-Stücken fliegen und zwischendurch das Modell immer wieder stabilisieren.
[-] Der Messerharrier ist dem Flächenharrier sehr ähnlich, meist aber noch ekliger zu steuern, da das Modell nicht mehr wirklich neutral fliegt und noch schneller abkippt. Alle Übungsstrategien aus dem Flächenharrier sind auch im Messerharrier hilfreich. Und wenn sie während dem üben das Gefühl haben: "Neeee, wie soll ich das je in 2m Höhe schaffen, ohne dabei das Modell zu schrotten..", dann gehen sie in den Flächenharrier, fliegen in 2m Höhe ne Weile rum und erinnern sich daran, dass sie damals im Flächenharriertraining das Gleiche über den Flächenharrier gedacht haben :-).
[-] Wenn sie im Messerharrier (im Messerflug war das auch schon so, sie habens nur nicht gemerkt da es dort nicht so ausgeprägt war) mit dem Höhenruder eine Kurve einleiten, dann dreht ihr Modell automatisch in die Kurve hinein (obere Tragfläche geht in Richtung Kurvenmitte). Wenn sies nicht glauben, denken sie die Sache mal in Ruhe mit einem Stickplane durch. Sobald alles was grösser als ein Shockflyer ist (und nicht gerade die Rumpfseitenfläche eines Scheunentors hat) mehr als 10 Grad Schräglage nach innen hat geht es wie im Fahrstuhl abwärts. Diese Abwärtsbewegung kann man dann nur noch mit zurücknehmen des Höhen-/Tiefenruderausschlages beenden. Daher mit dem Querruder anfangs lieber etwas zu heftig nach aussen drehen, wenn man's übertreibt steigt das Modell zwar weg aber das ist doch deutlich angenehmer als das plötzliche Absaufen.
[-] Allzu weit nach aussen wegdrehen dürfen sie in der Kurve allerdings auch nicht, jenseits einer Viertelrolle (=Flächenflug) gehts auch nur noch abwärts. Wenn sie sich bei ihren ersten Kurvenversuchen zwischen Messerharrier und einer Vierteldrehung nach aussen befinden ist das ok, mit zunehmendem Können können sie dann versuchen, die ganze Drehung im Messerharrier auszuführen.
[-] Slow-Ride und Monsoon fliegen im AFPD im Messerflug/Messerharrier leider viel zu einfach d.h. absolut neutral und ohne Absacktendenz bei engen Kurven mit falscher Schräglage. Für die Grundlagen des Messerfluges (wierum mit dem Seitenruder und Querruder) ist Simulatortraining sicher vorteilhaft, wenn man den Messerharrier im Sim beherrscht ist in echt aber noch eine Menge Training nötig.

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3 Hovern/Torquen

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Was isses?
Der Pilot hängt das Modell senkrecht in die Luft und lässt es dort entweder stillstehen (Hovern) oder um die Längsachse drehen (Torque-Rolle).
[->] Überlegungen zum Hovern/Torquen

Flugverhalten um die Achsen
[-] Querachse: Je nach Modell leicht bis vollständig Instabil, andauernde Korrekturen erforderlich.
[-] Längsachse: Neutral bis leicht instabil, die Längsachse ist hier das kleinste Problem.
[-] Hochachse: Je nach Modell leicht bis vollständig Instabil, andauernde Korrekturen erforderlich.

Wie macht man's?
Sorgen sie dafür dass das Modell in der Luft senkrecht steht (wie auch immer ;-)) und stellen sie den Motorschub so ein dass das Modell weder sinkt noch steigt. Mit Höhen- und Seitenruder verhindern sie ein Ausbrechen aus der Senkrechten und mit dem Querruder unterbinden oder unterstützen sie falls gewünscht die Drehung um die Längsachse.

STP Hovern
Übung 1: Gehen sie aus dem Harrier ins Hovern, so dass ihr Modell ihnen den Rücken zudreht. Halten sie es mit Gegenquer in dieser Position und Hovern sie solange, bis sie sich sicher fühlen und keine heftigen Ruderkorrekturen mehr nötig sind.
Übung 2: Drehen sie den Modellbauch zu sich und hovern sie bis sie sich sicher fühlen.
Übung 3: Drehen sie die rechte Modellseite zu sich und hovern sie bis sie sich sicher fühlen.
Übung 4: Drehen sie die linke Modellseite zu sich und hovern sie bis sie sich sicher fühlen.
Übung 5: Starten sie das Hovern mit dem Rücken zu sich, drehen dann um 90 Grad, verharren kurz, drehen wieder 90 Grad etc.

Die Flächen sollten sie hier mit max. 30 Grad Abweichung um die Längsachse in Position halten können, die Korrekturausschläge von Höhen und Seitenruder sollten nicht mehr als 30 Grad betragen.

STP Torquen
Übung 1: Nemen sie das Gegenquer raus und lassen sie das Modell durch das Motordrehmoment um die Längsachse drehen.
Übung 2: Unterstützen sie diese Drehung langsam mit dem Querruder. Das Ziel sollten kontrolliert gesteuerte 0.5 Drehungen/Sekunde sein.
Übung 3: Drehen sie jetzt entgegengesetzt, wieder bis 0.5 Drehungen/Sekunde, falls die Querruderwirkung soviel zulässt.

Üben sie auch hier solange, bis die Höhen-/Seitenruderausschläge 30 Grad nicht mehr übersteigen.

BFP
Übung 1: Legen sie eine 20-40cm grosse Scheibe (z.B. ein Frisbee) auf eine Rasenfläche und versuchen sie, in 20cm Höhe über dieser Scheibe zu hovern, ohne dass die Längsachse des Modells diese Scheibe verlässt. Üben sie dass fürs Bauch-Rücken- und Seitenhovern. Im AFPD eignen sich statt der Scheibe irgendwelche Unregelmässigkeiten im Rasen oder andere Bodenmarkierungen (Streifen auf dem Turnhallenboden), welche sie in fast allen Szenerien finden. An Trainingsmethoden gibt es hier die "Ums verrecken über der Scheibe bleiben"- sowie die "Modell unbedingt ruhig halten"-Methode. Am Schluss muss beides gehen, versuchen sie vorher irgendwo ganz entspannt im Bereich ZWISCHEN diesen beiden Strategien zu trainieren. Ich kam (und komme ) jeweils am besten vorwärts, wenn ich mich mehr aufs Stillhalten denn aufs "Über der Scheibe bleiben"' konzentriere.
Übung 2: Lassen sie das Modell um die eigene Achse drehen, bleiben sie dabei immer über der Scheibe. Erhöhen sie die Drehgeschwindigkeit mit dem Querruder, und trainieren sie auch Drehungen entgegen des Propellerdrehmoments. Der Idealfall ist der, dass sie das Modell bei voll ausgeschlagenem Querruder noch irgendwie über der Scheibe halten können.
Übung 3: Wechseln sie zwischen den einzelnen Hoverzuständen, in dem sie jeweils voll Querruder reinhauen, und bleiben sie dabei über der Scheibe.
Übung 4: Fliegen sie Torque-Rollen mit abrupten Drehrichtungswechseln über der Scheibe. Variieren sie die Frequenz dieser Querruderschübe.

Tipps
Wenn sie:
[-] das Hovern mit dem Rücken zu sich nicht nach kurzer Angewöhnungszeit (15 Minuten!) hinbekommen, dann sollten sie unbedingt solange den Bauchharrier wiederholen, bis das absolut passiv funktioniert. Dann klappt auch das Hovern mit dem Rücken zu ihnen.
[-] das Hovern mit dem Bauch zu sich nicht packen, dann sollten die den Rückenharrier wiederholen.
[-] das Hovern mit der rechten/linken Flugzeugseite zu sich nicht packen, dann sollten sie Rechts- und Linksmesserflug sowie die Übergänge zwischen Bauch-/Rückenflug und Rechts-/Linksmesserflug wiederholen.

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4 Rollenharrier

Was isses?
Rollenflug mit 20-85 Grad Anstellwinkel.
[->] Überlegungen zum Rollenharrier

Wie macht man's?
Das System ist dasselbe wie beim Rollenflug, nur dass sie hier zwischen Harrierfluglagen wechseln und vor allem am Höhenruder entsprechend mehr hebeln müssen.

Hinweise
[-] Ist der Messerharrier mit ihrem Modell nicht oder nur stark eingeschränkt fliegbar, dann wird auch die Vierpunkt-Harrierrolle nicht funktionieren. Verkürzen sie in diesem Fall die Messerflugteile der Vierpunktrolle soweit, dass trotz leichtem Absacken des Modells der nachfolgende Übergang in den Flächenharrier noch ordentlich funktioniert.
[-] Mit einem Messerharrier-fähigen Modell können sie auch die Endlosharrierrolle beliebig langsam fliegen. Bei einem nicht-Messerharrier-fähigen Modell ergibt sich zwangsläufig eine minimale Rollgeschwindigkeit, bei der sie die Endlos-Harrierrolle noch einigermassen gerade fliegen können.


4.1 Ebener Rollenharrier mit 50-60 Grad Anstellwinkel

STP
Der Anstellwinkel liegt hierbei über dem mittleren Anstellwinkel.
Übung 1: Fliegen sie im Harrier eine Vierpunktrolle. Fliegen sie die geraden Strecken dabei solange, bis sie das Modell in der entsprechenden Fluglage stabilisiert haben (mind. 2 Sek./Fluglage) und gehen sie dann mit einer Viertelrolle weiter. Machen sie die Wechsel zwischen den einzelnen Fluglagen nicht zu schnell, die Querruderreaktion kommt harriertypisch verzögert, und bei QR-Vollausschlag nach einer Viertelrolle sauber abzubremsen ist für den Anfang definitiv zu anspruchsvoll.
Übung 2: Fliegen sie die Vierpunkt-Harrierrolle halbwegs geradeaus.
Übung 3: Machen sie die geraden Strecken der Vierpunkt-Harrierrolle alle gleich lang.
Übung 4: Fliegen sie eine Endlos-Harrierrolle, Rollgeschwindigkeit 5-10 Sekunden pro Rolle.
Übung 5: Erhöhen sie die Rollgeschwindigkeit schrittweise auf 2 Sekunden/Rolle
Übung 6: Fliegen sie Rollenkreise mit mehreren Rollen/Kreis.
Übung 7: Fliegen sie die engstmöglichen Rollenkreise, bei denen die Modelldrehung um die Längsachse gerade noch rund ist.

BFP
Der Anstellwinkel liegt hierbei über dem mittleren Anstellwinkel.
Übung 1: Markieren sie auf dem Boden einen Punkt (in Echt z.B eine Stange, im Sim ein zweites Modell) und fliegen sie Rollenkreise, mit diesem Punkt als Mittelpunkt. Halten sie dabei die Rollgeschwindigkeit und die Flughöhe konstant und steuern sie Störungen, (Wind, Timingfehler etc.) so gut wie möglich aus. Fliegen sie diese Übung so lange, bis sie das Modell um den Punkt dirigieren können, ohne dabei an irgendwelchen Steuerschemen herumüberlegen zu müssen.
Übung 2: Fliegen sie Rollenachten, der Mittelpunkt der Acht liegt über dem Markierten Punkt am Boden. Trainieren sie auch hier so lange, bis sie die Acht ohne zu überlegen fliegen könnnen. Übung 3: Fliegen sie Übung 1 und Übung 2 erneut, und schauen sie dieses Mal auf den Schatten des Modells und behalten sie das Modell selbst lediglich im Augenwinkel.
Übung 4: Fliegen sie Übung 1 und 2 erneut, und schauen sie dieses mal auf den Markierten Mittelpunkt des Kreises/Der Acht und behalten sie das Modell im Augenwinkel.
Übung 5: Fliegen sie die Einheitsschlaufe im Rollenharrier, die Gerade Strecke platzieren sie oberhalb einer Geraden auf dem Boden, die Wendepunkte markieren sie ebenfalls auf dem Boden.

Tipps
Beim Rollenharrier, speziell in Kurven, neigt man dazu, in ein flaches, stampfendes "um-die-Ecke-prügeln" des Modells zu verfallen. Folgende 4 Tricks bieten hier abhilfe:
[-] 1. Verzögerung beachten: Der Rollenharrier ist eine 3D-Fluglage, das Modell reagiert entsprechend verzögert auf die Rudereingaben. Wenn sie im Rollenharrier etwas am Steuerschema ändern kommt die änderung erst ca. eine Achteldrehung später beim Modell an! Denken sie also bei Korrekturen immer eine Achtel- bis Vierteldrehung voraus.
[-] 2. Klickschema Beachten: Oft steuern sie die HR- und SR-Korrekturen zu langsam. Achten sie in diesem Fall bewusst aufs Klickschema. Sie werden sich wundern wie ihr vor 2 sekunden noch bockiges modell plötzlich um die Kurven wieselt.
[-] 3. Ausschläge Synchron steuern: Höhen- und Seitenruder sollten sie in Beide RIchtungen ungefähr gleich weit ausschlagen. Wenn sie eine ruderrichtung deutlich bevorzugen (Höhenruder geben die Meisten leute meist deutlich beherzter als tiefenruder...) dann erhalten sie ein unruhiges, kreiselförmiges herumgerühre des Rumpfes.
[-] 4. Anstellwinkel konstant halten: Im Harrier ändern sich je nach anstellwinkel Ruderwirksamkeit und Flugverhalten, sorgen sie daher dafür, das sie im Rollenharrier den Anstellwinkel konstant halten.


4.2 Ebener Rollenharrier mit 30 Grad Anstellwinkel

Der Anstellwinkel liegt hierbei unter dem mittleren Anstellwinkel.
Wiederholen sie hier die Übungen aus dem STP/BFP Rollenharrier mit 50-60 Grad Anstellwinkel, diesmal jedoch mit 30 Grad Anstellwinkel.


4.3 STP/BFP vertikale Rollfiguren

Übung 1: Steigen sie aus dem Torquen langsam rollend nach oben weg, etwa mit der Geschwindigkeit und der Rollrate, die die im ebenen Rollenharrier auch haben und halten sie die senkrechte Flugbahn so gut wie möglich.
Übung 2: Fliegen sie mit maximal bremsendem Propeller rollend senkrecht nach unten und halten sie die senkrechte Flugbahn so gut wie möglich.
Übung 3: Fliegen sie 30-, 45- und 60-Grad Steigflüge, Rollgeschwindigkeit und Fluggeschwindigkeit gleich wie beim ebenen Rollenharrier. Irgendwo zwischen 30 und 70 Grad (je nach Flächenbelastung und Fluggeschwindigkeit) kommt der Punkt wo sich die Strömung wieder teilweise oder vollständig an den Tragflächen anlegt, sie also im Prinzip normalen Rollenflug fliegen.
Übung 4: Fliegen sie 20 Grad-Sinkflüge, Rollgeschwindigkeit und Fluggeschwindigkeit entsprechend dem ebenen Rollenharrier.
Übung 5: Schrauben sie den Winkel der Sinkflüge jetzt langsam hoch. Irgendwann kommen sie an den Punkt, wo das "schwächere" Heck-Ruder (in fast allen Fällen das Seitenruder) an den Anschlag kommt. Der dazugehörige Sinkwinkel ist der maximal mögliche Sinkwinkel, den sie ohne Anstellwinkelschwankungen fliegen können.
Übung 6: Fliegen sie, ausgehend vom Harrierrollenkreis, eine Schraubenbewegung nach oben, zuerst mit 30, dann mit 45 und 60 Grad Steigwinkel.
Übung 7: Fliegen sie, ausgehend vom Harrierrollenkreis, eine Schraubenbewegung nach unten, zuerst mit 20 Grad Sinkwinkel. Wenn das klappt können sie den Sinkwinkel langsam bis zum maximal möglichen Sinkwinkel erhöhen.
Übung 8: Fliegen sie Harrierrollenloopings. Da das Modell beim senkrechten Abwärtsflug entsprechend beschleunigt, kommen sie unten meistens im Rollenflug und nicht mehr im Rollenharrier raus. Trainieren sie hier folgende Varianten:
- Setzen sie unten gleich den nächsten Rollenharrierlooping an, lassen sie das Gas aber solange niedrig, bis sie (irgendwo im Steigflugteil des Loops) wieder auf Rollenharriergeschwindigkeit abgebremst haben.
- Bremsen sie das Modell im letzten Viertel des Loopings durch schnelle, harte Höhen/Tiefenruderausschläge ab. Der Harrierrollenlooping wird dann im letzten Viertel nicht mehr ganz rund, versuchen sie aber, diese Abweichung so gering wie möglich zu halten.
- Fliegen sie am untersten Punkt geradeaus weiter, gehen sie auf der Geraden wieder in den Rollenharrier und starten sie dann den nächsten Rollenharrierloop. Am obersten Punkt müssen sie dann ebenfalls eine solche gerade Strecke einbauen, damit sie mit der Gesamtfigur am gleichen Fleck bleiben.
Übung 9: Starten sie im Rollenharrierlooping und fliegen sie eine seitliche Schraubenbewegung.
Übung 10: Fliegen sie die engstmöglichen Schrauben und Loopings in den verschiedenen Varianten.


4.4 Vertikaler Rollenflug

Übung 1: Fliegen sie Rollenachten und Rollenketten.
Übung 2: Fliegen sie engstmögliche Rollenachten und Rollenketten.
Übung 3: Fliegen sie die senkrechte Einheitsschlaufe im Rollenharrier. Nach der senkrechten Abwärtspassage "Nasevoran" müssen sie das Modell zuerst mit schnellen harten HR-Bewegungen zum Abriss überreden bevor sie es im Rollenharrier abfangen können.


4.5 Weitere BFP-Übungen

Viele der Übungen aus dem BFP Flächenharrier und BFP Messerharrier können sie auch rollenderweise fliegen.

Sinken heckvoran
Wichtige Vorbemerkung:
[-] Wenn das Modell im Sinken heckvoran zu schnell wird klappt es ihm die Ruder um, dadurch werden die Anlenkungen abgerissen und das Modell stürzt unsteuerbar ab. Einzig bei Schaummodellen mit entsprechend elastischen Rudern/Anlenkungen besteht eine gewisse Chanche dass die Anlenkungen das Umklappen überleben, meine Yak 55 Nr.3 hat sowas z.B. mal beschädigungsfrei überstanden (ich würds allerdings nicht nochmals machen ...).
--> Bei günstigen Modellen (Shockflyer) können sie Übung 1 einfach mal ausprobieren.
--> Bei allen anderen Modellen sollten sie sich vorher erkundigen, ob die Motorleistung reicht und ob man das Modell im Fall der Fälle mittels Höhen/Tiefenruder wieder aus dem Sinken bekommt. Falls nicht, dann sollten sie sich das Sinken heckvoran verkneifen.
[->] Sinken sie auch bei Modellen mit genügend Motorleistung nicht zu schnell, sonst droht auch hier der "Umklapper".

Übung 1: Starten sie in genügend Sicherheitshöhe im Torquen und nehmen sie das Gas zurück, so dass das Modell rückwärts nach unten sinkt. Fangen sie mit einer geringen Sinkgeschwindigkeit an, sobald sie sie kontrollieren können steigern sie die Sinkgeschwindigkeit langsam. Ab einem gewissen Punkt (je nach Auslegung des Modells bereits ab einem Sinken von 1/4 Modellänge/Sekunde) reisst die Strömung am Propeller ab. Dies macht sich durch ein lautes, flatterndes und dröhnendes Geräusch und einen Schubeinbruch um ca. 30 Prozent bemerkbar. Drehen sie in diesem Fall sofort das Gas soweit auf, dass sie die Sinkgeschwindigkeit halten können. Es kann ihnen dabei im Extremfall passieren, dass sich die Strömung beim Gasgeben am Propeller wieder anlegt, und das Modell mit einem entsprechenden Ruck angehalten wird. In diesem Fall müssen sie das Gas wieder reduzieren.
Um das Sinken des Modells nach Abriss der Propellerströmung zu stoppen benötigt das Modell extrem viel Motorleistung. Wenn sie nach dem Gasgeben merken das die Leistung zum Stoppen nicht reicht, dann geben sie sofort Höhen-/Tiefenruder und befördern sie ihr Modell so aus dem senkrechten Sinken heraus.
Übung 2: Wenn ihr Modell genügend Leistung hat, um das Sinken auch bei abgerissener Propellerströmung zu stoppen und den Sinkflug auch sicher aushält dann können sie das Sinken heckvoran in den Rollenharrierlooping einbauen: Fliegen sie die Steigpassage des Loopings ganz normal, in der Sinkpassage sinken sie dann heckvoran statt nasevoran.

Wo hängts?
[-] Die Höhen- und Seitenruderausschläge sind beim Rollenharrier sehr gross und pendeln zusätzlich mit recht hoher Frequenz zwischen den beiden Ausschlagsseiten hin und her. In dieser Umgebung ist es sehr anspruchsvoll, Timing und Präzision aufrecht zu erhalten.
[-] Bei Timingfehlern im Rollenflug gibts eine krumme Flugbahn, bei Timingfehlern im Rollenharrier gibts von Abkippern über Überschläge und dem Herauskippen aus der Figur bis zu gerissenen Rollen die ganze Palette fliegerischer Ekligkeiten.
[-] Bei langsamen Harrierrollen legt sich in den Messerfluglagen die Strömung an den Tragflächen kurzzeitig wieder an, daraus resultiert eine wesentlich bessere Querruderwirkung im Messerflug, Harrierrollen mit konstantem Querruderausschlag werden daher entsprechend eierig.
[-] Wenn man im Rollenflug einen Fehler macht hat man meistens noch genügend "Reserveausschlag" am entsprechenden Ruder, um den Fehler wieder auszubügeln. Beim Rollenharrier hat man im Geradeausflug nur noch sehr wenig reserve, bei engen Kurven meist überhaupt keine mehr, so dass man Fehler nur noch schwer aussteuern kann.

Tipps
[-] Wenn sie Stress mit dem Steuerschema bekommen und ihnen die Maschine anfängt zu eiern, dann reduzieren sie die Rollgeschwindigkeit und achten sie aufs Klickschema.
[-] Geben sie bei ihren ersten Rollenharrierversuchen etwas zu viel Gas, so dass sie leicht wegsteigen. Das vereinfacht die Figur.

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[Copyright] Fabian Günther
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